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Precision Planting: Innovation in der Saattechnik

In Perschling, Österreich, konnte die Zeitschrift „top agrar Österreich“ kürzlich die Einzelkornsätechnik von Precision Planting (PP) in Aktion erleben. Auf dem Betrieb von Philipp Gastegger zeigte die aus den USA stammende Technik ihre Vielseitigkeit und Effizienz. Precision Planting, eine Marke des AGCO-Konzerns, stellt keine fertigen Maschinen her, sondern bietet Module und Komponenten zur Optimierung bestehender Einzelkornsämaschinen an.

Flexibilität und Individualisierung

Die PP-Komponenten erlauben eine hohe Flexibilität und Individualisierung. Reihenabstände, die Klappung des Rahmens, die Anzahl der Reihen sowie die Größe der Saatgutbehälter sind frei konfigurierbar. Das Vereinzelungsaggregat der PP-Technik ist in der Lage, verschiedene Kulturen wie Mais, Sojabohnen, Zuckerrüben, Raps, Sonnenblumen und Sorghum zu säen. Dies ist sowohl im gepflügten Boden, in Mulchsaat als auch in Direktsaat möglich. Die Module können auf bestehende Maschinen nachgerüstet oder komplett mit neuen Rahmen und PP-Komponenten geliefert werden.

Präzise Kontrolle und Anpassung

Die PP-Sämaschine ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, die in Echtzeit Daten in die Kabine übertragen. Dies ermöglicht dem Landwirt, die Einstellungen der Maschine optimal an die Bedingungen des Feldes anzupassen. Ein Highlight ist der doppelt-wirkende DeltaForce-Zylinder, der den Schardruck bis zu 200 Mal pro Sekunde misst und automatisch anpasst. Dadurch wird sichergestellt, dass das Saatkorn immer in der richtigen Tiefe abgelegt wird, was eine gleichmäßige Keimung und einen homogenen Feldaufgang fördert.

Praxistest auf dem Gastegger-Betrieb

Philipp Gastegger, der die Sätechnik mit seiner Firma Ackertech in Österreich vertreibt, zeigte die komplette Modulpalette auf einem John Deere-Rahmen. Vor Ort erklärte Technikberater Philipp Unfried die Details. Der Reveal Furchenräumer entfernt Steine, Kluten und Stoppelreste aus dem Furchenbereich, um eine optimale Furchenbildung zu gewährleisten. Das Säaggregat, ausgestattet mit der DeltaForce-Technologie, sorgt dafür, dass die Maiskörner in optimaler Tiefe und im feuchten Boden abgelegt werden.

Ein Flaggenset wurde verwendet, um den Feldaufgang zu überprüfen. Auf einer Testfläche wurden 75 Maiskörner gesät und deren Aufgang an den ersten vier Tagen dokumentiert. Das Ergebnis: 96 % der Körner gingen am ersten Tag auf, was die beste je erzielte Rate bei solchen Tests darstellt.

Schließen der Saatfurche und Flüssigdüngerdosierung

Das FurrowForce-Modul von PP sorgt für das finale Schließen der Saatfurche in zwei Stufen. Zunächst brechen gezahnte Scheibenschare die Flanken der Furche auf und führen den Boden zur Mitte. Danach erfolgt die Rückverfestigung durch Gummi-Andruckrollen. Der Smartfirmer, ein Andruckwerkzeug und Sensor, misst wichtige Parameter wie Humusgehalt und Bodenfeuchte und ermöglicht so weitere Optimierungen.

Zusätzlich war die Maschine in Perschling mit einer automatischen Flüssigdüngerdosierung ausgestattet. Diese versorgt die Saatreihe präzise mit Flüssigdünger, was die Nährstoffversorgung der jungen Pflanzen verbessert.

Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Die Kosten für die Nachrüstung variieren je nach Umfang. Ein Basismodell kann für knapp über 1.000 € pro Reihe nachgerüstet werden, während eine Vollausstattung über 10.000 € pro Reihe kosten kann. Entscheidend ist jedoch die Amortisation. Bei einem Mehrertrag von 0,8 t/ha und einem Preis von 200 €/t amortisieren sich die Kosten des Schließsystems nach etwa 55 ha.

Philipp Unfried betonte, dass die Technik nicht nur aus technischer Begeisterung eingesetzt wird, sondern weil sie agronomisch sinnvoll ist. Professionelle Betriebe können von den zahlreichen Funktionen und der Präzision der Precision Planting-Technik erheblich profitieren.

Mehr Infos auf: http://www.precisionplanting.de, http://www.ackertech.at

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