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NABU fordert Abschaffung von Handelsklassen für Obst

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) macht auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die Streuobstbauern bei der Vermarktung ihres Obstes als Tafelobst haben. Die Organisation führt an, dass die Handelsklassen für Obst, welche die Größe und Form des Verkaufsobstes reglementieren, eine Herausforderung darstellen. Streuobst, das häufig eine größere Vielfalt und einen besseren Geschmack aufweist, passt nicht in diese Normen und findet deshalb seltener den Weg in die Supermarktregale.

Die Kritik des NABU richtet sich auch gegen die aktuellen Umsetzungen der EU-Agrarpolitik. Die Organisation stellt fest, dass die Umweltauflagen der EU weitgehend ignoriert werden, was dem Erhalt von Streuobstwiesen schadet. Diese Wiesen gelten als ökologisch wertvolle Lebensräume, die sowohl eine reiche Biodiversität unterstützen als auch traditionelles Kulturgut darstellen.

Um die Streuobstwiesen für die Zukunft zu sichern, plädiert der NABU für die Abschaffung der Handelsklassen für Obst. Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, unterstreicht die Einzigartigkeit der Streuobstprodukte. Er betont, dass die von den Streuobstwiesen stammenden Äpfel nicht nur geschmacklich herausstechen, sondern auch gesundheitlich vorteilhaft und sortenreich sind – Qualitäten, die Konsumenten in den standardisierten Produkten des Einzelhandels nicht finden.

Darüber hinaus appelliert Rösler an die Politik, bessere Rahmenbedingungen für naturverträglichen Obstanbau zu schaffen und mehr für den Schutz der Streuobstbestände zu tun. Die Bundes- und Landesregierungen müssten sich intensiver mit der Beweidung der Wiesen durch Wanderschäfer beschäftigen und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Streuobstwiesen genauer betrachten.

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