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Wildvögel tragen H5N1: Warum sie gesund bleiben und was das für Landwirte bedeutet

Seit Herbst 2025 erleben Landwirte in Europa eine herausfordernde Zeit durch die rasante Ausbreitung des hochpathogenen aviären Influenzavirus (HPAIV) vom Subtyp H5N1 in einer neuen Variante. Diese Seuchenlage, die sich seit Oktober verstärkt hat, betrifft vor allem Wildvögel und Geflügelhaltungen. In Deutschland wurden bis Dezember über 180 Ausbrüche gemeldet, was für die betroffenen Betriebe erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen hat. Wildvögel, welche das Virus tragen, zeigen oft keine Krankheitssymptome, was die Eindämmung weiter erschwert.

Laut Prof. Dr. Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut könnte eine Herdenimmunität unter Wildvögeln eine Erklärung dafür sein, warum viele Vögel das Virus überleben und dennoch ausscheiden. Diese Immunität stellt jedoch keine vollständige Barriere dar, da insbesondere Kraniche stark betroffen sind. Rund 18.500 dieser Vögel sind bereits verendet, was auf eine fehlende Immunität gegenüber der neuen Virusvariante hinweist.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass das Virus auch andere Tierarten bedrohen kann. In Einzelfällen wurden Füchse und Waschbären positiv getestet; das Risiko für Rinder wird jedoch als gering eingeschätzt. Umso wichtiger ist es für Landwirte, präventive Maßnahmen zu treffen und unklare Symptome bei Rindern auf H5N1 untersuchen zu lassen.

Für Menschen stellt das H5N1-Virus derzeit ein geringes Risiko dar, da Übertragungen selten sind und meist milde verlaufen. Allerdings sollten Personen im direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel oder Säugetieren Schutzkleidung tragen, um eine potenzielle Ansteckung zu vermeiden.

Die Langzeitfolgen der Vogelgrippe für die Landwirtschaft könnten bedeutend sein, da sich das Virus dauerhaft in den Wildtierpopulationen etabliert hat und saisonal größere Ausbrüche verursachen könnte. Daher müssen Landwirte verstärkt auf Biosicherheitsmaßnahmen setzen und sich auf wiederkehrende Bedrohungen einstellen.

Ein möglicher Lösungsansatz könnte in der Impfung bestimmter Geflügelarten liegen; dies erfordert jedoch umfassende Planung und begleitende Überwachungsuntersuchungen, um Handelsrestriktionen zu vermeiden. Eine solche Strategie wäre kostenintensiv und müsste gut vorbereitet werden, um den wirtschaftlichen Druck auf Betriebe nicht noch weiter zu erhöhen.