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Hühnerstall im Winter beleuchten: Ist Kunstlicht nötig?

Im Winter werden die Tage deutlich kürzer, und in vielen Hühnerställen reicht das natürliche Tageslicht nur noch für wenige Stunden. Ob deshalb künstliches Licht notwendig ist, hängt davon ab, warum beleuchtet werden soll. Ein dunkler Stall muss auch im Winter ausreichend beleuchtet werden, damit sich die Tiere orientieren, Futter und Wasser finden und miteinander interagieren können. Eine künstliche Verlängerung des Tages, um die Legeleistung aufrechtzuerhalten, ist dagegen eine andere Frage.

In der professionellen Legehennenhaltung gehören definierte Lichtprogramme zum Herdenmanagement. Bei Hobbyhühnern ist es dagegen nicht zwingend erforderlich, den kurzen Wintertag künstlich auf 14 oder 16 Stunden zu verlängern. Wer eine natürliche jahreszeitliche Schwankung der Legeleistung akzeptiert, kann den Hennen auch einen kürzeren Wintertag lassen, solange im Stall tagsüber ausreichende Lichtverhältnisse herrschen.

Für die Stallbeleuchtung bei Hühnern müssen deshalb zwei Ziele getrennt betrachtet werden: ausreichend Licht während der Aktivitätsphase und eine eventuell gewünschte Steuerung der Tageslänge.

Warum legen Hühner im Winter häufig weniger Eier?

Die Tageslänge beeinflusst die Fortpflanzungsphysiologie der Legehenne. Werden die Tage im Herbst kürzer, fehlt ein wichtiger Lichtreiz, der an der hormonellen Steuerung der Eierproduktion beteiligt ist. Deshalb kann die Legeleistung im Herbst und Winter abnehmen, selbst wenn Fütterung, Stallklima und Tiergesundheit unverändert bleiben.

Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem von Alter, Genetik, vorherigem Lichtprogramm und Haltungssystem ab. Auch Mauser, Gesundheitszustand und Futterversorgung spielen eine Rolle. Eine geringere Eierzahl im Winter sollte daher nicht automatisch ausschließlich auf zu wenig Licht zurückgeführt werden.

In professionellen Beständen wird die natürliche Verkürzung des Tages deshalb durch ein kontrolliertes Lichtprogramm ausgeglichen. Während der Legeperiode soll die einmal erreichte Tageslänge nicht einfach entsprechend dem natürlichen Sonnenlicht wieder kürzer werden, da eine Verkürzung des Lichttages die Produktion beeinflussen und Mauserprozesse begünstigen kann.

Brauchen Hühner im Winter künstliches Licht?

Hühner brauchen im Winter nicht allein deshalb künstliches Licht, weil Dezember oder Januar ist. Entscheidend ist zunächst, wie hell der Stall während des Tages tatsächlich wird. Ein Stall mit großen, sinnvoll angeordneten Lichtöffnungen kann auch an Wintertagen genügend natürliches Licht bieten, während ein kleiner Stall mit wenigen oder stark verschatteten Fenstern selbst mittags zu dunkel bleiben kann.

Bei Legehennen in Erwerbshaltungen müssen die Gebäude so beleuchtet sein, dass sich die Tiere untereinander erkennen können und vom Betreuungspersonal kontrolliert werden können. Für bestimmte Legehennenställe sind außerdem Lichtöffnungen vorgeschrieben, deren Fläche mindestens drei Prozent der Stallgrundfläche beträgt. Reicht der natürliche Lichteinfall nicht aus, muss künstliches Licht die notwendige Beleuchtung ergänzen.

Wie hell die einzelnen Stallbereiche sein sollten und warum ein einzelner Messwert unter der Lampe wenig aussagt, behandeln wir ausführlich im Beitrag Wie viel Lux brauchen Hühner im Stall?.

Kunstlicht für die Orientierung oder für mehr Eier?

Bei der Winterbeleuchtung werden häufig zwei unterschiedliche Aufgaben vermischt. Die erste besteht darin, den Stall während der Tagesphase ausreichend hell zu machen. Hier dient Kunstlicht dazu, fehlendes Tageslicht zu ersetzen oder zu ergänzen.

Die zweite Aufgabe ist die Verlängerung der Photoperiode, also der täglichen Lichtphase. Dabei wird nicht nur ein dunkler Stall aufgehellt, sondern der Lichttag bewusst vor Sonnenaufgang begonnen oder nach Sonnenuntergang fortgesetzt. In der Legehennenhaltung kann damit die Fortpflanzungsphysiologie und damit auch der Produktionsverlauf beeinflusst werden.

Diese Unterscheidung ist besonders für Hobbyhalter wichtig. Ein Huhn braucht nicht automatisch einen künstlichen 16-Stunden-Tag, nur weil im Winter früh die Sonne untergeht. Es braucht aber während seiner Aktivitätsphase geeignete Lichtverhältnisse und anschließend eine ausreichend lange, ungestörte Nacht.

Wie lange sollte das Licht im Winter brennen?

