Die Milchanlieferung in der Europäischen Union zeigt im Mai 2026 einen moderaten Anstieg von 2,4 % im Vergleich zu den Vorjahren, berichtet die Zentralstelle für Marktberichte (ZMB). Dies stellt eine Verlangsamung im Wachstum dar, nachdem die Zuwächse in den Vormonaten deutlicher ausfielen.
Rückgang der Milchproduktion in Frankreich beeinflusst Gesamtergebnis
Im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 verzeichneten die Molkereien der EU eine durchschnittliche Erfassung von 3,8 % mehr Milch als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ein saisonaler Höhepunkt wurde bereits im April erreicht. Der Rückgang des Wachstums im Mai lässt sich unter anderem auf einen signifikanten Rückgang in Frankreich zurückführen, wo die Milchproduktion erstmals seit Jahresbeginn unter das Niveau des Vorjahres fiel.
Der Einfluss von Hitzeperioden im Juni dürfte sich ebenfalls auf die künftigen Statistiken auswirken. Erste wöchentliche Erhebungen aus Deutschland und Frankreich weisen bereits auf eine Reduzierung der Milchanlieferungen hin, auch wenn sich die Situation mancherorts wieder stabilisiert hat.
Anstieg bei Exporten von Milchprodukten
Trotz der gedämpften Zuwächse in der Milchproduktion stiegen die Exporte von Milchprodukten aus der EU. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg bei Magermilchpulver um 11 %, wodurch insgesamt 367.700 Tonnen exportiert wurden. Algerien bleibt hierbei der größte Abnehmer. Auch die Käseausfuhren nahmen um 4 % zu und erreichten etwa 595.000 Tonnen.
Die Butterexporte verzeichneten dank verbesserter Wettbewerbsfähigkeit ein beeindruckendes Wachstum von 36 %. Die wichtigsten Märkte für diese Produkte waren die USA, das Vereinigte Königreich, China und Saudi-Arabien.
Unterschiedliche Importtrends bei Milchprodukten
Bei den Importen zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen je nach Produktgruppe. So stiegen die Einfuhren von Butter und Käse, insbesondere aus dem Vereinigten Königreich. Im Gegensatz dazu wurden Vollmilchpulver und flüssige Milch weniger importiert als in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026.
Laut ZMB hat die EU-Milchwirtschaft zwar mit Herausforderungen wie Wetterextremen zu kämpfen, zeigt jedoch auch Anpassungsfähigkeit durch gesteigerte Exporte und strategische Marktdurchdringung in wichtigen Absatzmärkten.
