Brasilien baut seine Stellung als wichtigster Sojalieferant der Europäischen Union deutlich aus. Während die Lieferungen aus Südamerika kräftig steigen, verlieren die USA, die Ukraine und Kanada erhebliche Marktanteile. Insgesamt importiert die EU allerdings etwas weniger Sojabohnen als im Vorjahr.
In den ersten 16 Wochen des Wirtschaftsjahres 2026/27, vom 1. Juli bis zum 18. Oktober 2026, importierte die Europäische Union insgesamt 3,57 Millionen Tonnen Sojabohnen. Nach vorläufigen Angaben der EU-Kommission entspricht das einem Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 3,66 Millionen Tonnen eingeführt wurden.
Auch gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2024/25 liegen die Einfuhren niedriger. Damals erreichten die Sojaimporte zum gleichen Zeitpunkt bereits 3,86 Millionen Tonnen. Das aktuelle Importvolumen bleibt damit rund 7,4 Prozent unter diesem Vergleichswert.
Brasilien deckt inzwischen 81 Prozent der EU-Sojaimporte
Besonders deutlich hat Brasilien seine Lieferungen in die EU ausgeweitet. Seit Beginn des laufenden Wirtschaftsjahres wurden 2,89 Millionen Tonnen brasilianische Sojabohnen eingeführt. Das sind 49,9 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, als die Einfuhren bei 1,93 Millionen Tonnen lagen.
Damit stammen inzwischen 81 Prozent aller importierten Sojabohnen aus Brasilien. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil noch 52,7 Prozent betragen. Innerhalb eines Jahres hat das südamerikanische Land seinen Marktanteil somit um mehr als 28 Prozentpunkte erhöht.
USA verlieren deutlich an Marktanteilen
Die Sojalieferungen aus den Vereinigten Staaten entwickelten sich dagegen rückläufig. Zwischen Anfang Juli und Mitte Oktober importierte die EU lediglich 466.830 Tonnen US-Sojabohnen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,25 Millionen Tonnen gewesen.
Die Einfuhren aus den USA verringerten sich damit auf etwa 37 Prozent des Vorjahresvolumens. Gleichzeitig sank ihr Anteil an den gesamten EU-Sojaimporten von 34 auf 13,1 Prozent.
Trotz dieses Rückgangs bleiben die Vereinigten Staaten nach Brasilien der zweitgrößte Sojalieferant der Europäischen Union.
Auch Ukraine und Kanada liefern erheblich weniger Soja
Einen ähnlich starken Rückgang verzeichnet die Ukraine. Ihre Sojaexporte in die EU beliefen sich in den ersten 16 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres auf 132.880 Tonnen. Im entsprechenden Zeitraum 2025/26 waren es noch 358.860 Tonnen gewesen.
Damit sanken die ukrainischen Lieferungen um rund 63 Prozent. Der Anteil der Ukraine am gesamten EU-Sojaimport verringerte sich von 9,8 auf 3,7 Prozent.
Auch Kanada verlor Marktanteile. Die Einfuhren kanadischer Sojabohnen gingen von 96.200 Tonnen im Vorjahreszeitraum auf nur noch 34.700 Tonnen zurück. Das entspricht einem Minus von knapp 64 Prozent. Kanadas Anteil an den EU-Importen sank dadurch von 2,6 auf rund 1 Prozent.
Die vorläufigen Handelsdaten zeigen damit eine deutliche Verschiebung der Lieferströme. Während die gesamten Sojaimporte der EU leicht zurückgehen, wird ein erheblich größerer Teil des Bedarfs durch Lieferungen aus Brasilien gedeckt.
