Anzeige
 

Ekosem-Agrar plant Restrukturierung und Fusion in Russland

Die deutsche Ekosem-Agrar AG, bekannt für ihre Fokussierung auf die Milchproduktion in Russland unter der Marke EkoNiva, steht vor einem Umstrukturierungsprozess. Im Zuge dieser Neuausrichtung soll die in Deutschland ansässige Holdinggesellschaft mit dem operativen Geschäft in Russland verschmolzen werden. Eine zentrale Rolle spielen dabei die deutschen Gesellschafter, die aufgefordert werden, ihre Anteile an russische Investoren zu veräußern.

Die Restrukturierung umfasst vorrangig den Verkauf der ausstehenden Unternehmensanleihen einschließlich der bis dahin aufgelaufenen Zinsen. Hierbei wird ein Kaufpreis von 300 € je Schuldverschreibung festgelegt, deren ursprünglicher Nennwert bei 1.000 € lag. Mit diesem Schritt verbindet die Ekosem-Agrar AG die Hoffnung auf eine Stärkung und Vereinfachung der Unternehmensstruktur durch die Verschmelzung der deutschen Holding mit dem russischen Geschäftsbereich. Im Zuge dieser Maßnahme ist geplant, dass die derzeitigen Aktionäre der Ekosem-Agrar AG ihre Anteile an einer neu formierten russischen Erwerbergesellschaft halten werden. Dieser Schritt erfordert jedoch die Zustimmung der Anleihegläubiger, insbesondere in Bezug auf den Verzicht ihrer Rückzahlungsoption im Falle eines Kontrollwechsels.

Zur Finanzierung dieser Umstrukturierung befindet sich die Ekosem-Agrar AG in Gesprächen mit potenziellen Eigenkapitalinvestoren aus Russland, die bereit sind, bis zu 100 Mio. € in die Erwerbergesellschaft zu investieren. Die Investitionsbereitschaft ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass die geplante Restrukturierung der Anleihen und der Verkauf der Zwischenholdings an eine russische Gesellschaft erfolgreich abgeschlossen werden.

Um die Anleihegläubiger umfassend über die geplanten Maßnahmen zu informieren und die notwendigen Beschlüsse zu fassen, lädt die Ekosem-Agrar AG zu Anleihegläubigerversammlungen am 2. Mai 2024 ein. Diese Veranstaltungen dienen der detaillierten Erläuterung der Restrukturierungspläne sowie der Anpassung der Anleihebedingungen. Die offizielle Einladung zu diesen Versammlungen wurde am 8. April im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist zusätzlich auf der Webseite der Gesellschaft abrufbar.

Stefan Dürr, der Vorstand der Ekosem-Agrar AG, sieht in der Restrukturierung und Zusammenführung den richtigen Weg, um das operative Geschäft zu sichern und den Fortbestand der Gruppe zu gewährleisten. Er betont, dass der Verkauf der ESA-Anleihen zu einem Kurs, der deutlich über den Durchschnittskursen des ersten Quartals 2024 liegt, eine attraktive Gelegenheit für die Anleger darstellt, einen Teil ihres Investments zurückzugewinnen.

Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2023 verdeutlichen die volatilen Entwicklungen, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist. Trotz eines Rückgangs der Milchpreise und der Abschwächung des Rubels konnte ein Umsatz zwischen 735 und 790 Mio. € erzielt werden. Das EBITDA wird allerdings mit einem Rückgang in Euro zwischen 52 und 60 % im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert, was vor allem auf die gestiegenen Produktionskosten zurückzuführen ist. Für das Jahr 2024 erwartet das Management eine positive Entwicklung der Umsätze und Ergebnisse, obwohl diese voraussichtlich weiterhin unter dem Niveau von 2022 liegen werden.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Ungarn fordert EU: Zölle auf Düngerimporte lockern

Steigende Betriebsmittelkosten setzen die Landwirtschaft in Europa zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund drängt Ungarn die Europäische Union dazu, Importzölle auf Düngemittel...

Düngemittelmarkt: Nahost dominiert Harnstoffexport weltweit

Die weltweite Versorgung mit Stickstoffdüngern bleibt stark von wenigen Exportländern abhängig. Aktuellen Marktanalysen zufolge stammen rund 13,5 Millionen Tonnen des global gehandelten...

Bullenpreise fallen um 10 Cent, Kälberpreise steigen weiter an

Die aktuellen Entwicklungen auf den Fleischmärkten zeigen ein interessantes Bild: Während sich die Preise für Jungbullen und Kühe stabil halten, versuchen Schlachtbetriebe,...

Australiens Rekordernten 2025/26 steigern Weizen- und Gerstenexporte

Australiens landwirtschaftliche Produktion hat in der Saison 2025/26 einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet. Die Gesamternte an Winterkulturen wird auf 68,4 Millionen Tonnen geschätzt,...

EU-Klimazoll im Kreuzfeuer: Düngemittelpreise explodieren weltweit

Die Versorgung mit Mineraldünger ist derzeit gesichert, doch die Preise sind weltweit im Aufwind. Landwirte in Europa sehen sich mit drastischen Kostensteigerungen...