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IGC prognostiziert Rekord-Rapsernte bei gleichzeitigem Verbrauchsanstieg

Die weltweite Rapsernte steht vor einem Rekordjahr: Laut aktueller Prognosen des Internationalen Getreiderats (IGC) könnte die Produktion im Erntejahr 2026/27 auf 99,4 Millionen Tonnen ansteigen. Noch im September lag die Erwartung bei 97,7 Millionen Tonnen. Trotz des verbesserten Angebots bleibt der Markt voraussichtlich angespannt, da der Verbrauch in gleichem Maße zulegt.

Australien und Kanada als Schlüsselfaktoren

Die Korrektur der Rapsernteprognose beruht hauptsächlich auf Entwicklungen in Australien. Der IGC erhöhte dort seine Vorhersage um 400.000 Tonnen auf nunmehr 7,5 Millionen Tonnen. Diese Menge markiert die drittgrößte Rapsernte in der Geschichte des Landes. Besonders Westaustralien profitiert von Niederschlägen in den Monaten August und September, die das Defizit an anderen Standorten wie New South Wales teilweise ausgleichen konnten.

Auch in Kanada zeigt sich ein Aufwärtstrend: Der IGC beziffert die Produktion auf 22,1 Millionen Tonnen, was im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert ist, jedoch eine Steigerung um 600.000 Tonnen gegenüber der vorherigen Schätzung darstellt. Allerdings verzögerte sich die Ernte in Saskatchewan und Alberta aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen, sodass das endgültige Resultat noch vom weiteren Verlauf abhängig ist.

Steigende Nachfrage nach Rapsprodukten

Laut den neuesten Einschätzungen soll der globale Rapsverbrauch ebenfalls auf 99,4 Millionen Tonnen klettern. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber den 95,6 Millionen Tonnen im Vorjahr. Die steigende Nachfrage wird insbesondere durch den erhöhten Bedarf an Rapsöl für Lebensmittel und industrielle Einsatzzwecke getrieben. Zudem gewinnt Rapsschrot als Bestandteil von Futtermischungen an Bedeutung.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in Kanada: Hier wird erwartet, dass der Inlandsverbrauch von Canola-Produkten von 13,1 Millionen Tonnen im Vorjahr auf 14,5 Millionen Tonnen steigt. Dies ist vor allem auf erweiterte Verarbeitungskapazitäten und eine starke Nachfrage nach Canolaöl zurückzuführen, das überwiegend als Biokraftstoff in den USA verwendet wird.

Exportdynamik und Handelsverschiebungen

Trotz wachsender Inlandsnachfrage verzeichnet Kanada einen Rückgang beim Exportpotenzial für Rapssaaten. Der IGC geht davon aus, dass die Ausfuhren lediglich 7,8 Millionen Tonnen erreichen werden – ein Rückgang gegenüber den 9,1 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Im Gegensatz dazu könnten Australien und die Ukraine aufgrund größerer Ernten ihre Marktanteile ausbauen.

Der globale Handel mit Rapsprodukten bleibt robust: Der IGC prognostiziert ein Handelsvolumen von 19,2 Millionen Tonnen, leicht über dem Vorjahreswert von 19,1 Millionen Tonnen. Während China seine Importe möglicherweise auf 4,4 Millionen Tonnen steigert, sinkt die Nachfrage in Südasien bedingt durch hohe Anfangsbestände in Bangladesch und Pakistan.

Szenario für Europa

Trotz einer kleineren heimischen Ernte könnten größere Anfangsbestände in der Europäischen Union zur Stabilisierung beitragen. Der IGC rechnet damit, dass die EU-Importe etwa auf Vorjahresniveau bleiben werden. Die globalen Endbestände sollen sich bei rund 9,2 Millionen Tonnen einpendeln – eine leichte Zunahme von 100.000 Tonnen im Vergleich zu vorherigen Schätzungen.

Nichtsdestotrotz stehen diese Bestandszuwächse in Russland Rückgängen innerhalb der EU und anderen Regionen gegenüber und unterstreichen somit die dynamischen Veränderungen im globalen Rapsmarkt.