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Norwegen stoppt Turbo-Hähnchen: Ross 308 bis 2027 verboten

In einem bedeutenden Schritt für das Tierwohl hat Norwegen beschlossen, die weitverbreitete Mastlinie Ross 308 bis Ende 2027 vollständig aus der Geflügelhaltung zu entfernen. Diese Linie, oft als „Turbo-Hähnchen“ bekannt, ist für ihre schnelle Wachstumsrate berüchtigt. Norwegen wird damit weltweit das erste Land sein, das diese Zuchtlinie komplett verbannt, wie das Fachmagazin Feedstuffs berichtet.

Schrittweise Umstellung in der Geflügelwirtschaft

Die norwegischen Betriebe planen eine stufenweise Umstellung. Ziel ist es, bestehende Herden regulär auslaufen zu lassen und die Bestände schrittweise durch alternative Linien zu ersetzen. Diese Entscheidung könnte Signalwirkung haben, denn in anderen Ländern, wie etwa Deutschland, dominiert Ross 308 den Markt mit einem Anteil von über 80 Prozent. Zwar gibt es Bemühungen um tierfreundlichere Programme mit veränderten Haltungsbedingungen, doch bleibt die genetische Grundlage oft dieselbe.

Umfangreiche Auswirkungen auf Millionen von Tieren

Laut Animal Welfare Alliance wird der Schritt Norwegens mehr als 70 Millionen Masthühner betreffen. Weiterhin soll spätestens ab dem 1. Juli 2027 auch das Töten männlicher Küken in der Eierproduktion eingestellt werden. Dies stellt einen weiteren Meilenstein in den Bemühungen um höhere Tierwohlstandards dar.

Kollektive Verpflichtung der Branche

Diese Maßnahmen wurden durch eine gemeinsame Erklärung des Fleisch- und Eierkonzerns Nortura SA sowie des Branchenverbands Norwegian Meat & Poultry Industry Association (KLF) untermauert. Beide Organisationen verpflichten sich dazu, die genannten Tierwohlmaßnahmen umzusetzen und die Umstellung in Etappen zu vollziehen, um den Betrieben eine reibungslose Anpassung zu ermöglichen.