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Stallbeleuchtung für Hühner: Licht, Lux und Lichtdauer richtig planen

Licht beeinflusst bei Hühnern weit mehr als die Sicht im Stall. Beleuchtungsstärke, Tageslänge, Lichtspektrum und Dunkelphasen wirken sich auf Aktivität, Ruheverhalten, Futteraufnahme und Fortpflanzung aus. Bei Legehennen lässt sich über das Lichtprogramm außerdem der Zeitpunkt der Geschlechtsreife und damit der Legebeginn beeinflussen.

Eine gute Stallbeleuchtung lässt sich deshalb nicht auf die Frage reduzieren, wie viele Lampen im Hühnerstall hängen. Entscheidend ist, welches Licht die Tiere erhalten, wie hell es auf Tierhöhe tatsächlich ist, wie lange der Lichttag dauert und wie der Wechsel zwischen Tag und Nacht erfolgt. Hinzu kommt, dass Hühner Licht anders wahrnehmen als Menschen: Ein Stall, der für das menschliche Auge ausreichend hell erscheint, ist damit noch nicht automatisch passend beleuchtet.

Warum Licht für Hühner eine besondere Bedeutung hat

Das Sehvermögen von Geflügel unterscheidet sich deutlich vom menschlichen Sehen. Hühner verfügen über vier Zapfentypen für das Farbsehen und können auch Strahlung im UV-A-Bereich wahrnehmen, während Menschen drei Zapfentypen besitzen. Außerdem können Hühner schnelle Helligkeitsänderungen anders wahrnehmen als Menschen.

Das hat unmittelbare Folgen für die Stallbeleuchtung. Eine LED-Leuchte, die für einen Menschen gleichmäßig und angenehm erscheint, kann für das Tier flimmern, wenn Leuchte, Vorschaltelektronik oder Dimmung ungeeignet sind. Für die Beurteilung einer Beleuchtungsanlage müssen deshalb mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet werden: Beleuchtungsstärke, tägliche Lichtdauer, Lichtspektrum, Lichtverteilung und Flimmerverhalten.

Wie viel Licht brauchen Hühner im Stall?

Eine einzige Luxzahl, die für alle Hühner und jeden Stall gilt, gibt es nicht. Alter, Nutzungsrichtung, Haltungssystem und Stallbereich spielen bei der Festlegung der Beleuchtungsstärke eine Rolle. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Legehennen und Masthühnern.

Für Masthühner enthält die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung eine konkrete Mindestanforderung. Während der Lichtstunden müssen mindestens 20 Lux erreicht werden, gemessen in Kopfhöhe der Tiere; mindestens 80 Prozent der Nutzfläche müssen entsprechend ausgeleuchtet sein. Für Legehennen enthält die Verordnung dagegen keinen allgemeinen Lux-Mindestwert während der Hellphase. Als fachlicher Orientierungswert werden häufig etwa 20 Lux auf Tierhöhe herangezogen, wobei je nach Haltungssystem und Stallbereich andere Beleuchtungsstärken sinnvoll sein können.

Eine ausführliche Einordnung der Werte, gesetzlichen Anforderungen und richtigen Messpunkte enthält der Beitrag Wie viel Lux brauchen Hühner im Stall?.

Nicht jeder Stallbereich muss gleich hell sein

Bei Legehennen ist eine völlig gleichmäßige Helligkeit über den gesamten Stall nicht unbedingt sinnvoll. Scharr-, Futter- und Tränkebereiche benötigen ausreichend Licht, während Legenester deutlich dunkler sein sollen. Als Orientierungswert werden für Nester weniger als 5 Lux empfohlen.

Auch Sitzstangen, Volierenebenen und Verkehrswege der Tiere müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Ziel ist deshalb nicht eine möglichst hohe durchschnittliche Beleuchtungsstärke im gesamten Stall, sondern eine auf die jeweiligen Funktionen abgestimmte Lichtverteilung.

Lux allein beschreibt die Lichtqualität nicht

Lux ist die gebräuchliche Einheit für die Beleuchtungsstärke. Ein Lux entspricht einem Lumen Lichtstrom pro Quadratmeter. Der Lux-Wert orientiert sich allerdings an der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges und beschreibt deshalb nicht vollständig, wie ein Huhn eine Lichtquelle wahrnimmt.

