Anzeige
 

Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?

Wer im Winter den Lichttag seiner Hühner verlängern möchte, steht schnell vor der Frage: Soll das zusätzliche Licht morgens vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang eingeschaltet werden? Eine allgemeingültige Vorschrift gibt es dafür nicht. In kleineren Hühnerhaltungen ist die Verlängerung am Morgen häufig die einfachere Lösung, weil am Abend die natürliche Dämmerung erhalten bleibt und die Tiere selbstständig ihre Sitzplätze aufsuchen können.

Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?

In professionellen Legehennenställen ist die Entscheidung weniger eindeutig. Dort wird der gesamte Tagesrhythmus über ein Lichtprogramm gesteuert, künstliches und natürliches Licht werden aufeinander abgestimmt und sowohl beim Einschalten als auch beim Ausschalten sind Dämmerungsphasen sinnvoll. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob morgens oder abends beleuchtet wird, sondern dass der Lichttag konstant bleibt und der Übergang zwischen Hell- und Dunkelphase kontrolliert erfolgt.

Die zeitliche Steuerung ist damit ein wichtiger Bestandteil der gesamten Stallbeleuchtung für Hühner. Beleuchtungsstärke, Lichtfarbe, Lichtdauer und Dunkelphase müssen gemeinsam geplant werden.

Morgens oder abends Licht: Was ist für Hühner besser?

Für einen kleinen Hühnerstall mit natürlichem Tageslicht spricht vieles dafür, zusätzliche Lichtstunden eher am Morgen zu geben. Die Stallbeleuchtung kann beispielsweise einige Stunden vor Sonnenaufgang eingeschaltet werden und später vom natürlichen Tageslicht abgelöst werden. Am Abend verändert sich dagegen nichts: Mit abnehmendem Tageslicht werden die Tiere ruhiger und suchen ihre Sitzstangen auf.

Der Vorteil liegt vor allem im natürlichen Ende des Tages. Wer ausschließlich morgens ergänzt, muss am Abend keine künstliche Dämmerung erzeugen, sofern genügend natürliches Abendlicht in den Stall gelangt. Das Risiko, dass die Tiere bei einem abrupten Ausschalten der Lampe plötzlich im Dunkeln stehen, wird dadurch deutlich reduziert.

Eine grundsätzliche biologische Regel, dass zusätzliches Licht für Hühner immer morgens gegeben werden müsse, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Professionelle Lichtprogramme können den Tag sowohl am Morgen als auch am Abend verlängern. Voraussetzung ist, dass die Gesamtlichtdauer stimmt und der Wechsel zur Nacht so gestaltet wird, dass die Tiere ihre Ruheplätze sicher erreichen können.

Warum der Abend bei Hühnern eine besondere Rolle spielt

Hühner orientieren ihren Tagesablauf stark am Wechsel von Hell und Dunkel. Wenn die Helligkeit am Abend abnimmt, beenden sie nach und nach ihre Aktivität, nehmen noch Futter auf und suchen anschließend ihre Ruheplätze auf. In Volierensystemen müssen sie dabei teilweise vom Scharrbereich über verschiedene Ebenen bis zu den höher gelegenen Sitzstangen gelangen.

Dieser Ablauf benötigt Zeit. Wird eine helle Stallbeleuchtung ohne Übergang ausgeschaltet, können Tiere auf dem Boden oder in unteren Ebenen zurückbleiben. Besonders in komplexen Haltungssystemen kann ein abrupter Wechsel zur Dunkelheit deshalb Unruhe verursachen und das geordnete Aufbaumen erschweren.

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verlangt bei künstlich beleuchteten Legehennenställen ausdrücklich eine ausreichende Dämmerphase. Sie soll den Hennen ermöglichen, ihre Ruhestellung ohne Verletzungsgefahr einzunehmen. Die Dämmerung ist damit kein technisches Detail, sondern ein Bestandteil des Lichtmanagements.

Was spricht dafür, den Hühnerstall morgens zu beleuchten?

Die morgendliche Verlängerung hat einen einfachen praktischen Vorteil: Der natürliche Sonnenuntergang bleibt erhalten. Eine Zeitschaltuhr schaltet die Stallbeleuchtung vor Sonnenaufgang ein, später übernimmt das Tageslicht und am Abend bestimmt die natürliche Dämmerung das Ende des Tages. Gerade in kleineren Hühnerhaltungen lässt sich damit ohne aufwendige Steuerung ein stabiler Tagesablauf herstellen.

