Anzeige
 

US-Shutdown gefährdet wichtige Agrarmarktberichte

Wenn offizielle Marktzahlen ausbleiben, gewinnen Börsentechnik, Nachrichten aus dem Handel und inoffizielle Einschätzungen auf den Märkten für Getreide und Ölsaaten erheblich an Bedeutung für die Preisbildung. Der monatliche WASDE-Bericht, der für den 9. Oktober 2025 vorgesehen ist, könnte wegen des US-Shutdowns entfallen oder auf einen späteren Termin verlegt werden. Gleiches gilt für die dazugehörigen wöchentlichen und vierteljährlichen Veröffentlichungen.

Der monatliche Report des USDA liefert Daten zu Angebot, Nachfrage, Handelsströmen und Lagerbeständen bei wichtigen Agrarprodukten wie Weizen, Mais und Sojabohnen. Diese Informationen betreffen sowohl den globalen Markt als auch die Situation in den USA. Handelsgesellschaften, verarbeitende Betriebe und Marktanalysten nutzen diese Zahlen als Grundlage für ihre Einschätzungen.

Ein Blick zurück zeigt die möglichen Auswirkungen. Der längste Shutdown in der Geschichte der USA dauerte 2018/19 vom 22. Dezember 2018 bis zum 25. Januar 2019, insgesamt 35 Tage. Die Monatsberichte im Januar entfielen damals komplett. Erst am 8. Februar 2019 wurden sie zusammen mit dem Folgebericht nachgeliefert. In dieser Zeit orientierten sich die Märkte an gröberen Schätzwerten.

Fehlt die monatliche Anpassung der offiziellen Zahlen, steigt die Unsicherheit auf den Märkten für Getreide und Ölsaaten spürbar an. Marktteilnehmer an den Börsen, die auf aktuelle Informationen angewiesen sind, um ihre Positionen an den Terminmärkten aufzubauen, verlieren einen wichtigen und allgemein akzeptierten Orientierungspunkt. In dieser Situation bekommen Börsentechnik, Wetter- und Erntemeldungen, Exportausschreibungen sowie inoffizielle Schätzungen einen größeren Einfluss auf die Preisentwicklung als sonst üblich.

Die Schwankungen innerhalb eines einzelnen Handelstages könnten zunehmen, vor allem weil dieser anerkannte Bezugspunkt zur Korrektur fehlt. Sollte die US-Berichterstattung weiterhin aussetzen, wird der monatliche Marktbericht des Internationalen Getreiderates in London am 23. Oktober 2025 als nächster weltweiter Referenzpunkt dienen.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Deutschland importiert 2025 deutlich weniger Schweine aus dem Ausland

Im Jahr 2025 importierte Deutschland insgesamt 10,5 Millionen Schweine, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Besonders spürbar war...

EU stoppt zollfreie Zuckerimporte: Erleichterung für Zuckermarkt

Die Europäische Union steht vor einer bedeutenden Entscheidung im Bereich der Zuckerimporte. Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen plant, den zollfreien Import von Zucker vorübergehend...

Frontier Agriculture übernimmt Aberdeen Grain

In der britischen Agrarwirtschaft könnte es bald zu einer bedeutenden Veränderung kommen. Der führende Getreidehandelskonzern Frontier Agriculture hat Pläne angekündigt, die schottische...

Rapskurse fallen: Bärische Signale und höhere Sojaernte drücken Preise

Die Preise für Raps sind zu Beginn dieser Woche leicht gesunken. Die Entwicklung folgt einer allgemeinen Schwäche bei den Sojabohnen, die von...

Weizenpreise schwanken: Frostgefahr und Export beeinflussen Märkte

In den letzten Tagen haben sich die Weizenpreise in den globalen Märkten etwas bewegt, wobei besonders der Norden eine erhöhte Verkaufsbereitschaft zeigt....