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Klimaziele, Nachhaltigkeit und Milchwirtschaft: DMK-Dialog in Berlin

In Berlin kamen Vertreter der Milchwirtschaft zusammen, um gemeinsam über Wege zur Reduktion von Emissionen, die Zukunft nachhaltiger Milcherzeugung und die wachsende Nachfrage nach veganen Alternativen zu sprechen. Unter den Teilnehmern war auch Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald von der Humboldt-Universität Berlin, der betonte, dass die Milchwirtschaft eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung von Klimazielen übernehmen kann. Als Mitglied der Expertenrunde des Projekts „Net Zero Farms“, das vom Deutschen Milchkontor (DMK) ins Leben gerufen wurde, unterstützt er vier Praxisbetriebe bei der Einführung von Klimaschutzmaßnahmen. Bereits umgesetzte Ansätze, wie die Anpassung der Fütterung in Gruppen und eine optimierte Fruchtfolge im Futteranbau, zeigen erste positive Auswirkungen auf die Klimabilanz.

Bei der Veranstaltung „Alle an einen Tisch“, die in Berlin stattfand und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft versammelte, stellte Prof. Gottwald erste Ergebnisse des „Net Zero Farms“-Projekts vor. Zudem wurde auf der Veranstaltung eine neue Broschüre zur Nachhaltigkeitsstrategie der DMK-Genossenschaft präsentiert. Ein zentrales Thema war dabei die Frage, wie Milchproduktion und Klimaschutz besser miteinander vereinbart werden können.

Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, hob die Bedeutung des CO2-Preissystems hervor. Seiner Ansicht nach bietet dieses den Landwirten eine Möglichkeit, einen Beitrag zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens zu leisten. Er betonte, dass der Klimaschutz für landwirtschaftliche Betriebe nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance darstelle.

Nicht alle Teilnehmer teilten diese Einschätzung. Amos Venema, ein Milchbauer aus dem Rheiderland, äußerte Bedenken hinsichtlich der Wiedervernässung von Mooren. Er sieht darin keine praktikable Lösung für Landwirte, da große Energieunternehmen zunehmend landwirtschaftliche Flächen aufkaufen, um ihre eigenen Nachhaltigkeitsbilanzen zu verbessern. Venema verfolgt alternative Wege zur Verbesserung seiner CO2-Bilanz, indem er beispielsweise die Milchkühlung effizienter gestaltet und die Zeiträume zwischen den Geburten seiner Kühe verlängert.

Auch die Konsumenten spielen eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der Milchwirtschaft. Nachhaltigkeit ist ein zunehmend wichtiger Faktor bei Kaufentscheidungen, was sich nicht nur auf konventionelle Milchprodukte beschränkt, sondern auch auf pflanzliche Alternativen wie vegane Lebensmittel. In diesem Kontext verwies Lisa Mammen-Annas vom DMK auf die hohe Qualität von Milch als Nahrungsmittel. Sie betonte, dass tierische Proteinquellen auch in Zukunft von Bedeutung bleiben werden, trotz des wachsenden Marktes für pflanzliche Produkte.

Ingo Müller, der CEO des DMK, sprach sich während der Veranstaltung dafür aus, Anreizsysteme für eine nachhaltigere Milchproduktion zu schaffen. Seiner Meinung nach sollten solche Anreize Vorrang vor zusätzlichen Regulierungen haben, um den Wandel in der Branche zu fördern.

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