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Kartoffelpreise steigen um 61,5 %, Milchpreise bleiben im Keller

Die aktuellen Entwicklungen auf den Agrarmärkten sind von einem deutlichen Preisanstieg gekennzeichnet, der jedoch nicht alle Erzeuger gleichermaßen begünstigt. Während die Preise für pflanzliche Produkte wie Kartoffeln und Getreide im August 2026 erheblich gestiegen sind, bleiben die Preise für tierische Erzeugnisse wie Milch und Schweinefleisch weiterhin unter Druck.

Erzeugerpreise ziehen an, bleiben aber hinter Vorjahreswerten

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im August 2026 im Vergleich zum Vormonat um 5,5 %. Trotz dieses Anstiegs liegen die Preise weiterhin um 7,0 % unter dem Niveau des Vorjahres. Dieser signifikante Anstieg innerhalb eines Monats war zuletzt im März 2022 zu beobachten, als die Märkte auf den Ausbruch des Ukraine-Kriegs reagierten.

Ackerbau profitiert, Tierhalter kämpfen mit niedrigen Preisen

Pflanzliche Erzeugnisse verzeichneten im Jahresvergleich einen Preisanstieg von 12,3 %, während die Preise für Tiere und tierische Produkte um 16,6 % sanken. Innerhalb eines Monats stiegen die Preise für pflanzliche Produkte um 11,1 %, während tierische Erzeugnisse nur um 2,0 % zulegten. Ackerbauern stehen dennoch vor Herausforderungen: Hitze und Trockenheit führten zu erheblichen Ernteausfällen, was trotz höherer Preise nicht zwangsläufig zu mehr Einnahmen führt. Zudem belasten steigende Betriebsmittelkosten die Bilanzen der Landwirte.

Kartoffelpreise steigen deutlich

Nach einem signifikanten Preisverfall im Vorjahr erholten sich die Kartoffelpreise stark. Im August erhielten Erzeuger für Speisekartoffeln 61,5 % mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Der Preisanstieg gegenüber Juli betrug sogar beeindruckende 93,0 %. Diese Entwicklung wird durch eine wetterbedingt geringere Ernte begünstigt.

Getreide- und Rapsmarkt erlebt Aufwind

Getreidepreise stiegen im August um 11,5 % im Vergleich zum Vorjahr und um 4,1 % gegenüber Juli. Auch Raps verzeichnete ein Plus von 13,6 % im Jahresvergleich. Gemüsepreise erhöhten sich durchschnittlich um 14,3 %, obwohl es bei einzelnen Sorten wie Blumenkohl zu Preisrückgängen kam. Der Obstmarkt hingegen verzeichnete einen Preisrückgang von etwa 20 %, wobei Tafeläpfel besonders betroffen waren.

Schwierige Lage für Milch- und Schweinehalter

Milchviehbetriebe erleben weiterhin Preisrückgänge: Im August lagen die Milchpreise fast 24 % unter denen des Vorjahresmonats, zeigten jedoch eine leichte Erholung mit einem Anstieg von 1,5 % gegenüber Juli. Auch Schweinehalter stehen unter Druck; sie mussten einen Rückgang der Schlachtschweinepreise um rund 20 % verkraften.

Eierpreise steigen trotz sinkender Geflügelpreise

Geflügelpreise insgesamt fielen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 %, insbesondere aufgrund eines Rückgangs der Hähnchenpreise um 4,6 %. Eier hingegen waren eine Ausnahme: Die Preise stiegen um 7,9 %, was auf ein begrenztes Angebot in einigen Kategorien zurückzuführen ist. Dies deutet auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Eiern hin.