Für erwachsene Legehennen in der Produktionsphase arbeiten kommerzielle Lichtprogramme häufig mit etwa 14 bis 16 Stunden Gesamtlicht pro Tag. Die DLG nennt für Legehennen einen maximalen Lichttag von 16 Stunden. Wie viele Stunden für eine konkrete Herde sinnvoll sind, hängt jedoch vom vorherigen Aufzuchtprogramm, Alter, Entwicklungsstand und der verwendeten Genetik ab.

Die Lichtdauer darf deshalb nicht isoliert festgelegt werden. Hersteller von Legehybriden geben detaillierte Programme vor, bei denen die Beleuchtungsdauer während der Aufzucht zunächst reduziert und anschließend in Abhängigkeit von Körpergewicht und Entwicklungsstand wieder schrittweise verlängert wird. Ein bestehender professioneller Bestand sollte daher nach dem passenden Managementprogramm geführt werden und nicht nach einer pauschalen Internetempfehlung.

Eine ausführliche Erklärung dieser Zusammenhänge folgt im Beitrag Wie lange brauchen Hühner Licht? Lichtprogramme für Legehennen.

Für Hobbyhühner sind 14 bis 16 Stunden kein Muss

Bei einigen wenigen privat gehaltenen Hühnern ist die Situation anders. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gilt für das Halten von Nutztieren zu Erwerbszwecken; unabhängig davon gelten die allgemeinen Anforderungen des Tierschutzgesetzes an eine bedürfnisgerechte Haltung. Daraus ergibt sich für einen privaten Hühnerhalter jedoch keine allgemeine Verpflichtung, die Wintertage künstlich auf 14 oder 16 Stunden zu verlängern.

Wer eine geringere Eierproduktion während der Wintermonate akzeptiert, kann den natürlichen jahreszeitlichen Rhythmus stärker beibehalten. Wichtig bleibt, dass der Stall während der Aktivitätszeit nicht dauerhaft dunkel ist und die Tiere ihre Umgebung, Futterstellen, Tränken, Sitzstangen und Artgenossen ausreichend wahrnehmen können.

Wer dagegen auch in der Hobbyhaltung die Tageslänge künstlich verlängern möchte, sollte dies geplant und gleichmäßig tun. Unregelmäßige Beleuchtung mit täglich wechselnden Ein- und Ausschaltzeiten ist weniger sinnvoll als ein stabiler Tagesrhythmus.

Mehr Licht bedeutet nicht automatisch mehr Eier

Die einfache Rechnung „mehr Licht gleich mehr Eier“ funktioniert nicht. Licht ist nur einer von mehreren Faktoren, die die Legeleistung bestimmen. Genetik, Alter, Körpergewicht, Energie- und Nährstoffversorgung, Wasseraufnahme, Gesundheit und Stallklima können die Leistung ebenso deutlich beeinflussen.

Eine Henne, die wegen Mauser, Krankheit oder unzureichender Fütterung weniger Eier legt, wird durch zusätzliche Beleuchtungsstunden nicht automatisch wieder ihre vorherige Leistung erreichen. Auch eine Überschreitung sinnvoller Tageslängen bringt keinen unbegrenzten Produktionseffekt und verkürzt gleichzeitig die für die Tiere notwendige Dunkelphase.

Wenn die Eierzahl im Winter stark sinkt, sollte deshalb nicht zuerst die Beleuchtungsdauer verlängert werden. Sinnvoller ist eine Prüfung der gesamten Haltungssituation, zu der neben Licht auch Futteraufnahme, Wasser, Gesundheit, Parasiten, Alter und Mauser gehören.

Licht im Winter langsam verlängern

Soll der Lichttag verlängert werden, sollte die Umstellung nicht sprunghaft erfolgen. Die DLG empfiehlt, Veränderungen des Lichtprogramms langsam vorzunehmen und die Tageslänge über mehrere Tage verteilt um höchstens ungefähr eine Stunde pro Woche zu verändern. Damit kann sich die Herde an den neuen Tagesrhythmus anpassen.

Von einem natürlichen Wintertag direkt auf 16 Stunden künstliches Licht umzuschalten, wäre deshalb keine sinnvolle Vorgehensweise. In der professionellen Legehennenhaltung beginnt die Steuerung zudem bereits während der Junghennenaufzucht; die Winterbeleuchtung ist dort Teil eines langfristigen Lichtprogramms und keine kurzfristige Maßnahme gegen sinkende Eierzahlen.

Auch bei Hobbyhühnern ist eine schrittweise Veränderung sinnvoll. Wer beispielsweise im Herbst ergänzend beleuchten möchte, sollte nicht erst nach einem deutlichen Leistungseinbruch beginnen und anschließend innerhalb weniger Tage mehrere Stunden Licht hinzufügen.

Morgens oder abends zusätzlich beleuchten?

Bei einer Verlängerung des Wintertages gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Das künstliche Licht kann morgens vor dem natürlichen Sonnenaufgang eingeschaltet oder am Abend nach Sonnenuntergang weiterbetrieben werden. Auch eine Kombination aus beiden Varianten ist möglich.

