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Biogas Convention 2024: Hochstimmung beim Verband, Sorgen bei Betreibern

In Kassel fand Ende November die jährliche Biogas Convention im Kongress Palais statt, nur zwei Wochen nach der EuroTier und EnergyDecentral in Hannover. Die Veranstaltung, die dieses Jahr am 27. November begann, zog viele Interessenten an und war nach Angaben von Horst Seide, dem Präsidenten des Fachverbandes Biogas e. V., komplett ausgebucht. Dies unterstreicht das weiterhin starke Interesse an der Nutzung von Biogas als nachhaltiger Energiequelle.

Die Convention wurde mit einer Podiumsdiskussion eröffnet, die sich mit den Perspektiven von Biogas in der Energiewirtschaft bis zum Jahr 2035 beschäftigte. Anschließend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, in sechs verschiedenen Workshops mehr über Biogas, Biomethan, Speicherkraftwerke und Wärmeplanung zu erfahren.

Friedrich Hake, ein Landwirt und Biogasanlagenbetreiber aus Niedersachsen, teilte seine Bedenken bezüglich der Zukunft der Branche. Er steht vor der Herausforderung, dass seine Anlage 2025 aus der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) herausfällt und er somit über die Fortführung seiner Tätigkeit unsicher ist. Schon im Sommer informierte er seine Substratlieferanten, dass er keine Garantie für die Abnahme des Materials geben kann. Als Reaktion darauf haben einige Landwirte ihre Fruchtfolge angepasst und setzen nun vermehrt auf den Anbau von Raps statt Silomais.

Die Unsicherheit über die zukünftige Regierungspolitik und die fehlenden Anschlussregelungen für Biogasanlagen führen zu wachsender Sorge unter den Betreibern. Hake betonte die Bedeutung der frühzeitigen Kommunikation dieser Probleme, um auf mögliche Änderungen vorbereitet zu sein.

Die diesjährige Ausstellung auf der Biogas Convention fiel mit nur etwa 20 Ausstellern kleiner aus als in den Vorjahren, doch die Workshops und Diskussionsrunden stießen auf reges Interesse. Die kritischen Fragen und Thesen, die während der Veranstaltung diskutiert wurden, spiegeln die aktuelle Debatte und die Notwendigkeit wider, das Ausschreibungsvolumen zu erhöhen, um den Fortbestand der Betreiber zu sichern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rahmenbedingungen in der Biogasbranche im kommenden Jahr entwickeln werden.

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