Anzeige
 

Südkorea importiert 230 Mio. Eier zur Stabilisierung des Marktes

In Südkorea ist die Versorgung mit Eiern angespannt. Ursache ist ein Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza, der zu erheblichen Verlusten in der Legehennenpopulation geführt hat. Um den Markt zu stabilisieren und Preisanstiege abzufedern, plant die Regierung umfangreiche Importe von Konsumeiern.

Importe zur Stabilisierung von Angebot und Preisen

Das südkoreanische Landwirtschaftsministerium hat angekündigt, bis Anfang August wöchentlich etwa 20 Millionen Eier aus dem Ausland zu importieren. Die Regierung hat hierfür einen Betrag von umgerechnet etwa 59 Millionen Euro bereitgestellt. Diese Importe sollen die Versorgungslücke schließen, die durch die Keulung von rund 11,3 Millionen Legehennen entstanden ist. Diese Maßnahme war notwendig geworden, um die Ausbreitung der Vogelgrippe zu stoppen.

Aktuell umfasst das Importvolumen etwa 230 Millionen Eier, wobei bereits Verträge über 101,6 Millionen Stück abgeschlossen sind. Rund 52,2 Millionen Eier sind bereits im Land eingetroffen. Neben den USA und Thailand zählt auch Brasilien zu den wichtigen Lieferländern.

Bedeutung der Importe für den Markt

Die tägliche Eierproduktion in Südkorea liegt derzeit zwischen 46 und 47 Millionen Stück. Ein stabiler Markt benötigt jedoch etwa 50 Millionen Eier pro Tag, was einen täglichen Mangel von drei bis vier Millionen Eiern bedeutet. Selbst das geplante Importvolumen deckt lediglich den Bedarf von viereinhalb Tagen vollständig ab. Daher sollen die Einfuhren vorrangig kurzfristige Schwankungen im Angebot ausgleichen.

Die Knappheit auf dem Markt hat bereits zu einem Anstieg der Verbraucherpreise geführt. Laut einem Bericht des USDA lag der Preis für eine Packung mit 30 Eiern im ersten Halbjahr 2026 bei durchschnittlich 4,23 Euro, was einem Anstieg von 5,3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Mitte Juni stieg dieser Preis auf durchschnittlich 4,48 Euro an.

Erholung der heimischen Produktion erwartet

Das südkoreanische Landwirtschaftsministerium prognostiziert eine Erholung der heimischen Ei-Produktion ab August. Viele Junghennen, die im Frühjahr eingestallt wurden, werden dann ihre Legereife erreichen. Infolgedessen soll der Umfang der Importe schrittweise an die Entwicklung der heimischen Produktion angepasst werden.

Private Importeure müssen sich einem Ausschreibungsverfahren unterziehen, um die Eier ins Land zu bringen. Die Kosten für Transport und Umpacken werden teilweise aus dem staatlichen Preisstabilisierungsfonds erstattet. Ohne diese finanziellen Unterstützungen wären Importe laut USDA wirtschaftlich schwierig umzusetzen.

Zukunftsperspektiven für Südkoreas Eiermarkt

Südkorea steht vor der Herausforderung, nicht nur kurzfristige Engpässe zu bewältigen, sondern auch langfristig eine stabile Versorgung sicherzustellen. Die Maßnahmen zur Erhöhung des Imports sowie zur Unterstützung heimischer Produzenten sind Schritte in diese Richtung. Doch bleibt abzuwarten, wie schnell sich die heimische Produktion tatsächlich erholt und ob weitere Maßnahmen erforderlich sein werden.