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Bliesgau-Molkerei sucht nach Rettung in der Insolvenz

Die Bliesgau-Molkerei in Ommersheim, eine der ältesten Bio-Molkereien im Saarland, steht vor finanziellen Schwierigkeiten und hat Insolvenz angemeldet. Seit September wird das Unternehmen von der Insolvenzverwalterin Virginia Thom geführt, wie erst kürzlich öffentlich gemacht wurde. Auslöser der finanziellen Misere sind nicht beglichene Steuerschulden in Höhe von rund 80.000 Euro, bestätigte Thom gegenüber dem Saarländischen Rundfunk.

Aktuell ist Thom auf der Suche nach einem Käufer, der Interesse daran hat, die Molkerei zu übernehmen oder sich an ihr zu beteiligen. Gespräche mit potenziellen Investoren sind bereits im Gange, ein wichtiges Treffen dazu fand am Mittwoch statt. Trotz der unsicheren Zukunft, die über dem Unternehmen schwebt, bleibt die Situation für die zehn Angestellten der Molkerei vorerst unverändert. Ebenso soll für die regionalen Bauern, die ihre Milch an die Molkerei liefern, alles beim Alten bleiben.

Die Insolvenz hat bisher weder den Biolandhof Wack noch die Supermärkte, die Milchprodukte der Molkerei führen, direkt beeinflusst. Diese Partner setzen die Zusammenarbeit unverändert fort und die Absatzmengen bleiben stabil. Jedoch steht die Molkerei vor einem Dilemma bezüglich ihrer Preisgestaltung. Um wirtschaftlich nachhaltiger agieren zu können, wäre eine Preiserhöhung notwendig, doch besteht die Befürchtung, dass dies die Kundschaft abschrecken könnte.

Die Bliesgau-Molkerei wurde vor nahezu zwei Jahrzehnten mit der Idee gegründet, regionalen Milchviehbetrieben eine Alternative zum Verkauf ihrer Milch an große Konzerne zu bieten. Durch die Verarbeitung der Milch direkt vor Ort sollte der regionale Kreislauf gestärkt und die lokale Wirtschaft unterstützt werden.

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