Allerdings sollte auch der Übergang von Nacht zu Tag möglichst nicht unnötig abrupt erfolgen. Die DLG empfiehlt sowohl zu Beginn als auch am Ende des Lichttages eine Dimmung. Bei einer modernen LED-Anlage kann die Helligkeit deshalb morgens zunächst niedrig beginnen und über einige Minuten oder einen längeren Zeitraum ansteigen.

Steht keine dimmbare Beleuchtung zur Verfügung, bleibt die morgendliche Ergänzung trotzdem häufig praktikabler als eine abendliche Verlängerung mit schlagartigem Lichtaus. Insbesondere bei Hobbyhühnern kann dadurch die natürliche Abendroutine weitgehend erhalten bleiben.

Welche Nachteile hat zusätzliches Licht am Morgen?

Eine reine Morgenverlängerung kann dazu führen, dass der künstliche Tag sehr früh beginnt. Soll beispielsweise während der kürzesten Wintertage eine deutlich längere Gesamtlichtdauer erreicht werden, müsste die Stallbeleuchtung möglicherweise bereits mehrere Stunden vor Sonnenaufgang eingeschaltet werden. Damit verschieben sich auch Futteraufnahme und Aktivität entsprechend nach vorn.

In professionellen Betrieben ist das nicht zwangsläufig ein Problem, weil Fütterung, Arbeitsabläufe und Lichtprogramm aufeinander abgestimmt werden können. In kleineren Haltungen sollte dagegen berücksichtigt werden, dass die Tiere nach dem Einschalten des Lichtes aktiv werden und Zugang zu Futter und Wasser benötigen.

Außerdem ersetzt eine morgendliche Verlängerung nicht die Kontrolle der gesamten Photoperiode. Wer im Dezember eine feste Einschaltzeit programmiert und sie bis weit ins Frühjahr unverändert lässt, verlängert den tatsächlichen Lichttag zunehmend, weil die Sonne immer früher aufgeht und später untergeht.

Kann man den Lichttag auch am Abend verlängern?

Ja. Eine abendliche Lichtverlängerung ist möglich und gehört in professionellen Ställen zu den regulären Möglichkeiten der Lichtsteuerung. Wichtig ist allerdings, dass das Licht nicht am Ende der programmierten Zeit schlagartig von voller Helligkeit auf Dunkelheit wechselt.

Eine dimmbare Anlage kann die Lichtintensität stufenweise reduzieren und damit einen künstlichen Sonnenuntergang erzeugen. Die Tiere erhalten so Zeit, ihre letzten Aktivitäten zu beenden, Futter aufzunehmen und auf die Sitzstangen zu gehen. In Volieren kann die Beleuchtung verschiedener Bereiche sogar nacheinander reduziert werden.

Die DLG empfiehlt für Legehennen, am Abend zunächst den Scharrbereich herunterzudimmen. Danach kann die Beleuchtung innerhalb des Versorgungssystems reduziert werden, während das Licht über den Sitzstangen zuletzt ausgeht. Dadurch lässt sich die Bewegung der Tiere in Richtung der vorgesehenen Ruheplätze unterstützen.

Warum ist einfaches Ausschalten am Abend ungünstig?

Solange eine Stalllampe mit voller Helligkeit brennt, erhalten die Hühner zunächst kaum ein Signal, dass die Nacht unmittelbar bevorsteht. Wird die Beleuchtung anschließend plötzlich ausgeschaltet, fehlt der allmähliche Helligkeitsabfall, an dem sich die Tiere beim natürlichen Sonnenuntergang orientieren. Tiere, die noch fressen, scharren oder sich im unteren Bereich einer Voliere aufhalten, können dadurch überrascht werden.

Das Problem lässt sich nicht einfach dadurch lösen, dass die Lampe jeden Abend zur gleichen Uhrzeit ausgeht. Eine konstante Schaltzeit ist zwar wichtig für den Tagesrhythmus, ersetzt aber die Dämmerung nicht. Besonders bei größeren Beständen und mehrstöckigen Volieren sollte deshalb eine dimmbare Steuerung vorgesehen werden.

Wie dunkel es während der anschließenden Ruhephase sein sollte, erläutert der Beitrag Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?.

Wie sollte eine künstliche Dämmerung aussehen?

