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Polnischer Zuckerpreis sinkt um 17,3 %, deutscher steigt weiter

Der polnische Zuckermarkt steht derzeit unter großem Druck, da die Zuckerpreise im Land um 17,3 % gesunken sind, während sie in Deutschland leicht um 2,6 % gestiegen sind. Diese ungleiche Entwicklung sorgt für Besorgnis unter den Zuckerrübenanbauern und Produzenten in Polen. Die Landwirtschaftskammer Großpolen fordert eine Untersuchung der Preisunterschiede durch das Agrarministerium, da einfache Marktmechanismen diese Diskrepanz nicht erklären können.

Sinkende Preise und wirtschaftliche Folgen

Laut dem Institut für Agrar- und Ernährungsökonomie ist der Rückgang der Zuckerpreise in Polen deutlich stärker als der EU-Durchschnitt von 2,7 %. Die Landwirtschaftskammer Großpolen vermutet daher Preisdumping durch ausländische Unternehmen, die möglicherweise Zucker unter den Produktionskosten verkaufen. Das Überangebot an Zucker in Polen, das zwischen 2 und 2,1 Millionen Tonnen liegt, könnte die Preise zusätzlich drücken, reicht jedoch nicht aus, um den gesamten Preisverfall zu erklären.

Die sinkenden Zuckerpreise wirken sich auch negativ auf die polnischen Zuckerfabriken aus. Diese zahlen nun weniger für Zuckerrüben und verschlechtern die Bedingungen für neue Verträge. Besonders betroffen sind Landwirte, die kürzlich in erweiterte Anbauflächen oder Spezialmaschinen investiert haben.

Globale Einflüsse auf den Zuckermarkt

Die globale Zuckerproduktion stieg laut US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in der Saison 2024/2025 um 2,9 %, was zu einem reichlichen Angebot und fallenden Preisen führte. Brasilien und Indien verzeichneten dabei die größten Produktionszuwächse. In Europa verhindert das hohe weltweite Angebot eine Erholung der Zuckerpreise trotz sinkender EU-Produktion um 7 %.

Polen hat ebenfalls seine Zuckerrübenanbaufläche reduziert, was zu einer geschätzten Ernte von rund 16,9 Millionen Tonnen führt – ein Rückgang von etwa 8 %. Trotz dieser Einschränkung wird kein signifikanter Preisanstieg erwartet.

Kritik am Mercosur-Abkommen

Das Handelsabkommen zwischen der EU und Mercosur bereitet den polnischen Produzenten Sorgen. Eine Schutzklausel soll den europäischen Markt vor billigen Importen schützen. Der polnische Zuckerproduzentenverband zweifelt jedoch an der Wirksamkeit dieser Maßnahme. Zollkontingente werden meist früh im Jahr ausgeschöpft und niedrigere Weltmarktpreise sind üblich.

Die Landwirtschaftskammern fordern zudem vom Ministerium für Landwirtschaft Maßnahmen zur Kontrolle des Marktes. Sie untersuchen derzeit mögliche Fälle von Preisdumping oder anderen wettbewerbsbeschränkenden Praktiken auf dem polnischen Markt.

Aussicht auf Unterstützung ungewiss

Produzenten befürchten, dass die Schutzmaßnahmen der EU weitgehend symbolisch bleiben könnten. Auch die angekündigte Sicherheitsreserve von 6,3 Milliarden Euro lässt offen, wie viel davon tatsächlich an Rübenanbauer fließen wird. Die Regierung betont jedoch die Dringlichkeit eines schnellen Eingreifens, um langfristige Schäden im Agrarsektor zu vermeiden.