Der sächsische Landmaschinenhersteller Lomma hat kürzlich Insolvenz angemeldet, was insbesondere Landwirte, die auf deren Wiesenwalzen und Kipper angewiesen sind, betroffen macht. Diese Entwicklung wurde von der Sächsischen Zeitung bekannt gegeben, nachdem die Fahrzeug- und Modulbau Lomma GmbH Mitte März beim Amtsgericht Dresden den entsprechenden Antrag stellte.
Ungewisse Zukunft für Lommatzsch
Das zuständige Gericht hat einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, der sich nun einen Überblick über die finanzielle Situation verschafft. Über die zukünftige Entwicklung des Standorts Lommatzsch sind derzeit keine konkreten Informationen verfügbar. Bei einem Neustart im Jahr 2023 beschäftigte das Unternehmen noch rund 40 Mitarbeiter, doch zuletzt sank die Zahl der Beschäftigten erheblich.
Produkte und Spezialisierungen von Lomma
Lomma ist bei Landwirten vor allem für seine Anhänger sowie Acker- und Wiesenwalzen bekannt. In jüngster Zeit wurden beispielsweise die Zweiachs-Dreiseitenkipper ZDK 1802 überarbeitet. Neben diesen traditionellen Produkten bot das Unternehmen auch spezialisierte Maschinen an, darunter Scheibeneggen für Selbstfahrer zur Gülleeinarbeitung sowie einen selbstfahrenden Bunkerhäcksler.
Historie und Bedeutung des Standorts
Der Standort in Lommatzsch ist historisch bedeutsam im Maschinenbau. Bereits zu DDR-Zeiten war er Teil des Landtechnik-Kombinats Fortschritt und blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis ins Jahr 1861 reicht. In der Vergangenheit produzierte Lomma auch für andere Hersteller, wie etwa den Überladewagen Titan 34 UW für Horsch.
Herausforderungen für den Landmaschinenmarkt
Laut Branchenkennern ist der Markt für Landmaschinen weiterhin herausfordernd, mit zunehmender Konkurrenz aus Ländern wie China. Der Fendt-Chef prognostiziert sogar, dass sich der Traktormarkt frühestens ab 2027 erholen wird. Diese Faktoren könnten ebenfalls zur angespannten Lage bei Lomma beigetragen haben.