Für Legehennen schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung eine ausreichende Dämmerphase vor, legt dafür aber keine allgemeine Minutenzahl fest. Die konkrete Dauer hängt unter anderem vom Haltungssystem, der Stallgröße, der Verteilung der Sitzstangen und der Möglichkeit der Tiere ab, ihre Ruheplätze zu erreichen. In einem einfachen Bodenhaltungssystem können andere Bedingungen herrschen als in einer mehrstöckigen Voliere.

Die DLG empfiehlt grundsätzlich, Tiere langsam in die Dunkel- beziehungsweise Hellphase zu führen. Entscheidend ist das Verhalten der Herde: Am Ende der Dämmerung sollten die Tiere ihre vorgesehenen Ruheplätze erreicht haben. Eine fest programmierte Dimmzeit ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn sie im tatsächlichen Stall funktioniert.

Bei einer neuen Lichtsteuerung sollte der Ablauf in den ersten Tagen beobachtet werden. Bleiben viele Hennen am Ende der Dimmung im Scharrraum, auf dem Boden oder auf unteren Ebenen zurück, muss das Lichtmanagement gegebenenfalls angepasst werden.

Lichtreihen in der Voliere nacheinander ausschalten

In Volierensystemen lässt sich Licht gezielt einsetzen, um Hennen am Abend in die Anlage zu führen. Bleibt beispielsweise der Scharrraum lange hell, während die Voliere bereits dunkel wird, besteht wenig Anreiz für die Tiere, in das Haltungssystem zurückzukehren. Eine passende Reihenfolge der Dimmung kann diesen Effekt umkehren.

Die DLG empfiehlt, zunächst die Beleuchtung im Scharrbereich zu reduzieren, danach die Beleuchtung innerhalb des Versorgungssystems und zuletzt das Licht über den Sitzstangen. Damit wandert der attraktivere, hellere Bereich im Verlauf der Dämmerung in Richtung der gewünschten Ruheplätze.

Eine solche Lichtführung ist ein gutes Beispiel dafür, warum Hühnerstallbeleuchtung nicht nur über Luxwerte definiert werden kann. Die Position der Leuchten und die zeitliche Steuerung beeinflussen ebenfalls, wie die Tiere den Stall nutzen.

Morgens ebenfalls langsam heller werden

Dämmerung wird häufig nur mit dem Abend verbunden. Aus lichttechnischer Sicht ist auch der Übergang von der Nacht zum Tag relevant. Die DLG empfiehlt deshalb eine Dimmung sowohl zu Beginn als auch zum Ende des Lichttages.

Mit einer programmierbaren LED-Steuerung kann das Licht morgens zunächst sehr schwach beginnen und anschließend auf die normale Tageshelligkeit ansteigen. Dadurch entsteht ein künstlicher Sonnenaufgang, statt die Tiere innerhalb eines Augenblicks von Dunkelheit auf volle Stallbeleuchtung umzustellen.

Damit die Dimmung funktioniert, müssen Leuchte, Treiber und Steuerung zusammenpassen. Außerdem darf das Licht beim Dimmen nicht in einen für Hühner problematischen Flimmerbereich geraten. Diese technischen Punkte behandeln wir ausführlich im Beitrag LED-Beleuchtung im Hühnerstall: Worauf kommt es an?.

Morgens und abends beleuchten: Ist eine Aufteilung sinnvoll?

Der zusätzliche Lichtbedarf muss nicht vollständig auf den Morgen oder vollständig auf den Abend gelegt werden. In professionellen Systemen kann der gewünschte Lichttag auf beide Seiten des natürlichen Tages verteilt werden. Die Tiere erhalten dann beispielsweise vor Sonnenaufgang künstliches Licht und am Abend noch eine kontrollierte Verlängerung mit anschließender Dämmerung.

Eine Aufteilung kann besonders sinnvoll sein, wenn die Differenz zwischen natürlicher Tageslänge und gewünschter Photoperiode groß ist. Dadurch muss der künstliche Tag weder extrem früh beginnen noch sehr weit in den Abend hineinreichen. Voraussetzung bleibt eine präzise Steuerung der Gesamtlichtdauer.

Für kleine Hobbyhaltungen ist diese Lösung technisch aufwendiger. Dort ist die reine Morgenverlängerung häufig einfacher, solange damit die gewünschte Tageslänge erreicht werden kann und die Tiere am Abend vom natürlichen Sonnenuntergang profitieren.

