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Frankreich: Zuckerrübenernte bricht um 30 Prozent ein

Frankreich muss 2026 mit erheblichen Einbußen bei der Zuckerrübenernte rechnen. Nach aktuellen Schätzungen des französischen Landwirtschaftsministeriums dürfte die Produktion um 30 Prozent auf 25,3 Millionen Tonnen sinken. Neben Hitze und Trockenheit verursachen Schädlinge und eine ungewöhnlich starke Ausbreitung der Pilzkrankheit Rhizopus massive Schäden.

Die französische Zuckerrübenproduktion könnte 2026 auf den niedrigsten Stand seit mindestens 1980 fallen. Das geht aus der am 13. Oktober veröffentlichten Ernteprognose des Statistikdienstes Agreste hervor. Demnach werden landesweit nur noch 25,3 Millionen Tonnen Zuckerrüben erwartet. Im Vorjahr waren es 35,9 Millionen Tonnen gewesen. Damit fehlen gegenüber 2025 rund 10,6 Millionen Tonnen.

Für Frankreich als größten Zuckerproduzenten der Europäischen Union bedeutet dies einen erheblichen Rückgang der verfügbaren Rübenmengen. Ausschlaggebend sind vor allem die ungewöhnlich hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit während des Sommers.

Zuckerrübenerträge sinken um fast 25 Prozent

Nach der aktuellen Agreste-Prognose dürfte der durchschnittliche Zuckerrübenertrag in Frankreich auf 67,8 Tonnen je Hektar zurückgehen. Im Vorjahr waren noch rund 90,3 Tonnen je Hektar geerntet worden. Das entspricht einem Rückgang von knapp 25 Prozent.

Zusätzlich wurde die Anbaufläche gegenüber 2025 um etwa 6 Prozent reduziert. Sie liegt 2026 bei rund 372.500 Hektar.

Die Ertragsverluste fallen regional unterschiedlich aus. Besonders stark betroffen sind die Regionen Île-de-France und Bourgogne-Franche-Comté, wo die prognostizierten Hektarerträge gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte zurückgehen.

In den Hauts-de-France, der größten französischen Zuckerrübenregion, wird dagegen ein vergleichsweise geringerer Ertragsrückgang von knapp 19 Prozent erwartet.

Hitze und Schädlinge begünstigen Rhizopus-Fäule

Die außergewöhnlichen Witterungsbedingungen haben die Zuckerrübenbestände auf mehreren Wegen geschädigt. Während die Trockenheit das Wurzelwachstum bremste, förderten die hohen Temperaturen zugleich die Ausbreitung bestimmter Schädlinge.

Insbesondere Rüsselkäfer und Rübenmotten verursachten Schäden an den Pflanzen. Durch Fraßstellen und andere Verletzungen konnte sich der Pilz Rhizopus leichter in den Rübenwurzeln ausbreiten.

Nach Angaben des französischen Zuckerrübenforschungsinstituts ITB hat die Rhizopus-Fäule 2026 ein bislang nicht beobachtetes Ausmaß erreicht. Der bodenbürtige Pilz wird durch hohe Temperaturen begünstigt und befällt vor allem bereits geschwächte Pflanzen.

Besonders problematisch sind Temperaturen von mehr als 35 Grad am Tag und über 20 Grad in der Nacht. Unter solchen Bedingungen kann sich der Pilz schnell ausbreiten und eine Fäulnis der Rüben verursachen.

Die Krankheit beeinträchtigt die Qualität der Ernte und kann ganze Bestände für die Zuckergewinnung unbrauchbar machen.

Bis zu 20.000 Hektar Zuckerrüben könnten ungeerntet bleiben

Nach aktuellen Einschätzungen aus der französischen Zuckerbranche könnten landesweit nahezu 20.000 Hektar Zuckerrüben nicht geerntet werden. Ein wesentlicher Grund ist der starke Rhizopus-Befall.

In besonders betroffenen Regionen müssen Landwirte und Zuckerfabriken bereits vor der Rodung prüfen, ob die Rüben noch für die Verarbeitung geeignet sind. Teilweise werden nur noch gesunde Abschnitte einzelner Schläge geerntet.

Für die Zuckerfabriken erschwert dies die Planung der laufenden Kampagne. Stark geschädigte Rüben können nicht mehr regulär verarbeitet werden, während noch gesunde Bestände möglichst rechtzeitig gerodet werden müssen.

Wie groß die tatsächlich nicht geerntete Fläche ausfallen wird, ist bislang unklar. Der endgültige Umfang der Schäden lässt sich erst nach Abschluss der Zuckerrübenkampagne feststellen.

Die französische Rübenernte läuft üblicherweise bis in den Dezember. Die derzeitige Produktionsschätzung von 25,3 Millionen Tonnen bleibt deshalb vorläufig.

Quellen: