Die EU-Kommission zeigt sich offen für flexiblere Regelungen bei der Weidepflicht von Bio-Rindern, um den unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten gerecht zu werden. Dies stellt für viele Betriebe in Ortslagen eine Erleichterung dar, da die Umsetzung der Weidepflicht hier oft auf strukturelle Hindernisse stößt. Allerdings sind noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden.
EU erkennt regionale Unterschiede an
Laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium hat die EU-Kommission im Rahmen der Trilogverhandlungen zur EU-Ökoverordnung anerkannt, dass strukturelle Anpassungen mehr Zeit in Anspruch nehmen können. Die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung dieser Vorgaben liegt bei den einzelnen Ländern. Zudem erhalten sie mehr Spielraum bei der Berücksichtigung regionaler Anforderungen.
Bundesminister Rainer sieht Fortschritte
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer betont, dass er sich in Brüssel intensiv für pragmatische Lösungen eingesetzt habe. Seiner Meinung nach sollten langjährig erfolgreich wirtschaftende Bio-Betriebe nicht an kurzfristig unlösbaren strukturellen Herausforderungen scheitern. Obwohl er sich klarere Regelungen in der Öko-Verordnung gewünscht hätte, sieht er die Anerkennung der besonderen Herausforderungen und den Zeitbedarf für Anpassungen als wichtigen Fortschritt.
Anforderungen der EU-Ökoverordnung
Die EU-Ökoverordnung schreibt vor, dass Pflanzenfresser wie Rinder, Schafe und Ziegen Zugang zu Weideflächen haben müssen. Für einige Bio-Betriebe, insbesondere in dicht besiedelten Ortslagen, stellt dies eine große Herausforderung dar, da oft keine ausreichenden Flächen verfügbar sind oder erst langfristig bereitgestellt werden können.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) hebt hervor, dass die Weidepflicht grundsätzlich bestehen bleibt. Deutschland hat gemeinsam mit dem Europäischen Parlament darauf hingearbeitet, Klarheit im europäischen Recht zu schaffen. Die Bundesregierung plant nun eine detaillierte Prüfung der Ergebnisse aus den Trilogverhandlungen und wird sich weiterhin für vereinfachte und praktikable Lösungen einsetzen. Insbesondere sollen die Anforderungen an Überdachungen von Auslaufflächen in der ökologischen Tierhaltung überprüft werden.