Wie lange sollte das Licht insgesamt eingeschaltet sein?

Die Frage nach Morgen oder Abend lässt sich nur beantworten, wenn die gewünschte gesamte Lichtdauer bekannt ist. Bei Legehennen in der Produktionsphase werden häufig etwa 14 bis 16 Stunden Gesamtlicht pro Tag eingesetzt. Die DLG empfiehlt, einen Lichttag von 16 Stunden nicht zu überschreiten.

Dabei zählt nicht nur die Zeit, in der die elektrische Stallbeleuchtung eingeschaltet ist. Auch das natürliche Tageslicht gehört zur Photoperiode. Scheint beispielsweise bereits mehrere Stunden lang Tageslicht durch die Fenster, dürfen diese Stunden bei der Berechnung nicht ignoriert werden.

Das konkrete Lichtprogramm hängt zudem von Alter, Genetik und Aufzucht der Hennen ab. Die ausführlichen Zusammenhänge erklären wir im Beitrag Wie lange brauchen Hühner Licht? Lichtprogramme für Legehennen.

Beispiel: Lichttag im Winter verlängern

Angenommen, ein Bestand soll im Winter einen definierten längeren Lichttag erhalten, während die natürliche Tageslänge dafür nicht ausreicht. Die zusätzlichen Stunden können grundsätzlich vor Sonnenaufgang, nach Sonnenuntergang oder auf beide Tagesenden verteilt werden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Haltungssystem und dem bereits vorhandenen Tageslicht ab.

Bei einer morgendlichen Ergänzung sollte berücksichtigt werden, dass nach dem Einschalten Futter und Wasser verfügbar sein müssen. Bei einer abendlichen Ergänzung ist eine funktionierende Dämmerungssteuerung wichtig. Wird morgens und abends ergänzt, muss die Steuerung sicherstellen, dass die Gesamtlichtdauer nicht unbemerkt zunimmt, wenn sich die natürliche Tageslänge im Frühjahr verlängert.

Deshalb ist eine feste Uhrzeit allein kein vollständiges Lichtprogramm. Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und saisonale Veränderungen müssen mitgedacht werden.

Was ändert sich im Winter?

Im Winter ist die Differenz zwischen natürlicher und gewünschter Tageslänge am größten. Besonders in offenen Ställen oder Gebäuden mit großen Lichtöffnungen verändert sich die tatsächliche Photoperiode deshalb stark mit der Jahreszeit. Eine Zeitschaltuhr, die im Dezember sinnvoll eingestellt ist, kann einige Wochen später bereits zu einem deutlich längeren Lichttag führen.

Wer den Wintertag gezielt verlängert, sollte die Schaltzeiten daher regelmäßig kontrollieren. Professionelle Lichtprogramme berücksichtigen natürliche Tageslängen und werden an Standort, Jahreszeit und Alter der Herde angepasst. Bei Hobbyhühnern kann dagegen auf eine lange künstliche Photoperiode vollständig verzichtet werden, wenn eine geringere Legeleistung im Winter akzeptiert wird.

Ob und wann Winterlicht überhaupt notwendig ist, behandeln wir ausführlich unter Hühnerstall im Winter beleuchten: Ist Kunstlicht nötig?.

Lichtprogramm nicht plötzlich verändern

Hühner sollten nicht regelmäßig mit stark wechselnden Tageslängen konfrontiert werden. Die DLG empfiehlt, Änderungen des Lichtprogramms langsam vorzunehmen und die Lichtdauer über mehrere Tage verteilt um höchstens ungefähr eine Stunde pro Woche zu verändern. Das gilt sowohl bei einer Verlängerung als auch bei einer geplanten Verkürzung in entsprechenden Produktionsphasen.

Bei Legehennen ist zusätzlich zu beachten, dass der Lichttag während der Legeperiode nicht einfach wieder reduziert werden sollte. Eine Verkürzung kann unerwünschte Auswirkungen auf die Produktion haben und den Eintritt in die Mauser begünstigen. Deshalb muss bereits bei der Lichtstimulation berücksichtigt werden, welche Tageslänge später beibehalten werden kann.

Auch ein Wechsel der Uhrzeit sollte nicht unnötig abrupt erfolgen. Statt den gesamten Tagesrhythmus auf einmal umzustellen, lässt sich die Änderung bei Bedarf schrittweise über mehrere Tage verteilen.

