Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Indien trotz eines relativ kleinen Bestands von nur 9 Millionen Schweinen rasant aus. Laut einem aktuellen Bericht des indischen Ministeriums für Fischerei, Viehzucht und Milchwirtschaft sind im Jahr 2025 bereits 21.400 Schweine an der Seuche verendet, während über 13.000 Tiere gekeult werden mussten. Das Virus hat 15 der insgesamt 28 Bundesstaaten befallen und zeigt damit seine hohe Ansteckungsgefahr.
Ausbreitung in Kleinbetrieben
Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die ASP vor allem in kleinen Dörfern und landwirtschaftlichen Betrieben ein Problem. Häufige Ausbrüche in Hinterhofhaltungen führen zu erheblichen Tierverlusten und tragen zur Verbreitung des Virus bei. Auch Wildschweine sind betroffen, wie Studien in Nationalparks im Süden Indiens zeigen.
Die Seuche trat erstmals im Jahr 2020 im Nordosten Indiens auf, einer Region mit hohem Schweinefleischkonsum. Von dort aus verbreitete sich das Virus über das gesamte Land. Es legte eine Strecke von 5.600 Kilometern zurück – von Nordostchina bis zur indischen Grenze zu Pakistan.
Länger andauerndes Problem
Bereits im Jahr 2024 wurde ASP in 23 Bundesstaaten registriert. Damals starben etwa 99.300 Schweine, während mehr als 51.200 Tiere gekeult wurden. Diese Zahlen sind zwar im internationalen Vergleich gering, doch angesichts des kleinen indischen Schweinebestandes besorgniserregend.
Einer der Gründe für den überschaubaren Bestand ist die Ernährungsweise in Indien, wo Fleisch weniger häufig konsumiert wird als beispielsweise in China.
Biosicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung
Um die Ausbreitung der ASP einzudämmen, setzen indische Behörden auf Maßnahmen wie Isolierung und Quarantäne. Der Bundesstaat Assam hat neue Protokolle zur Biosicherheit eingeführt, die Zonierung und Kompartimentierung umfassen.
Zudem sollen Zutritte zu landwirtschaftlichen Betrieben und Tierbewegungen streng kontrolliert werden. Schweinehalter werden angehalten, umfangreiche Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen sowie tägliche Gesundheitskontrollen durchzuführen, um das Virus unter Kontrolle zu halten.
