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Neue Technologien unterstützen Landwirte bei der Pflanzenbestimmung zur Fördermittelgewinnung

Die Nutzung von Wiesen und Weiden als Lebensraum für diverse Pflanzenarten bietet Landwirten nicht nur die Möglichkeit, zur Biodiversität beizutragen, sondern auch von Fördermitteln im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu profitieren. Eine Herausforderung dabei ist das sichere Erkennen der erforderlichen Pflanzenarten, was für die Beantragung der Fördermittel essentiell ist. Zur Unterstützung können hier moderne Bestimmungs-Apps einen wertvollen Beitrag leisten.

Im Kontext der Förderung für das Vorhandensein verschiedener Kennarten im extensiv bewirtschafteten Grünland hat das Deutsche Maiskomitee (DMK) die Bedeutung dieser technologischen Hilfsmittel hervorgehoben. Die korrekte Identifikation der Pflanzen ist besonders relevant, da Unstimmigkeiten in der Artbestimmung dazu führen können, dass Behörden Fördergelder zurückfordern.

Zahlreiche Apps, die auf Smartphones genutzt werden können, erleichtern die Bestimmung der Pflanzenarten erheblich. Beispiele hierfür sind Google Lens, Flora Incognita, Pl@ntNet, iNaturalist und PictureThis. Diese Apps bieten Funktionen, bei denen Nutzer Fotos von Pflanzen machen und diese mit einer umfangreichen Datenbank abgleichen können, um so die Art sicher zu identifizieren. Während die meisten dieser Anwendungen kostenlos sind, bietet PictureThis zusätzliche Dienste gegen eine Gebühr an.

Die Genauigkeit dieser Apps basiert auf umfangreichen Datensätzen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz, was sie zu einem zuverlässigen Werkzeug für Landwirte macht, die sich mit den spezifischen Anforderungen ihrer Bundesländer vertraut machen müssen. Jedes Bundesland hat eigene Listen mit Kennarten, die auf den Förderflächen nachgewiesen werden müssen. Diese Listen umfassen oft seltene oder spezifische Arten, die in artenreichem Grünland vorkommen.

Die Förderhöhe variiert je nach Bundesland und Jahr. Für das Erkennen und Nachweisen der vorgegebenen Pflanzenarten können Landwirte beispielsweise in den Jahren 2023 und 2024 bis zu 240 Euro pro Hektar erhalten. Dies unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der genauen Pflanzenbestimmung für Landwirte.

Um die geforderten Nachweise zu erbringen, empfiehlt es sich, die Flächen mehrmals jährlich zu begehen, insbesondere vor dem ersten Schnitt, um die volle Bandbreite der blühenden Arten zu erfassen. Die Dokumentation der gefundenen Kennarten kann über Listen erfolgen, die bei Kontrollen vorzeigbar sein müssen, oder durch fotographische Dokumentation mit Positionsdaten.

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