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Getreidemärkte warten auf USDA-Report

Zu Beginn der Woche zeigen sich die Getreidepreise in Europa mit leichten Zuwächsen, während in den USA die Situation gegenteilig ist; hier starten Weizen und Mais den Handelstag mit Verlusten. In Europa müssen auch die Rapspreise zum Wochenstart Einbußen hinnehmen, ähnlich wie der Sojakomplex, der ebenfalls ins Minus rutscht. Diese Schwankungen werden durch technische Verkäufe verursacht, da Händler ihre Positionen im Vorfeld des USDA-Berichts am späten Dienstagabend anpassen.

Experten deuten darauf hin, dass die derzeitige Marktsituation stark von den klimatischen Bedingungen in Südamerika beeinflusst wird. Besonders in den südlichen Regionen Brasiliens und Argentiniens herrscht eine angespannte Lage aufgrund anhaltender Trockenheit und hoher Temperaturen, die die Ernten unter Stress setzen. Zudem könnten neue Einfuhrzölle durch die USA bevorstehen. Das brasilianische Beratungsunternehmen Safras & Mercado hat seine Prognosen für die brasilianische Sojabohnenernte 2024/25 auf ein Rekordniveau angehoben, während in Argentinien dringend benötigter Regen auf 60 Prozent der Sojaanbauflächen niedergegangen ist.

In den USA überdenken einige Landwirte, ob sie von Sommerweizen auf Mais umsteigen sollen, was für das Jahr 2025 weltweit das Angebot beeinflussen und zu erhöhter Marktvolatilität führen könnte. Diese Entwicklung könnte die bescheidene Erholung des Sommerweizenanbaus, der seit einem Tiefstand im Jahr 2021 wieder zugenommen hatte, unterbrechen und zu einer weiteren Verknappung des weltweiten Angebots beitragen.

Das derzeit volatile geopolitische Umfeld, geprägt von Konflikten und Handelsstreitigkeiten, bewegt Importländer dazu, ihre eigene Produktion zu verstärken und so die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu reduzieren. Aktuell stützen jedoch der Rückgang des Euro-Dollar-Verhältnisses unter 1,0350 die europäischen Getreidepreise. Die Weichweizenexporte der Europäischen Union haben seit Beginn der Saison 2024/25 nur 12,5 Millionen Tonnen erreicht, was einem Rückgang von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die weltweiten Weizenimporte dürften in diesem Jahr deutlich zurückgehen, beeinflusst durch ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum der Hauptkäufer, einen stärkeren Dollar und eine höhere lokale Getreideproduktion, was wiederum die Preise unter Druck setzt. Die globalen Lagerbestände steuern auf den niedrigsten Stand seit neun Jahren zu, was die Nachfrage längerfristig dämpfen könnte. Besonders betroffen von einem Rückgang der Importe wären australische Landwirte, die stark von der Nachfrage aus China abhängig sind. Es wird erwartet, dass die globalen Lagerbestände bis Ende Juni 2025 den niedrigsten Stand seit neun Jahren erreichen werden.

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