Was passiert bei der Zeitumstellung?

Für die Hühner ist die gesetzliche Sommer- oder Winterzeit bedeutungslos. Sie orientieren sich an ihrem tatsächlichen Hell-Dunkel-Rhythmus und nicht an der Uhrzeit auf dem Display einer Steuerung. Eine automatische Umstellung der Schaltuhr kann deshalb den biologischen Tagesablauf verändern, obwohl für den Menschen lediglich die Uhr umgestellt wurde.

Bei professionell programmierten Anlagen sollte geprüft werden, wie die Steuerung mit Sommer- und Winterzeit umgeht. Wird die Beleuchtung plötzlich um eine Stunde verschoben, verändert sich damit auch der Zeitpunkt von Aktivität, Fütterung und Ruhe. Je nach Lichtprogramm kann es sinnvoll sein, die Anpassung kontrolliert statt abrupt vorzunehmen.

In einer Hobbyhaltung mit hauptsächlich natürlichem Licht ist dieser Effekt meist geringer. Auch dort sollte allerdings geprüft werden, ob eine digitale Zeitschaltuhr ihre Schaltzeiten automatisch verändert hat.

Wann sollte morgens das Licht eingeschaltet werden?

Eine feste Uhrzeit für alle Hühnerställe gibt es nicht. Der Einschaltzeitpunkt ergibt sich aus der gewünschten Gesamtlichtdauer, dem natürlichen Sonnenaufgang und der Frage, ob zusätzliche Lichtstunden nur morgens oder auch abends bereitgestellt werden. Außerdem müssen Futter- und Wasserangebot sowie betriebliche Arbeitsabläufe dazu passen.

Wer beispielsweise lediglich einen dunklen Stall während der normalen Tageszeit aufhellen möchte, braucht nicht mehrere Stunden vor Sonnenaufgang zu beginnen. In diesem Fall dient das Kunstlicht nicht zur Verlängerung der Photoperiode, sondern zur Verbesserung der Beleuchtungsstärke im Hühnerstall.

Wird dagegen gezielt ein längerer Lichttag für Legehennen eingestellt, muss die Einschaltzeit anhand des gesamten Lichtprogramms festgelegt werden. Das gilt besonders in Ställen mit natürlichem Tageslichteinfall.

Wann sollte abends das Licht ausgehen?

Auch für das Ende des Lichttages gibt es keine universelle Uhrzeit. Entscheidend ist, dass die vorgesehene Gesamtlichtdauer eingehalten wird und anschließend eine ausreichend lange ununterbrochene Nacht folgt. Bei Legehennen muss künstliche Beleuchtung nach den einschlägigen Vorgaben für mindestens acht Stunden ununterbrochen während der Nacht zurückgeschaltet werden.

Während dieser Dunkelphase soll die Beleuchtungsstärke weniger als 0,5 Lux betragen, soweit die natürliche Beleuchtung dies zulässt. Wer den Lichttag auf 16 Stunden ausdehnt, hat damit bereits die maximale Zeit ausgeschöpft, die mit einer achtstündigen Nacht innerhalb eines 24-Stunden-Tages vereinbar ist.

Das Ende des Lichttages sollte deshalb nicht immer weiter nach hinten verschoben werden, nur weil die Tiere scheinbar noch aktiv sind. Licht- und Dunkelphase müssen als zusammengehöriges System betrachtet werden.

Freilandhaltung: Abends kann Stalllicht eine zusätzliche Funktion haben

Bei Legehennen mit Freilandzugang spielt die Beleuchtung am Abend noch eine weitere Rolle. Die Tiere müssen rechtzeitig in den Stall beziehungsweise in das Haltungssystem zurückkehren. Ein bereits dunkler Stall kann dabei unattraktiv sein, weshalb in Managementempfehlungen für Freilandherden ausreichendes Stalllicht nach Einbruch der Dämmerung empfohlen wird, um die Rückkehr der Tiere zu unterstützen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Stall anschließend stundenlang mit voller Helligkeit beleuchtet bleiben sollte. Sobald die Tiere zurückgekehrt sind, muss der Übergang zur vorgesehenen Ruhephase erfolgen. Auch hier kann eine abgestufte Dimmung dazu beitragen, dass die Hennen anschließend ihre Sitzplätze aufsuchen.