Für die Praxis bleibt die Luxmessung trotzdem wichtig, insbesondere weil gesetzliche Anforderungen damit formuliert werden. Sie sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Lichtspektrum, Farbtemperatur, UV-Anteile, Gleichmäßigkeit der Beleuchtung, Flimmerverhalten und tägliche Lichtdauer entscheiden gemeinsam darüber, wie geeignet ein Beleuchtungssystem für Geflügel ist.

Wie viele Stunden Licht brauchen Hühner?

Auch die Lichtdauer lässt sich nicht mit einem einzigen Wert beantworten. Bei Legehennen verändert sich das Lichtprogramm während der Aufzucht und der späteren Legeperiode, weil die Tageslänge gezielt eingesetzt wird, um die Entwicklung der Tiere und den Zeitpunkt des Legebeginns zu steuern. In der Legephase werden häufig etwa 14 bis 16 Stunden Gesamtlicht pro Tag eingesetzt; die DLG nennt 16 Stunden als obere Empfehlung für den Lichttag.

Das bedeutet allerdings nicht, dass mehr Licht automatisch mehr Eier bringt. Das Lichtprogramm muss zum Alter, Gewicht, Entwicklungsstand und zur Genetik der Tiere passen. Eine zu frühe oder ungeeignete Lichtstimulation kann die Entwicklung der Junghennen und den späteren Produktionsverlauf beeinflussen.

Mehr zur praktischen Steuerung der Tageslänge steht im Beitrag Wie lange brauchen Hühner Licht? Lichtprogramme für Legehennen.

Legehennen brauchen mindestens acht Stunden Nachtruhe

Bei künstlicher Beleuchtung muss Legehennen eine ununterbrochene Nachtruhe von mindestens acht Stunden ermöglicht werden. Während dieser Zeit soll die Beleuchtungsstärke auf weniger als 0,5 Lux reduziert werden, soweit dies die natürliche Beleuchtung zulässt. Zusätzlich ist eine ausreichende Dämmerungsphase erforderlich, damit die Tiere ihre Ruheplätze sicher aufsuchen können.

Diese Vorgabe macht deutlich, dass eine gute Beleuchtung nicht nur aus einer ausreichend hellen Tagesphase besteht. Ebenso wichtig ist eine klar definierte Nachtphase, in der die Tiere ungestört ruhen können.

Masthühner benötigen mindestens sechs Stunden Dunkelheit

Für Masthühner gelten andere Vorgaben. Spätestens ab dem siebten Tag nach der Einstallung bis drei Tage vor dem vorgesehenen Schlachttermin muss innerhalb von 24 Stunden grundsätzlich eine ununterbrochene Dunkelperiode von mindestens sechs Stunden eingehalten werden. Dämmerungsphasen zählen nicht zu diesen sechs Stunden.

Damit wird deutlich, dass Dauerlicht weder bei Legehennen noch bei Masthühnern zu einer geeigneten Standardbeleuchtung gehört. Welche Bedeutung die Nachtphase für Hühner hat, behandeln wir ausführlich im Beitrag Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?.

Brauchen Hühner im Winter künstliches Licht?

Nicht jeder Hühnerstall muss im Winter automatisch länger künstlich beleuchtet werden. Zunächst ist entscheidend, ob tagsüber genügend Licht in den Stall gelangt. Reicht das natürliche Licht für die Bedürfnisse der Tiere nicht aus, muss die Beleuchtung entsprechend ergänzt werden.

Davon zu unterscheiden ist die gezielte Verlängerung des Lichttages. Kurze Wintertage können bei Legehennen die Legeleistung beeinflussen, weshalb professionelle Betriebe mit definierten Lichtprogrammen arbeiten und die Tageslänge nicht allein von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang abhängig machen. Bei Hobbyhühnern ist eine künstliche Verlängerung dagegen nicht zwingend erforderlich, wenn eine geringere Legeleistung während der dunklen Jahreszeit akzeptiert wird.

Wird zusätzliches Licht eingesetzt, sollte dies mit festen Einschaltzeiten und einem stabilen Tagesrhythmus erfolgen. Häufig wechselnde Lichtzeiten oder spontane Verlängerungen und Verkürzungen des Tages sind ungünstig. Mehr dazu steht im Beitrag Hühnerstall im Winter beleuchten: Ist Kunstlicht nötig?.

Sollte man im Hühnerstall morgens oder abends Licht zuführen?

