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Russische und ukrainische Exporte drücken Weizen- und Rapspreise

Die globalen Getreide- und Ölsaatenmärkte stehen derzeit unter erheblichem Druck. Ein Anstieg der Weizenexporte aus Russland und der Ukraine, kombiniert mit einem stärken Euro, drückt die Weizenpreise nach unten. Gleichzeitig verzeichnen Rapspreise in Paris deutliche Verluste, was auf schwache Sojapreise zurückzuführen ist.

Russische und ukrainische Exporte überraschen

Laut dem Beratungsunternehmen SovEcon hat Russland seine Weizenexporte für Oktober um 300.000 Tonnen erhöht, während die Ausfuhren für September um 200.000 Tonnen höher ausfallen als zuvor erwartet. Diese Steigerung erfolgt trotz der Tatsache, dass die Exportmengen unter den Vorjahreswerten bleiben. Russland nutzt alternative Routen über die Ostsee, da die Kapazitäten im Schwarzen Meer begrenzt sind. Diese Umleitungen stoßen jedoch auf Skepsis in den baltischen Staaten. Auch die Ukraine sucht nach neuen Exportwegen über osteuropäische Länder.

Weizenpreise in den USA unter Druck

In Chicago sinkt der Weizenpreis ebenfalls. Günstige Aussaatbedingungen belasten die Preise zusätzlich, obwohl die US-Exporte hinter den Erwartungen zurückbleiben und unter dem Vorjahresniveau liegen. Dies zeigt sich auch am Kassamarkt: Während einige Regionen wie Südoldenburg hohe Preise für Futterweizen zahlen, sind Brotmühlen in anderen Gebieten bereits gut versorgt und kaufen nur zurückhaltend ein.

Raps folgt schwachen Sojakursen

Der Rapsmarkt ist ebenfalls von fallenden Preisen betroffen, da schwache Kurse für Sojabohnen und Sojaöl den Markt belasten. Die fortschreitende Ernte in den USA aufgrund günstiger Bedingungen spielt hier eine Rolle, ebenso wie technische Verkäufe auf dem Markt. Eine starke Nachfrage aus China sowie Käufe aus Mexiko und Japan mildern jedoch einen stärkeren Preisverfall ab.

Zukünftige Entwicklungen auf dem Rapsmarkt

Weitere Exporte aus der Ukraine und Angebote aus Kanada und Europa könnten den Druck auf den deutschen Rapsmarkt erhöhen. Dennoch haben viele deutsche Landwirte ihren Raps bereits vermarktet, was sie vor dramatischen Preisschwankungen schützt.

Insgesamt zeigen diese Entwicklungen, wie stark internationale Märkte miteinander verflochten sind und wie politische sowie wirtschaftliche Faktoren die Agrarpreise beeinflussen können. Branchenexperten werden die Lage weiterhin genau beobachten müssen.