Anzeige
 

Kartoffelpreise steigen: Geringe Ernte treibt Kosten in die Höhe

Die Kartoffelernte in Deutschland ist in diesem Jahr deutlich geringer ausgefallen, was die Preise für dieses Grundnahrungsmittel in die Höhe treibt. Nach Angaben der dpa sind die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,3 % gestiegen, während die allgemeine Inflationsrate nur bei 3,3 % lag.

Ursachen für den Rückgang der Ernte

Ein maßgeblicher Faktor für die reduzierte Kartoffelernte ist eine um 11,1 % verringerte Anbaufläche. Zudem führte eine anhaltende Dürre dazu, dass die Kartoffeln kleiner ausfielen als gewöhnlich. Statt der üblichen 46 Tonnen pro Hektar konnten Landwirte aktuell nur 38,9 Tonnen ernten. Dies ergibt eine Gesamternte von lediglich 10,4 Millionen Tonnen, ein Rückgang von einem Viertel im Vergleich zu den 13,9 Millionen Tonnen im Jahr 2025.

Anstieg der Erzeugerpreise

Der knappere Vorrat hat bereits zu stark gestiegenen Erzeugerpreisen geführt. Im August erhielten Landwirte ganze 61,5 % mehr für ihre Kartoffeln als zuvor. Auch andere pflanzliche Produkte haben Preiserhöhungen von durchschnittlich 12,3 % erfahren. Diese Preissteigerungen werden erfahrungsgemäß auch an den Endverbraucher weitergegeben.

Kartoffelprodukte aus Deutschland

Trotz des geringeren Angebots an Rohkartoffeln hat sich die Produktion bestimmter verarbeiteter Produkte wie Kartoffelsalat und Kartoffelchips im vergangenen Wirtschaftsjahr erhöht. Der Verbrauch von Kartoffelsalat ohne Mayonnaise stieg besonders stark an und erreichte mit fast 80.000 Tonnen ein Rekordniveau.

Kartoffelchips erfreuen sich ebenfalls weiterhin großer Beliebtheit; hier stieg die Produktionsmenge um 4.000 Tonnen auf insgesamt 119.000 Tonnen. Experten vermuten einen Zusammenhang mit der früh erkannten Problematik der diesjährigen Ernte sowie möglichen Effekten durch sportliche Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft.

Zukunftsperspektiven und Herausforderungen

Trotz der hohen Produktionsmengen bei bestimmten Erzeugnissen stagniert oder sinkt die Herstellung anderer Kartoffelprodukte wie Trockenprodukten aufgrund hoher Marktpreise und weniger Nachfrage im Exportbereich. Bei tiefgekühlten Produkten dominieren Pommes frites weiterhin den Markt, obwohl ihre Produktion etwas zurückgegangen ist.

Der Verbrauch von Pommes frites bleibt seit der Corona-Pandemie auf einem hohen Niveau und erreichte zuletzt 524.000 Tonnen. Auch wenn der mittlere Produktionswert leicht gesenkt wurde, sind sie immer noch deutlich teurer als in den Jahren zuvor.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich das Angebot und die Preise in den kommenden Monaten entwickeln werden und welche Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes getroffen werden könnten.