Die steigenden Anforderungen an den Klimaschutz im Verkehrssektor stellen Landwirte und andere Kraftstoffverbraucher vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Ab 2026 wird der CO2-Zuschlag für Benzin und Diesel im Rahmen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes erhöht, während gleichzeitig die Verpflichtung zur Beimischung erneuerbarer Kraftstoffe ausgeweitet wird. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies, dass die Kosten für Treibstoffe voraussichtlich steigen werden.
Erhöhte Beimischungen und steigende Zertifikatepreise
Ab dem neuen Jahr sind die Anforderungen an Kraftstoffanbieter in Bezug auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen gestiegen. Diese müssen nun größere Anteile erneuerbarer Kraftstoffe beimischen, um den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden. Christian Küchen vom Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) erklärt, dass diese Maßnahmen zwar notwendig seien, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen, jedoch auch zu höheren Kosten führen könnten.
Der nationale CO2-Aufschlag auf fossile Kraftstoffanteile wird ab 2026 in einem Preiskorridor versteigert, was zu einem Anstieg des CO2-Preises je Liter Benzin auf bis zu 15,6 Cent und bei Diesel auf bis zu 17,4 Cent führen kann. Diese zusätzlichen Kosten kommen zu den bereits bestehenden Energiesteuern hinzu.
Anpassungen bei der Treibhausgasminderungsquote
Die gesetzliche Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) für Kraftstoffe wurde ebenfalls angehoben. Ab 2026 müssen Kraftstoffanbieter eine CO2-Minderung von 12 % erreichen, was durch eine erhöhte Beimischung von Biokraftstoffen erfolgen soll. Diese Veränderungen können aufgrund der steigenden Nachfrage nach Biokraftstoffen zu höheren Erfüllungskosten führen.
Küchen weist darauf hin, dass Unternehmen sich jetzt schon darauf vorbereiten müssen, um die notwendigen Biokraftstoffmengen rechtzeitig bereitzustellen. Eine Gesetzesänderung ist in Vorbereitung und könnte rückwirkend ab Anfang des Jahres gelten.
Einsatz von nicht-biogenen erneuerbaren Kraftstoffen
Eine weitere Neuerung ist die Einführung einer Pflichtbeimischungsquote von 0,1 % für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs (RFNBO). Dazu zählen grüner Wasserstoff und E-Fuels, deren Anteil in den kommenden Jahren steigen soll. Diese politischen Entscheidungen fördern den Einsatz klimafreundlicherer Kraftstoffe im Straßenverkehr, erhöhen jedoch voraussichtlich auch die Gesamtkosten für das Kraftstoffangebot.
Auswirkungen von EU-Sanktionen auf Dieselkraftstoffpreise
Anfang 2026 tritt ein neues Sanktionspaket der EU gegen Russland in Kraft, das den Import von Diesel aus Drittländern mit russischem Öl verbietet. Diese Maßnahme könnte das Angebot verknappen und somit ebenfalls die Preise beeinflussen. Da etwa 30 % des Dieselkraftstoffs importiert werden müssen, könnten höhere Produktions- und Einkaufskosten an die Verbraucher weitergegeben werden.
Steueranpassungen für methanbasierte Kraftstoffe
Methanbasierte Kraftstoffe wie CNG (Compressed Natural Gas) und LNG (Liquid Natural Gas) werden ebenfalls teurer. Die Energiesteuer steigt ab Januar um knapp 6 Cent je Kilogramm auf 29,25 Cent. Trotz der Verfügbarkeit fast ausschließlich regenerativer Varianten wie Bio-CNG oder Bio-LNG hat dies bislang nicht zu einer steuerlichen Entlastung geführt.
Küchen betont, dass eine Reform der Energiebesteuerung erforderlich wäre. Erneuerbare Kraftstoffe sollten steuerlich bevorzugt behandelt werden gegenüber fossilen Anteilen. Ein entsprechender Vorschlag der EU-Kommission liegt seit 2021 vor, wurde aber noch nicht umgesetzt.
