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Trockenheit treibt Kartoffelpreise in Westeuropa in die Höhe

Die anhaltende Trockenheit in Teilen Westeuropas, insbesondere in Belgien, Frankreich und Deutschland, wirkt sich weiterhin negativ auf die Ertragsprognosen für Kartoffeln aus. Infolge der extremen Dürre steigen die Preise für Industriekartoffeln signifikant, während der Markt für Speisefrühkartoffeln relativ stabil bleibt.

Trockenheit verschärft Ertragssituation

Laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) hat sich die Trockenheit in Westeuropa zuletzt weiter verschärft. Besonders in Wallonien und im Westen Flanderns herrscht extreme Trockenheit, was vor allem die frühen Anbaugebiete für Verarbeitungskartoffeln betrifft. Die Beregnungsmöglichkeiten sind dort begrenzt. Proberodungen zeigen ein heterogenes Bild: Während die frühe Sorte Amora durchschnittlich noch 37 Tonnen pro Hektar erreicht, liegt die spätere Sorte Sinora bei nur 26 Tonnen pro Hektar. Diese Werte liegen deutlich unter den Vorjahresergebnissen.

In Frankreich stellt sich die Situation durch Hitze und Trockenheit noch angespannter dar. Jedoch kann hier ein größerer Anteil der Felder bewässert werden, was die Lage etwas abmildern könnte.

Steigende Preise für Lagerkartoffeln

Die Preise für Lagerkartoffeln sind in der letzten Woche merklich angestiegen. Die belgischen Verbände Fiwap und Viaverda haben ihre Notierungen erhöht; so liegt die Sorte Fontane nun zwischen 10 und 15 Euro pro Dezitonne. Auch andere Kategorien wie Industrie-Frühkartoffeln haben eine Preissteigerung erfahren.

Potato NL berichtet von ähnlichen Tendenzen: Industrieware der Kategorie 1 kostet inzwischen zwischen 10 und 15 Euro pro 100 Kilogramm, während Ware für Pommes frites auf bis zu 20 Euro gestiegen ist. Diese Entwicklungen spiegeln auch die aktuelle Erwartung einer geringeren Ernte wider, wie sie von der EU-Kommission prognostiziert wird.

Prognose: Schwächere Erträge im Überblick

Die MARS-Prognose zeigt, dass die diesjährigen Kartoffelerträge im EU-Mittel etwa ein Prozent unter dem Fünfjahresmittel liegen könnten. Besonders Regionen ohne Bewässerungsmöglichkeiten sind stark betroffen. Für Deutschland wird ein Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Fünfjahresmittel erwartet, wobei auch die Anbaufläche geringer als im Vorjahr ist.

Innerhalb Deutschlands variiert das Bild: Im Norden werden zufriedenstellende Erträge gemeldet, während im Süden geringere Erträge festgestellt werden. Vor allem unberegnete Flächen sind betroffen.

Marktentwicklung und Rohstoffsicherung

Trotz Ferienzeit läuft der Absatz am Speisemarkt gut, wobei Importware keine Rolle mehr spielt. Die Preise für Frühkartoffeln bleiben stabil trotz wachsendem Angebot. Es besteht jedoch Sorge vor einer weiteren Hitzewelle, die den Beständen zusetzen könnte.

Pommes-frites-Fabriken sichern sich bereits jetzt Lagerware guter Qualität aus den Kühllagern. In Nordrhein-Westfalen wurden erste Mengen früher Industriekartoffeln geerntet; erste Notierungen zeigen Preise von bis zu 22,50 Euro pro 100 Kilogramm für bestimmte Sorten.

Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass Verarbeiter mit einem knappen Angebot im Herbst rechnen und deshalb frühzeitig Rohstoffe sichern.