Ölpreise steigen trotz geplanter Förderausweitung
Mit Beginn der neuen Handelswoche sind die Rohölnotierungen an den internationalen Terminmärkten spürbar gestiegen. Dies geschieht, obwohl die OPEC+ angekündigt hat, ab Oktober die Fördermengen erneut anzuheben. In der Folge klettern auch die Heizölpreise im Inland leicht nach oben.
Zum Wochenauftakt notiert die Nordsee-Sorte Brent für November-Lieferung bei 66,70 Dollar je Barrel. Parallel kostet eine Tonne Gasöl zur Lieferung im September 696 Dollar. Der Euro kann seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar weiter ausbauen und wird aktuell bei rund 1,1715 Dollar gehandelt.
*Heizölpreise werden von fastenergy.de zur Verfügung gestellt. Partnerprogramm.
Bereits am Freitag hatten die Ölpreise zunächst stark nachgegeben. Hintergrund waren Spekulationen, dass vor allem Saudi-Arabien auf eine zusätzliche Ausweitung der Förderung drängen könnte. Diese Erwartung bestätigte sich beim Treffen der OPEC+, auch wenn der Umfang mit 137.000 Barrel pro Tag ab Oktober geringer ausfällt, als von vielen Marktteilnehmern vermutet. Dadurch konnten die Rohölpreise im frühen Montagshandel nahezu die gesamten Verluste vom Vortag wieder ausgleichen.
Das Bündnis betonte zudem, dass die Fördermengen jederzeit flexibel angepasst werden können, sollte die Marktlage es erfordern. Gleichzeitig verfolgt die OPEC+ weiterhin das Ziel, Marktanteile zurückzuerobern, die in den vergangenen Jahren verloren gegangen sind. Vor allem die US-Schieferölindustrie könnte bei niedrigeren Preisen Schwierigkeiten bekommen, ihre Produktion kostendeckend fortzuführen. Zusätzlich wirkte zum Wochenbeginn die Ankündigung von US-Präsident Trump stützend auf die Preise, wonach weitere Sanktionen gegen Abnehmer von russischem Öl nicht ausgeschlossen sind.
Die Lage im Ukraine-Krieg bleibt für den Energiemarkt ein entscheidender Faktor. Entwicklungen in diesem Konflikt könnten sowohl das weltweite Angebot beeinflussen als auch durch mögliche Strafzölle Auswirkungen auf die wirtschaftliche Dynamik und damit auf den Ölverbrauch haben.
Am Devisenmarkt konnte der Euro am Freitag von schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA profitieren. Die Zahl der neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft legte im August lediglich um 22.000 zu, während Experten im Vorfeld von einem Zuwachs von 75.000 ausgegangen waren. Diese Daten verstärken den Druck auf die US-Notenbank, die Leitzinsen bei der kommenden Sitzung zu senken.
Für die Verbraucher hierzulande bedeutet dies trotz des stärkeren Euro einen leichten Anstieg der Heizölpreise zu Wochenbeginn. Erste Kalkulationen zeigen ein Plus von etwa einem halben Cent pro Liter. Damit liegen die Notierungen aktuell auf dem Niveau des Vorjahres und deutlich unter den Werten vom September 2023 – selbst unter Berücksichtigung der erhöhten CO₂-Abgabe seit Jahresbeginn. Aus Sicht der Versorgung bleiben die Rahmenbedingungen für eine Einlagerung von Heizöl daher weiterhin günstig.
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