Die globale Maisproduktion steht vor Herausforderungen, da der Internationale Getreiderat (IGC) seine Prognose für das Wirtschaftsjahr 2026/27 nach unten korrigiert hat. Die Produktion wird nun auf 1.305 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Rückgang von etwa 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind die europäischen Länder, mit Frankreich und Ungarn an der Spitze, wo die Ernteaussichten aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen gesunken sind.
Europäische Ernteerwartungen sinken
Die Ernteprognosen in der Europäischen Union wurden laut IGC um etwa 4 Millionen Tonnen reduziert, sodass die geschätzte Produktion bei 60 Millionen Tonnen liegt. Frankreich alleine sieht sich mit einem Rückgang von 3 Millionen Tonnen konfrontiert, bedingt durch Dürre und hohe Temperaturen. Diese Situation führt dazu, dass viele Flächen, die ursprünglich für Körnermais vorgesehen waren, nur noch für die Maissilage genutzt werden können. In Spanien hingegen könnten die Auswirkungen milder ausfallen, da dort Bewässerung eine bedeutende Rolle spielt.
Anstieg der Maispreise und weltweiter Verbrauch
Seit Mitte Juni sind die Maispreise kontinuierlich gestiegen. An der Pariser Terminbörse Matif erhöhte sich der November-Kontrakt von 204,25 Euro pro Tonne am 15. Juni auf 255 Euro pro Tonne am 24. Juli. Diese Entwicklung wird begleitet von einem weltweit steigenden Maisverbrauch, den der IGC aktuell auf einen Rekordwert von 1.323 Millionen Tonnen schätzt.
Versorgungslage verschärft sich trotz stabiler Nachfrage
Trotz eines nur leicht steigenden Verbrauchs wird erwartet, dass sich die Versorgungslage im Jahr 2026/27 weiter verschärfen könnte. Die globalen Endbestände werden voraussichtlich bei 293 Millionen Tonnen liegen, was einen Rückgang um 5 Millionen Tonnen gegenüber der vorherigen Schätzung bedeutet. Besonders China verzeichnet seit dem Ende staatlicher Vorratsprogramme einen kontinuierlichen Lagerabbau.
Maishandel und US-amerikanische Einschätzungen
Der internationale Maishandel soll laut Prognosen auf einen Rekordwert von 204,9 Millionen Tonnen steigen, wobei besonders in der EU und Kenia höhere Importe erwartet werden. Auch Nordafrika und Südamerika zeigen eine starke Nachfrage nach Mais. Im Gegensatz dazu bleibt China weiterhin zurückhaltend mit Importen.
Trotz dieser Entwicklungen zeichnet der IGC ein etwas optimistisches Bild im Vergleich zum US-Landwirtschaftsministerium (USDA). Während das USDA die Weltmaisproduktion niedriger einschätzt, hält der IGC an einer höheren Prognose fest.
