Seit fast einem Jahr ist das Einstreugerät „LiboX“ von Rosensteiner auf dem Markt und wurde kürzlich in einem steirischen Kuhstall getestet. Besonders kleine Lader profitieren aufgrund des leichten Gewichts des Geräts, obwohl die Befahrbarkeit bei Spaltenböden gewährleistet sein muss. Das Gerät kombiniert das Einebnen von Liegeboxen mit der Streuung neuer Einstreu in einem Arbeitsgang.
Praktische Erfahrungen im Stall
Der Praxistest fand in einem zweireihigen Kuhstall mit automatischem Melksystem und gelenktem Kuhverkehr statt. Während des Tests wurden die Kühe im Fressgang gehalten, um ein reibungsloses Arbeiten zu ermöglichen. Der Betriebsleiter hatte zuvor etwa alle drei Wochen einen größeren Vorrat an Sägemehl eingestreut und testete nun unterschiedliche Materialien mit dem LiboX.
Bedient wurde das Einstreugerät mit einem Weidemann T4512 Hoflader. Die passende Breite war werkseitig eingestellt, und der LiboX kann an verschiedene Lader angepasst werden. Laut Hersteller beträgt das Leergewicht inklusive Laderaufnahme 250 kg, womit er sich auch für kleine Lader eignet.
Materialkompatibilität und Wurfeinstellungen
Der LiboX verfügt über ein Rührwerk mit vier Ketten zur Materialaufbereitung und eine einstellbare Auswurfweite dank Wurfschaufeln. Die Tests zeigten unterschiedliche Ergebnisse je nach Einstreumaterial: Während kurzes, gehäckseltes Stroh und Sägespäne gut funktionierten, bereitete längeres Stroh sowie feuchtes Gülleseparat Probleme. Bei letzterem rutschte das Material schlecht nach, wodurch sich ein leerer Trichter bildete.
Anpassungen an Stalllayouts
Das Einstreuen erfolgt beim LiboX nur über die rechte Seite, was bei innenliegenden Liegeboxenreihen problemlos funktioniert. Bei Reihen, die durch Stallwände begrenzt sind, können die ersten Boxen nicht vollständig bedient werden. Das Einebnen erfolgt über einen klappbaren Federzinkenarm, doch lange Trennbügel und Aufsprungrohre im Teststall erschwerten den Einsatz erheblich.
Einfache Bedienung und Weiterentwicklung
Die Handhabung des LiboX ist unkompliziert: Durch Anschieben wird das Streugut aufgenommen; ein doppelwirkendes Steuergerät regelt sowohl den Auswurf als auch den Pflegearm. Inzwischen wurde das Gerät weiterentwickelt: Die zentrale Positionierung von Materialtrichter und Wurfeinheit erleichtert nun auch den Einsatz bei komplizierteren Stalllayouts.
Intervallbasierte Nutzung
Laut Hersteller soll der LiboX zwei- bis viermal wöchentlich eingesetzt werden, um Liegeboxen regelmäßig zu pflegen. Dieser Ansatz sei jedoch nicht auf allen Betrieben praktikabel, wie der Testbetrieb zeigte. Hier hat sich eine zweiwöchentliche Vorratsstreuung bewährt, da tägliches Einebnen aufgrund baulicher Hindernisse schwierig ist. Der Betriebsleiter sieht dennoch Vorteile für Betriebe mit Stroh-Mist-Matratzen.
Langzeitergebnisse zur Akzeptanz der Boxen durch die Kühe oder deren Sauberkeit konnten im Rahmen des Tests nicht erhoben werden.
Datenübersicht
- Hubkraft: mindestens 450 kg für alle gängigen Hoflader
- Fassungsvermögen: 0,8 m³
- Länge Federzinkenarm: 1,56 m (Verlängerung +0,24 m)
- Ausstattung: Rührwerk zur Materiallockerung; einstellbare Wurfschaufeln; pulverbeschichtet
- Leergewicht inkl. Laderaufnahme: 250 kg
- Preis: 7.200 € inkl. MwSt., Aufnahme ab 600 € inkl. MwSt.
- Zubehör: Aufnahmeverbreiterung und Armverlängerung gegen Aufpreis