Bei kurzen Wintertagen stellt sich häufig die Frage, ob zusätzliches Licht besser morgens oder abends eingeschaltet werden sollte. Eine allgemeine Vorschrift dafür gibt es nicht. Wichtiger als die Entscheidung zwischen Morgen und Abend sind ein gleichmäßiger Tagesrhythmus und ein kontrollierter Übergang zwischen Hell- und Dunkelphase.

Bei kleineren Hühnerhaltungen kann es praktisch sein, den Lichttag am Morgen zu verlängern. Das Kunstlicht wird vor Sonnenaufgang eingeschaltet, während am Abend der natürliche Sonnenuntergang erhalten bleibt. Dadurch können die Hühner ihre Sitzplätze während der natürlichen Dämmerung aufsuchen.

In größeren Stallanlagen lässt sich der Lichttag auch am Abend verlängern. Dann sollte die Beleuchtung jedoch nicht plötzlich vollständig ausgeschaltet werden, sondern über eine geeignete Dämmerungsphase heruntergeregelt werden. Eine ausführliche Betrachtung beider Varianten gibt es unter Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?.

Warum eine Dämmerungsphase wichtig ist

Hühner beenden ihren Tag nicht in dem Moment, in dem ein Lichtschalter betätigt wird. Vor der Nacht suchen sie ihre Ruheplätze auf; in Volieren bewegen sie sich dabei häufig über mehrere Ebenen zu den Sitzstangen. Ein abrupter Wechsel von heller Beleuchtung zu völliger Dunkelheit kann diesen Ablauf stören.

Bei Legehennen schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung deshalb eine ausreichende Dämmerungsphase vor. Moderne Lichtsteuerungen können die Helligkeit schrittweise reduzieren und bei Bedarf verschiedene Stallbereiche nacheinander abdunkeln. Dadurch lässt sich die Bewegung der Tiere in Richtung ihrer Ruheplätze unterstützen.

Eine dimmbare Stallbeleuchtung bietet hier deutliche Vorteile gegenüber einem einfachen Ein-Aus-Betrieb. Entscheidend ist allerdings, dass auch die Dimmung selbst ohne für die Tiere problematisches Flimmern funktioniert.

Welches Licht mögen Hühner?

Die Frage wird häufig auf die Wahl zwischen Warmweiß und Kaltweiß reduziert. Für Hühner ist die Lichtwahrnehmung jedoch komplexer, weil sie ein breiteres Farbspektrum wahrnehmen können und auch UV-A-Anteile sehen. Deshalb entscheidet nicht allein die Farbtemperatur in Kelvin darüber, ob eine Lichtquelle für den Geflügelstall geeignet ist.

Zwei LED-Leuchten mit beispielsweise 3.000 Kelvin können deutlich unterschiedliche Spektren erzeugen. Neben der Farbtemperatur sind die spektrale Zusammensetzung, Rot-, Grün- und Blauanteile, mögliche UV-A-Anteile, Flimmerverhalten und Beleuchtungsstärke relevant.

Die Unterschiede zwischen Warmweiß, Kaltweiß, Rotlicht und breiteren Lichtspektren behandeln wir im Artikel Welche Lichtfarbe ist für Hühner geeignet?.

Ist Rotlicht für Hühner geeignet?

Rotes Licht wird in der Geflügelhaltung für bestimmte Zwecke eingesetzt. Daraus sollte jedoch nicht geschlossen werden, dass Hühner rotes Licht nicht wahrnehmen. Rotlicht ist für die Tiere sichtbar und kann deshalb nicht grundsätzlich als Ersatz für eine echte Dunkelphase dienen.

Auch bei Wärmelampen ist zwischen Wärmeversorgung und Beleuchtung zu unterscheiden. Muss beispielsweise bei Küken während der Nacht Wärme bereitgestellt werden, sollte dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass gleichzeitig die gesamte Nacht mit sichtbarem Licht beleuchtet wird.

Warum flimmerfreies Licht im Hühnerstall wichtig ist

Bei Geflügel muss dem Flimmerverhalten einer Leuchte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Hühner können schnelle Helligkeitswechsel wahrnehmen, die das menschliche Auge möglicherweise bereits als kontinuierliches Licht empfindet. Deshalb verlangt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung für Geflügel eine künstliche Beleuchtung, die entsprechend dem tierartspezifischen Wahrnehmungsvermögen flackerfrei ist.