Bei Freilandbetrieben muss daher der natürliche Sonnenuntergang stärker in die Lichtsteuerung einbezogen werden als in vollständig geschlossenen Ställen.

Zeitschaltuhr oder automatische Lichtsteuerung?

Für einen kleinen Hühnerstall kann eine einfache digitale Zeitschaltuhr ausreichen, wenn morgens zusätzliche Lichtstunden bereitgestellt werden sollen. Sie stellt sicher, dass die Beleuchtung jeden Tag zur gleichen Zeit eingeschaltet wird. Die programmierten Zeiten müssen allerdings im Jahresverlauf angepasst werden, wenn natürliches Tageslicht einen wesentlichen Teil des Lichttages ausmacht.

Eine professionelle Lichtsteuerung bietet deutlich mehr Möglichkeiten. Sie kann Sonnenauf- und Sonnenuntergänge simulieren, verschiedene Leuchtengruppen getrennt regeln, Tageslicht berücksichtigen und unterschiedliche Programme für einzelne Produktionsphasen speichern. In Volieren ist vor allem die getrennte Steuerung verschiedener Stallzonen interessant.

Die technische Komplexität ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob die Steuerung einen stabileren Tagesrhythmus ermöglicht und dazu beiträgt, die Tiere sicher zwischen Aktivitäts- und Ruhephase zu führen.

Ist ein Dämmerungsschalter sinnvoll?

Ein einfacher Dämmerungsschalter reagiert auf die vorhandene Umgebungshelligkeit. Für bestimmte Anwendungen kann das hilfreich sein, beispielsweise wenn Kunstlicht automatisch zugeschaltet werden soll, sobald das natürliche Tageslicht unter einen bestimmten Wert fällt. Für ein präzises Legehennen-Lichtprogramm reicht diese Funktion allein allerdings nicht aus.

Der Grund ist die Photoperiode. Eine Legehenne reagiert nicht nur darauf, wie hell es gerade ist, sondern auch auf die Länge des gesamten Lichttages. Wird ausschließlich nach der Außenhelligkeit geschaltet, verändert sich die Tageslänge weiterhin mit Jahreszeit und Wetter.

Für eine kontrollierte Beleuchtung ist daher eine Kombination aus Zeitsteuerung, Helligkeitsregelung und gegebenenfalls Tageslichterfassung geeigneter. Bei einfachen Hobbyställen kann eine Zeitschaltuhr zusammen mit natürlicher Abenddämmerung bereits ausreichend sein.

Morgendliche Beleuchtung und natürliches Tageslicht abstimmen

Wenn morgens Kunstlicht eingeschaltet wird, sollte es nicht unnötig lange parallel zum hellen Tageslicht mit voller Leistung laufen. Sobald ausreichend natürliches Licht vorhanden ist, kann eine geeignete Steuerung die künstliche Beleuchtung reduzieren. Das senkt den Energieverbrauch und verhindert unnötig hohe Beleuchtungsstärken.

Dabei darf die Beleuchtung jedoch nicht so weit heruntergeregelt werden, dass innerhalb des Stalles dunkle Bereiche entstehen. Fenster beleuchten einen Raum häufig sehr ungleichmäßig, weshalb Bereiche weiter entfernt von den Lichtöffnungen auch bei hellem Außenlicht zusätzliche Beleuchtung benötigen können.

Wie künstliche Beleuchtung und Fenster zusammen geplant werden sollten, behandeln wir im Beitrag Tageslicht im Hühnerstall: Fenster, Lichtverteilung und Schatten.

Welche Lichtfarbe morgens und abends?

Für die grundlegende Entscheidung zwischen morgendlicher und abendlicher Beleuchtung ist die Lichtfarbe weniger entscheidend als Lichtdauer und Dämmerungsverlauf. Trotzdem kann eine steuerbare Beleuchtungsanlage das Spektrum oder die Farbtemperatur über den Tag verändern. Solche Systeme versuchen, Veränderungen des natürlichen Tageslichts nachzubilden.

Eine Notwendigkeit, morgens zwingend kaltweiß und abends zwingend warmweiß zu beleuchten, lässt sich daraus nicht ableiten. Für Hühner ist ohnehin die gesamte spektrale Zusammensetzung der Leuchte wichtiger als die Kelvinzahl, die in erster Linie die menschliche Wahrnehmung von Weiß beschreibt.

