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EU deckt nur 40 % des Bedarfs an nicht GV-Soja selbst

Die Europäische Union zählt weltweit zu den größten Verbrauchern gentechnikfreier Soja. Dennoch stammt nur ein Bruchteil des Bedarfs aus eigener Erzeugung. Aktuellen Angaben zufolge kann die EU lediglich etwa 40 Prozent ihres Bedarfs an nicht-genetisch veränderter Soja durch heimische Produktion abdecken.

Den größten Teil der Importe beziehen die Mitgliedstaaten weiterhin aus Brasilien. Dabei handelt es sich um zertifizierte gentechnikfreie Ware. Ergänzt wird das Angebot durch Sojalieferungen aus osteuropäischen Ländern, insbesondere aus der Ukraine und aus Serbien. Diese Herkunftsregionen gelten als zentrale Partner für die Versorgung mit nicht-GVO-Soja auf dem europäischen Markt.

Beim Sojaschrot, das hauptsächlich in der Tierfütterung zum Einsatz kommt, belegt die EU weltweit den dritten Platz beim Verbrauch – hinter China und den Vereinigten Staaten. Für das laufende Vermarktungsjahr 2023/24 wird das Verbrauchsvolumen auf rund 26,7 Millionen Tonnen geschätzt.

Für das kommende Wirtschaftsjahr 2024/25 wird ein Anstieg des Verbrauchs auf 28,3 Millionen Tonnen prognostiziert. Grund dafür ist das wachsende Angebot an Geflügelfleisch sowie eine Stabilisierung im Schweinesektor. Beide Entwicklungen erhöhen den Bedarf an proteinreichen Futtermitteln wie Sojaschrot.

Zu den größten Verbrauchsländern innerhalb der EU zählen derzeit Spanien mit 4,5 Millionen Tonnen, Italien mit 3,6 Millionen Tonnen sowie Frankreich mit einem Verbrauch von 3,4 Millionen Tonnen. Polen und Deutschland folgen mit 3,1 beziehungsweise 3 Millionen Tonnen.

Insgesamt entfällt damit auf diese fünf Mitgliedstaaten ein Anteil von rund 60 Prozent des gesamten Sojaschrotverbrauchs in der Europäischen Union. Damit spielen sie eine zentrale Rolle in der europäischen Eiweißstrategie – insbesondere mit Blick auf eine nachhaltige und gentechnikfreie Tierfütterung.

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