Eine LED-Leuchte ist jedoch nicht automatisch flimmerfrei. Entscheidend ist das komplette Beleuchtungssystem aus LED-Leuchtmittel, Treiber, Vorschaltelektronik, Dimmer und Art der Leistungsregelung. Besonders beim Dimmen können ungünstige Kombinationen zu deutlichen Helligkeitsschwankungen führen.

Die technischen Anforderungen erläutert der Fachartikel LED-Beleuchtung im Hühnerstall: Worauf kommt es an?.

Welche Vorteile bietet LED-Beleuchtung im Hühnerstall?

LED-Technik eignet sich grundsätzlich gut für Geflügelställe, wenn Leuchten und Steuerung für diesen Einsatz entwickelt wurden. Moderne Anlagen können Lichttage automatisiert steuern, Helligkeit schrittweise verändern und verschiedene Stallbereiche getrennt schalten oder dimmen. Hinzu kommt der vergleichsweise geringe Stromverbrauch moderner LED-Leuchten.

Im Stall müssen allerdings zusätzliche Anforderungen erfüllt werden. Staub, Feuchtigkeit, Reinigungswasser und Bestandteile der Stallluft beanspruchen Leuchten und Elektronik stärker als in Wohn- oder Bürogebäuden. Bei der Auswahl sollten deshalb Flimmerverhalten, Dimmbarkeit, Schutzart, Materialbeständigkeit, Reinigungsmöglichkeiten, Lichtverteilung, Spektrum und die Eignung der Steuerung geprüft werden.

Die Wattzahl einer Leuchte allein eignet sich nicht zur Dimensionierung einer Stallbeleuchtung. Entscheidend ist, welche Beleuchtungsstärke auf Tierhöhe und in den einzelnen Funktionsbereichen tatsächlich erreicht wird.

Tageslicht gehört zum Beleuchtungskonzept

Fenster und andere Lichtöffnungen sollten bei der Planung nicht getrennt von der künstlichen Beleuchtung betrachtet werden. Für bestimmte Legehennen- und Masthühnerställe schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Lichtöffnungen mit einer Gesamtfläche von mindestens drei Prozent der Stallgrundfläche vor. Für bestimmte Bestandsgebäude bestehen Ausnahmen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Größe der Fensterflächen, sondern auch die Verteilung des Tageslichts im Stall. Sehr helle Sonnenflecken neben stark beschatteten Bereichen können erhebliche Helligkeitsunterschiede erzeugen. Zusätzlich verändert sich der natürliche Lichteinfall im Jahresverlauf, sodass ein Stall im Sommer ausreichend Tageslicht erhalten kann und im Winter stärker auf künstliche Beleuchtung angewiesen ist.

Wie Fenster, Tageslicht und LED-Beleuchtung aufeinander abgestimmt werden können, behandeln wir ausführlich unter Tageslicht im Hühnerstall: Fenster, Lichtverteilung und Schatten.

Direkte Sonne und starke Hell-Dunkel-Kontraste vermeiden

Mehr Licht ist nicht automatisch besser. Direkte Sonneneinstrahlung kann einzelne Bereiche des Stalles stark aufhellen, während unter Einrichtungen oder an Wänden gleichzeitig dunkle Zonen entstehen. Solche Kontraste können die Nutzung des Stalles durch die Tiere beeinflussen.

Bei der Lichtplanung ist deshalb nicht nur die durchschnittliche Beleuchtungsstärke relevant. Die Verteilung des Lichts über die gesamte Nutzfläche sollte ebenfalls erfasst werden. Ein Beleuchtungsplan ist besonders hilfreich, wenn er zeigt, welche Luxwerte an verschiedenen Messpunkten und in unterschiedlichen Stallbereichen erreicht werden.

Nicht nur direkt unter der Lampe messen

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Beleuchtungsstärke unmittelbar unter einer Leuchte zu messen und diesen Wert als repräsentativ für den Stall anzusehen. Direkt unter einer Lampe kann die Beleuchtungsstärke ein Vielfaches höher sein als zwischen zwei Leuchten oder am Rand des Stalles. Für eine aussagekräftige Kontrolle sind deshalb mehrere Messpunkte notwendig.

Bei Masthühnern wird in Kopfhöhe der Tiere gemessen. Bei Legehennen in Volierensystemen sollten zusätzlich unterschiedliche Ebenen berücksichtigt werden. Sinnvolle Messpunkte liegen beispielsweise direkt unter den Leuchten, zwischen zwei Leuchten, an Stallrändern, im Scharrbereich, an Futter- und Tränkelinien sowie im Bereich der Sitzstangen.

Auch Verschmutzungen sollten berücksichtigt werden. Staub auf Leuchten oder Fenstern kann die tatsächlich erreichbare Beleuchtungsstärke mit der Zeit reduzieren und dadurch die ursprünglich geplante Lichtverteilung verändern.

Beleuchtung der verschiedenen Stallbereiche

Ein guter Beleuchtungsplan berücksichtigt die Funktion einzelner Stallzonen. Scharrbereiche, Futter- und Tränkestellen, Legenester, Sitzstangen und Volierenebenen werden von den Tieren unterschiedlich genutzt und sollten deshalb nicht automatisch identische Lichtverhältnisse erhalten.

Scharrbereich

Der Scharrbereich gehört zu den Aktivitätszonen des Stalles. Die Tiere müssen Boden, Einstreu und Beschäftigungsmaterial ausreichend erkennen können. Eine passende Lichtverteilung kann zudem verhindern, dass besonders dunkle Bereiche entstehen, in denen sich Tiere unerwünscht konzentrieren.

Futter- und Tränkebereich

Futter und Wasser müssen für die Tiere gut erreichbar und erkennbar sein. Besonders in komplexen Volierensystemen sollte deshalb darauf geachtet werden, dass Einrichtungen nicht durch ungünstig positionierte Leuchten oder Bauteile stark beschattet werden. Auch hier ist die tatsächliche Beleuchtung auf Tierhöhe wichtiger als die reine Lampenleistung.

Legenester

Legenester sollen deutlich dunkler als die Aktivitätsbereiche sein. Ein geschützter und dunkler Nestbereich unterstützt die Nutzung der vorgesehenen Legenester. Zu helle Nester können dagegen ihre Attraktivität für die Hennen verringern.

Sitzstangen und Volieren

Am Ende des Tages müssen Hühner ihre Sitzstangen sicher erreichen können. Lichtsteuerung und Dämmerungsverlauf sollten deshalb so gestaltet sein, dass die Tiere ausreichend Zeit zum Aufbaumen haben. In Volieren reicht es zudem nicht, nur die Stallgrundfläche zu beleuchten, da die Tiere mehrere Höhenebenen nutzen.

Die Position der Leuchten muss daher so geplant werden, dass keine großen unbeabsichtigten Dunkelzonen innerhalb der Anlage entstehen. Gleichzeitig darf die Beleuchtung nicht so ausgelegt sein, dass einzelne Bereiche übermäßig hell werden und andere kaum Licht erhalten.

Wie lässt sich die Stallbeleuchtung kontrollieren?

Eine Beleuchtungsanlage sollte nicht nur direkt nach der Installation überprüft werden. Im laufenden Betrieb verändern sich die Bedingungen: Staub lagert sich auf Lampen ab, Fenster verschmutzen, einzelne Leuchten können an Leistung verlieren oder ausfallen. Auch Änderungen an Dimmern oder Zeitprogrammen können die tatsächlichen Lichtverhältnisse beeinflussen.

Regelmäßig kontrolliert werden sollten daher die Beleuchtungsstärke an mehreren Stellen, die Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung, die Funktion der Leuchten, die Dämmerungsphasen, Ein- und Ausschaltzeiten sowie die vorgesehene Dunkelphase. Auch das Verhalten der Tiere liefert Hinweise darauf, ob einzelne Stallbereiche ungünstig beleuchtet sind.

Bei auffälligen Veränderungen innerhalb der Herde sollte die Beleuchtung deshalb als möglicher Einflussfaktor berücksichtigt werden. Das gilt insbesondere dann, wenn sich Tiere auffällig in bestimmten Bereichen sammeln oder einzelne Zonen meiden.

Häufige Fehler bei der Stallbeleuchtung für Hühner

Zu den häufigsten Problemen gehört eine Beleuchtungsplanung allein nach Wattzahl oder Stückzahl der Lampen. Eine 20-Watt-LED sagt wenig darüber aus, wie viel Licht tatsächlich auf Tierhöhe ankommt. Ebenso problematisch sind Luxmessungen ausschließlich direkt unter den Leuchten oder eine Beurteilung nur anhand der subjektiv empfundenen Helligkeit.

Weitere typische Fehler sind starke Hell-Dunkel-Unterschiede, abruptes Ausschalten am Abend, zu kurze Dunkelphasen, dauerhaft eingeschaltetes Orientierungslicht, flimmernde LED-Systeme, nicht abgestimmte Dimmer und zu helle Legenester. Hinzu kommen häufig eine unzureichende Berücksichtigung des natürlichen Tageslichts sowie verschmutzte Leuchten, deren Lichtleistung mit der Zeit deutlich abnimmt.

Auch stark wechselnde Lichtprogramme sollten vermieden werden. Besonders bei Legehennen müssen Lichtdauer und Lichtverlauf mit Aufzucht, Alter und Produktionsphase der Tiere abgestimmt sein.

Brauchen Hühner nachts Licht?

Hühner benötigen eine regelmäßige Ruhe- und Dunkelphase. Eine dauerhaft eingeschaltete Stallbeleuchtung während der Nacht ist deshalb keine geeignete Standardlösung. Bei Legehennen beträgt die vorgeschriebene ununterbrochene Nachtruhe bei künstlicher Beleuchtung mindestens acht Stunden, bei Masthühnern gelten innerhalb des vorgeschriebenen Lichtprogramms mindestens sechs Stunden ununterbrochene Dunkelheit.

Ein schwaches Orientierungslicht kann in bestimmten Stallkonzepten zeitweise erforderlich sein. Es sollte jedoch nicht dazu führen, dass die Tiere während der gesamten Nacht einer dauerhaften Beleuchtung ausgesetzt sind. Mehr dazu erläutert der Beitrag Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?.

Legen Hühner mit mehr Licht mehr Eier?

Die Tageslänge hat einen deutlichen Einfluss auf die Fortpflanzungsphysiologie der Legehenne. Genau deshalb arbeiten professionelle Betriebe mit Lichtprogrammen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass sich durch immer längere Lichttage beliebig mehr Eier erzeugen lassen.

Die Lichtstimulation muss zum Alter und Entwicklungsstand der Tiere passen. Auch während der Legeperiode ist eine Begrenzung des Lichttages notwendig. Die Legeleistung hängt außerdem von Genetik, Alter, Fütterung, Körpergewicht, Tiergesundheit, Stallklima, Wasseraufnahme und weiteren Haltungsbedingungen ab.

Eine ungeeignete Fütterung oder gesundheitliche Probleme lassen sich deshalb nicht durch zusätzliche Lichtstunden ausgleichen. Beleuchtung ist ein wichtiger Teil des Managements, aber nur einer von mehreren Faktoren.

Welche Lampe eignet sich für einen Hühnerstall?

Eine geeignete Stallleuchte sollte nicht allein nach Preis, Wattzahl oder Farbtemperatur ausgewählt werden. Für Geflügel sind eine ausreichende und planbare Beleuchtungsstärke, gleichmäßige Lichtverteilung, ein geeignetes Spektrum und ein für das Wahrnehmungsvermögen der Tiere flackerfreier Betrieb besonders wichtig. Auch Dimmbarkeit, Schutzart, Materialbeständigkeit und Reinigungsmöglichkeiten spielen im Stall eine Rolle.

Bei größeren Anlagen sollte die Beleuchtung deshalb geplant und nach der Montage auf Tierhöhe gemessen werden. Eine gewöhnliche Haushalts-LED kann zwar ausreichend hell erscheinen, erfüllt aber nicht automatisch alle Anforderungen an eine Leuchte für die Geflügelhaltung.

Stallbeleuchtung für Hühner als Gesamtsystem planen

Eine gute Hühnerstallbeleuchtung entsteht aus dem Zusammenspiel von Beleuchtungsstärke, Lichtverteilung, Spektrum, Tageslänge, Dunkelphase und Steuerung. Ein einzelner Wert reicht für die Beurteilung nicht aus. 20 Lux können bei Masthühnern beispielsweise die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbeleuchtungsstärke erfüllen, ohne dass damit automatisch das gesamte Beleuchtungskonzept geeignet ist.

Bei Legehennen kommen unterschiedliche Funktionsbereiche hinzu. Aktivitätsbereiche benötigen andere Lichtverhältnisse als Nester oder Ruhebereiche, während Lichtprogramme und Dunkelphasen zum Alter und zur Produktionsphase passen müssen. Wer einen bestehenden Hühnerstall modernisiert oder eine neue LED-Anlage plant, sollte deshalb zuerst klären, welche Lichtbedingungen die Tiere in den einzelnen Stallbereichen benötigen, und erst danach Anzahl, Leistung, Position und Steuerung der Leuchten festlegen.

Quellen