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Wirtschaft braucht Reformen und Innovationen: DIW-Prognosen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet im kommenden Jahr mit einer spürbaren Belebung der deutschen Wirtschaft. Nach einem Plus von nur 0,2 Prozent in diesem Jahr prognostiziert das Institut für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,7 Prozent. Für 2027 hält es sogar einen Anstieg um 1,8 Prozent für möglich.

Die Konjunkturabteilung des DIW verweist darauf, dass die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung erste Wirkung zeigen. Die wieder anziehende Inlandsnachfrage könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Probleme weiterbestehen. Insbesondere zunehmende Handelshemmnisse und die US-amerikanische Zollpolitik bremsen den deutschen Außenhandel und belasten die exportorientierte Industrie.

Gleichzeitig bleiben die Ausfuhren nach Europa ein wichtiger Faktor, da hier eine steigende Nachfrage erwartet wird. Die exportstarken Branchen müssen sich dennoch auf schwierige Rahmenbedingungen einstellen.

Auf der Binnenseite stützt der private Konsum die Konjunktur, auch wenn die Kaufbereitschaft durch steigende Arbeitslosigkeit und die Sorge um den Arbeitsplatz leicht gedämpft wird. Steigende Reallöhne, eine sinkende Inflationsrate und die erhoffte Erholung des Arbeitsmarktes im kommenden Jahr sollen die Nachfrage der Verbraucher jedoch stabilisieren.

Langfristig verweist das DIW auf die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels. Die wirtschaftliche Erholung wird sich über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren erstrecken. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie Innovationen vorantreiben, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und neue Märkte erschließen müssen.

Auch die Rolle des Staates bleibt begrenzt. Unterstützende Maßnahmen wie die Absenkung der Stromsteuer können Entlastung schaffen, ersetzen aber keine grundlegenden Reformen. Das Institut sieht daher Handlungsbedarf bei einer Erneuerung der Europäischen Union, einer umfassenden Steuerstruktur sowie einer Reform des Sozialstaats.

Die bisherige Verteilungspolitik, die in erster Linie von Jüngeren zu Älteren wirkte, gilt aus Sicht der Experten als nicht mehr tragfähig. Künftig soll eine gezieltere Unterstützung Bedürftiger erfolgen, wofür insbesondere Menschen mit höheren Einkommen und größerem Vermögen stärker herangezogen werden müssten.

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