Anzeige
 

Kanadas assoziierte EU-Mitgliedschaft: Keine Auswirkungen auf Landwirtschaft

Die Möglichkeit einer assoziierten EU-Mitgliedschaft Kanadas hat kürzlich Aufmerksamkeit erregt, nachdem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen diese Idee in ihrer Rede zur Lage der Union ins Spiel gebracht hatte. Während viele sich fragen, welche Auswirkungen dies auf die europäische Landwirtschaft haben könnte, scheint es zunächst keine direkten Konsequenzen zu geben.

Kanadische Agrarpolitik bleibt außen vor

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat klargestellt, dass die geplante Zusammenarbeit mit der EU vorerst keine agrarpolitischen Themen umfassen soll. In seiner Rede im Straßburger Parlament betonte er, dass der Fokus auf anderen Bereichen wie kritischen Rohstoffen, Verteidigungsprojekten und Künstlicher Intelligenz liegen solle. Auch Programme wie Erasmus und Horizon könnten Bestandteil der Kooperation sein.

Ein entscheidender Punkt ist, dass Carney den Handel mit „nicht-landwirtschaftlichen Gütern“ intensivieren möchte. Dies deutet darauf hin, dass landwirtschaftliche Angelegenheiten vorerst von den Verhandlungen ausgenommen bleiben könnten.

Keine Änderungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

Eine Integration Kanadas in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) oder eine Zusammenarbeit in phytosanitären Fragen und Lebensmittelsicherheit wurde nicht erwähnt. Aufgrund der Komplexität dieser Themen scheinen beide Seiten daran interessiert zu sein, diese aus den Gesprächen herauszuhalten.

Wachsender Agrarhandel dank CETA

Trotzdem zeigt sich eine positive Entwicklung im Agrarhandel zwischen der EU und Kanada. Das seit fast einem Jahrzehnt bestehende Handelsabkommen CETA hat das Wachstum in diesem Sektor gefördert. Laut Angaben der EU-Kommission stiegen die Exporte aus der EU nach Kanada zuletzt um durchschnittlich 5,5% pro Jahr, während die Importe aus Kanada um 8,4% zulegten.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich eine potenzielle assoziierte Mitgliedschaft Kanadas weiterentwickelt und welche langfristigen Auswirkungen dies auf verschiedene Bereiche haben könnte – insbesondere dann, wenn landwirtschaftliche Themen doch noch auf die Agenda kommen sollten.