Welche Spektren Hühner wahrnehmen und welche Rolle Rot-, Grün-, Blau- und UV-A-Anteile spielen, erläutert der Beitrag Welche Lichtfarbe ist für Hühner geeignet?.

Was ist für Hobbyhühner am einfachsten?

Wer nur einen kleinen Hühnerbestand hält und im Winter zusätzliche Lichtstunden geben möchte, kann den Lichttag in vielen Fällen am unkompliziertesten am Morgen verlängern. Eine Zeitschaltuhr schaltet die Beleuchtung vor Sonnenaufgang ein, während der natürliche Sonnenuntergang am Abend erhalten bleibt. Damit entfällt zumindest am Abend die Notwendigkeit, einen künstlichen Sonnenuntergang technisch nachzubilden.

Trotzdem müssen die Tiere nach dem morgendlichen Einschalten Zugang zu Wasser und Futter haben. Außerdem sollte die programmierte Lichtdauer regelmäßig an die sich verändernde natürliche Tageslänge angepasst werden. Eine Zeitschaltuhr, die von November bis März unverändert läuft, kann im Frühjahr zu einem wesentlich längeren Gesamtlichttag führen als ursprünglich geplant.

Wer gar keine möglichst gleichmäßige Winterlegeleistung benötigt, muss den Tag bei Hobbyhühnern nicht automatisch künstlich auf 14 bis 16 Stunden verlängern. Ausreichend Licht während der natürlichen Aktivitätsphase bleibt davon unabhängig notwendig.

Was ist für professionelle Legehennenbetriebe sinnvoll?

In einem professionellen Legehennenbetrieb sollte die Frage nicht isoliert als „morgens oder abends?“ beantwortet werden. Das Lichtprogramm beginnt bereits in der Junghennenaufzucht und berücksichtigt Entwicklungsstand, Körpergewicht, Lichtintensität und spätere Produktionsbedingungen. Beim Übergang in den Legehennenstall sollten Lichtdauer und Lichtbedingungen möglichst aufeinander abgestimmt sein.

Während der Produktionsphase wird die Lichtdauer kontrolliert gesteuert und bei Bedarf schrittweise bis zur vorgesehenen Tageslänge erhöht. Hy-Line nennt je nach Programm beispielsweise eine schrittweise Entwicklung bis etwa 16 Stunden. Natürlicher Lichteinfall muss dabei in offenen oder mit Fenstern ausgestatteten Ställen berücksichtigt werden.

Für die tägliche Steuerung kann das zusätzliche Licht sowohl morgens als auch abends liegen. Entscheidend sind ein konstantes Programm, ausreichende Dunkelzeit und ein geordneter Übergang zur Ruhephase.

Also morgens oder abends Licht im Hühnerstall?

Für kleine Hühnerhaltungen mit natürlichem Tageslicht ist zusätzliches Licht am Morgen häufig die praktischere Variante. Der natürliche Sonnenuntergang bleibt erhalten und die Tiere können ihre Sitzstangen während der normalen Abenddämmerung aufsuchen. Wer am Abend verlängert, sollte dagegen für eine kontrollierte Dimmung sorgen und die Stallbeleuchtung nicht aus voller Helligkeit abrupt ausschalten.

In professionellen Legehennenställen können beide Tagesenden für die Steuerung genutzt werden. Hier ist die Frage nach Morgen oder Abend weniger wichtig als das gesamte Lichtprogramm: natürliche und künstliche Lichtstunden müssen zusammengezählt, die Tageslänge konstant gehalten und Veränderungen langsam vorgenommen werden.

Unabhängig von der gewählten Variante braucht der Lichttag ein klares Ende. Die Dunkelphase ist kein ungenutzter Rest des Tages, sondern ein fester Bestandteil einer tiergerechten Lichtsteuerung.

Quellen

  • DLG, Merkblatt 438: Beleuchtung und Beleuchtungstechnik im Geflügelstall. DLG-Merkblatt 438
  • Bundesministerium der Justiz/Bundesamt für Justiz, § 14 Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung – Überwachung, Fütterung und Pflege von Legehennen. § 14 TierSchNutztV
  • Bundesministerium der Justiz/Bundesamt für Justiz, § 13 Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung – Allgemeine Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Legehennen. § 13 TierSchNutztV
  • Hy-Line International, Light Programmes – Management Recommendations. Hy-Line Lighting Programmes
  • Hy-Line International, Technical Update: Understanding Poultry Lighting.