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Stressfreies Schweineverladen: So schützen Sie Tierwohl und Ertrag

Angesichts der steigenden Anforderungen an den Tierschutz wird es für Landwirte immer wichtiger, den Transport von Schweinen so stressfrei wie möglich zu gestalten. Dabei spielen sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung des Transports eine entscheidende Rolle, um die Gesundheit der Tiere und letztlich auch die Fleischqualität nicht zu gefährden.

Vorbereitung ist der Schlüssel

Um Schweine auf den Transport optimal vorzubereiten, müssen Landwirte einige wichtige Punkte beachten. Ein wesentlicher Aspekt ist die Wasserversorgung: Insbesondere im Sommer sollte den Tieren ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen. Vor dem Transport sollten sie zudem in Ruhe gelassen werden, da dies das Risiko für Kreislaufprobleme senkt. Laut Dr. Anika Lücking vom Beratungs- und Schulungsinstitut für Tierschutz ist es wichtig, dass Schweine mindestens fünf Stunden vor dem Transport nicht mehr gefüttert werden, da sonst das Sterberisiko während und kurz nach dem Transport erheblich steigt.

Zudem müssen Schweine vor ihrer Abreise gekennzeichnet sein. Lücking rät dazu, diese Kennzeichnung schon ein bis zwei Wochen vorher vorzunehmen, um zusätzlichen Stress durch den Einsatz von Schlageisen am Verladetag zu vermeiden.

Der richtige Umgang beim Verladen

Ein stressarmes Verladen der Schweine ist essenziell für deren Wohlbefinden. Lücking betont, dass Hektik vermieden werden sollte und Hilfsmittel wie Paddel oder Poolnudeln verwendet werden können, um die Tiere ruhig zu leiten. Die Gruppengröße spielt ebenfalls eine Rolle – nur so viele Tiere sollten gleichzeitig getrieben werden, wie auch kontrolliert werden können. Der Einsatz elektrischer Treibhilfen ist nach dem Tierschutzgesetz untersagt und kann unnötigen Stress verursachen.

Kriterien für Transportfähigkeit

Die Beurteilung der Transportfähigkeit von Schweinen ist ein komplexer Prozess. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bietet Leitfäden an, die Landwirten helfen sollen, diese Entscheidungen fundiert zu treffen. Aspekte wie Herzkreislaufprobleme, offensichtliche Wunden oder Erkrankungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Bei Unsicherheiten kann eine tierärztliche Untersuchung Aufschluss geben.

Tierschutz als oberste Priorität

Ein tierschutzgerechter Umgang mit Schweinen hat positive Auswirkungen auf den gesamten Prozess: Vom Be- und Entladen über den Schlachtbetrieb bis hin zur Fleischqualität. Nach dem Transport sollten die Tiere Zugriff auf Wasser und eine trockene Liegefläche haben und möglichst in ihren Gruppen verbleiben, um Stress durch Vermischung mit fremden Tieren zu vermeiden.

Letztlich profitieren nicht nur die Tiere von einem solchen Vorgehen – auch Landwirte können durch weniger Stress bei den Schweinen effizienter arbeiten und bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen.