Im Jahr 2027 stehen Landwirten in Deutschland signifikante Anpassungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bevor. Die Basisprämie, die bislang bei etwa 150 Euro pro Hektar lag, könnte auf rund 175 Euro ansteigen. Zudem wird eine Erhöhung der Prämien für die ersten Hektare erwartet: Die ersten 40 Hektar könnten mit etwa 83 Euro pro Hektar gefördert werden, während für die nächsten 20 Hektar ein Betrag von rund 48 Euro vorgesehen ist.
Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums
Diese Änderungen basieren auf einem Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Anpassung der Direktzahlungen-Verordnung. Es wird jedoch betont, dass diese Zahlen noch nicht endgültig sind und sich somit noch ändern könnten.
Neben den Basisprämien sollen auch die gekoppelten Zahlungen steigen. Der Entwurf sieht vor, dass Mutterkühe mit rund 100 Euro je Tier subventioniert werden könnten, während Mutterschafe und -ziegen mit knapp 46 Euro je Tier unterstützt werden sollen.
Erhöhte Mittel für Öko-Regelungen
Besonders im Bereich der Öko-Regelungen sind deutliche finanzielle Aufstockungen geplant. Für extensives Dauergrünland (Öko-Regelung 4) soll die Prämie von derzeit 100 auf 115 Euro pro Hektar steigen. Außerdem wird das Budget für die Öko-Regelung 5, welche Kennarten im Dauergrünland fördert, aufgrund gestiegener Nachfrage angepasst. Insgesamt stehen für diese Regelungen im Jahr 2027 zusätzliche Mittel in Höhe von218 Millionen Euro zur Verfügung.
Keine Umschichtungen in die Zweite Säule
Der Wegfall der Umschichtung von Geldern in die Zweite Säule erklärt teilweise die erhöhten Mittel für die Erste Säule im Jahr 2027. Bisher wurden jährlich etwa 15 Prozent der Direktzahlungsmittel in Programme der Zweiten Säule investiert, was ab dem genannten Jahr nicht mehr der Fall sein wird.
Zunächst hatte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer angedeutet, nur einen Teil der zusätzlich verfügbaren Mittel von ungefähr737 Millionen Euro direkt zu verwenden und den Rest für zukünftige Förderperioden zurückzuhalten. Aufgrund unterdurchschnittlicher Ernten sowie steigender Kosten für Dünger und Energie hat sich das Ministerium jedoch entschieden, diese Gelder vollständig schon im Jahr 2027 auszuzahlen.
Zukünftige Unsicherheiten bei der GAP-Finanzierung
Blickt man über das Jahr 2027 hinaus, so ist noch unklar, wie viel Geld ab dem Jahr 2028 im Rahmen der GAP bereitgestellt wird. Diese Frage wird in den kommenden Monaten Gegenstand von Verhandlungen in Brüssel sein. Im Zuge dieser Gespräche bestehen Befürchtungen hinsichtlich potenzieller Kürzungen im EU-Agrarbudget.
