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Weizenpreise fallen stark: Wiedereröffnung der Straße von Hormus erwartet

Die Preise für Weizen sind Mitte Juni deutlich gesunken, und mehrere Faktoren tragen zu diesem Rückgang bei. Ein wesentlicher Grund ist die Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die für den weltweiten Handel von großer Bedeutung ist. Diese Entwicklung könnte die Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln wie Düngemitteln und Kraftstoffen verbessern, was den Landwirten eine effizientere Produktion ermöglicht.

Steigende Ernteprognosen für Russland und die Ukraine

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Erntevorhersagen für wichtige Produktionsländer nach oben korrigiert. Besonders in der Schwarzmeerregion werden positive Entwicklungen erwartet: Für Russland wurde die Prognose um 2 Millionen Tonnen auf insgesamt 88 Millionen Tonnen erhöht. Einige lokale Analysten gehen sogar davon aus, dass die tatsächliche Produktion über 90 Millionen Tonnen liegen könnte. Auch in der Ukraine zeigt sich dank einer Analyse von Argus Media ein vielversprechendes Bild für die kommende Ernte.

An der Euronext fielen die Weizenkontrakte für September 2026 zuletzt auf 200 Euro je Tonne, was den niedrigsten Wert seit Ende Februar darstellt. Am Hamburger Exporthafen wurden für Weizen der neuen Ernte zuletzt 207 Euro pro Tonne geboten, was einem Rückgang von 9 Euro im Vergleich zu Anfang Juni entspricht.

Gemischte Aussichten in Europa und anderen Regionen

Die weltweite Weizenproduktion im Wirtschaftsjahr 2026/2027 wird laut USDA um 1 Million Tonnen auf insgesamt 820 Millionen Tonnen geschätzt. Dennoch bleibt die globale Nachfrage mit einer Korrektur um 1,4 Millionen Tonnen auf 824,6 Millionen Tonnen höher als das Angebot. In Europa bleibt die Produktionsprognose stabil bei 136 Millionen Tonnen, während Australien einen Rückgang um 2 Millionen Tonnen auf 28 Millionen Tonnen verzeichnen muss.

In Frankreich haben unterschiedliche Wetterbedingungen zu gemischten Ergebnissen bei der Gerstenernte geführt. Der Anteil an Weizenbeständen in gutem bis hervorragendem Zustand wurde jedoch durch kürzliche Regenfälle laut FranceAgrimer um einen Prozentpunkt auf 77 % erhöht.

Wetterbedingungen beeinflussen Märkte weltweit

In den USA hat das USDA seine Prognose für die Winterweizenernte aufgrund von Dürrebedingungen um 2 % gesenkt. Besonders betroffen ist der „Hard Red Winter Wheat“, dessen Ertrag den niedrigsten Stand seit 1957 erreicht hat. Nur ein Viertel der Bestände wird als „gut bis ausgezeichnet“ bewertet, was einen historischen Tiefstand darstellt.

Die Preise für Mais folgen dem Abwärtstrend des Weizens an der Euronext und in den USA. Dank günstiger Wetterbedingungen und gesteigerten Produktionsprognosen in Südamerika setzte sich dieser Trend fort. Das USDA erhöhte die Produktionsschätzungen für Argentinien und Brasilien signifikant.

Raps- und Sojabohnenpreise unter Druck

An der Euronext sanken auch die Rapspreise angesichts niedrigerer Ölpreise weiter. In Kanada fiel der Preis ebenfalls im laufenden Handel. Die Sojabohnenpreise blieben nahe eines Viermonatstiefs, da ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise führte.

Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Nachfrage nach US-Agrarprodukten aus China schwach, was zusätzlich auf die Stimmung drückt. Die Sojabohnenverarbeitung in den USA hat sich zudem verlangsamt, da saisonale Wartungsarbeiten einige Anlagen stillgelegt haben.