Für kleinere Hühnerhaltungen hat eine Verlängerung am Morgen einen praktischen Vorteil. Am Abend bleibt die natürliche Dämmerung erhalten, sodass die Tiere ihren gewohnten Rhythmus nutzen und selbstständig ihre Sitzstangen aufsuchen können. Das Licht kann morgens über eine Zeitschaltuhr eingeschaltet werden und später vom natürlichen Tageslicht abgelöst werden.

Eine abendliche Verlängerung ist ebenfalls möglich, erfordert aber mehr Aufmerksamkeit beim Übergang zur Nacht. Wird eine helle Stalllampe schlagartig ausgeschaltet, während sich Hühner noch auf dem Boden oder an Futterstellen befinden, fehlt ihnen die Dämmerungsphase zum geordneten Aufsuchen ihrer Ruheplätze.

Die Vor- und Nachteile beider Varianten behandeln wir ausführlich im Artikel Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?.

Warum der Sonnenuntergang für Hühner wichtig ist

Hühner beginnen bereits vor vollständiger Dunkelheit damit, ihre Schlafplätze aufzusuchen. Besonders in Volierensystemen müssen die Tiere teilweise mehrere Ebenen überwinden, bevor sie ihre Sitzstangen erreichen. Ein allmählicher Helligkeitsabfall gibt ihnen dafür Zeit.

Bei künstlicher Beleuchtung von Legehennen ist deshalb ausdrücklich eine ausreichende Dämmerungsphase vorgesehen. In professionellen Stallanlagen können verschiedene Lichtreihen nacheinander heruntergedimmt werden, sodass die Tiere gezielt aus dem Scharrbereich in die Voliere und zu den Sitzstangen geleitet werden.

In einem kleinen Hühnerstall kann die natürliche Abenddämmerung dieselbe Funktion erfüllen. Wird der Lichttag ausschließlich morgens verlängert, ist hierfür meist keine komplexe Dimmsteuerung am Abend notwendig, sofern ausreichend natürliches Abendlicht in den Stall gelangt.

Hühner brauchen auch im Winter eine Dunkelphase

Eine Winterbeleuchtung darf nicht dazu führen, dass praktisch rund um die Uhr Licht vorhanden ist. Licht und Dunkelheit bilden zusammen den Tagesrhythmus der Tiere. Eine ausreichend lange ununterbrochene Nacht gehört deshalb genauso zur Beleuchtungsplanung wie die Helligkeit während des Tages.

Für Legehennen in Erwerbshaltungen schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung bei künstlicher Beleuchtung mindestens acht Stunden ununterbrochene Nachtruhe vor. Während der Dunkelphase soll die Beleuchtungsstärke weniger als 0,5 Lux betragen, soweit dies die natürliche Beleuchtung zulässt. Zusätzlich muss eine ausreichende Dämmerphase vorgesehen werden.

Damit sind bei Legehennen maximal 16 Stunden Licht innerhalb von 24 Stunden auch mit der vorgeschriebenen Ruhezeit vereinbar. Weshalb Dunkelheit nicht lediglich eine Zeit ohne Eierproduktion ist, sondern ein eigener Bestandteil des Haltungsmanagements, erläutern wir im Beitrag Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?.

Darf nachts ein Orientierungslicht brennen?

Ein dauerhaft eingeschaltetes Nachtlicht sollte nicht selbstverständlich eingesetzt werden. Die Dunkelphase soll tatsächlich dunkel sein. Bei Legehennen nennt die Verordnung für die Dunkelphase einen Wert von weniger als 0,5 Lux, soweit dies die natürliche Beleuchtung zulässt.

Eine sehr schwache Not- oder Orientierungsbeleuchtung kann in bestimmten Stallkonzepten dazu dienen, Panik bei den Tieren zu verhindern oder technische Anforderungen zu erfüllen. Sie sollte jedoch nicht so hell sein, dass sie die vorgesehene Dunkelperiode faktisch aufhebt.

Besonders ungeeignet ist es, eine normale Stalllampe einfach auf niedriger Stufe die gesamte Nacht weiterlaufen zu lassen, ohne ihre tatsächliche Beleuchtungsstärke zu kennen. Auch gering gedimmte LED-Leuchten können abhängig von Leuchtmittel und Steuerung noch deutlich heller als erwartet sein.

Natürliches Tageslicht muss zum Kunstlicht addiert werden

Bei der Berechnung der täglichen Lichtdauer zählt nicht nur die Zeit, in der die LED-Leuchten eingeschaltet sind. Erhalten die Tiere über Fenster, Kaltscharrraum oder Auslauf natürliches Tageslicht, gehört dieses ebenfalls zur Photoperiode. Ein Lichtprogramm muss daher immer die natürliche Tageslänge berücksichtigen.

Das ist gerade im Übergang zwischen Herbst, Winter und Frühjahr wichtig. Wird eine Zeitschaltuhr monatelang unverändert betrieben, während Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sich verschieben, verändert sich die tatsächliche Gesamtlichtdauer. Eine Einstellung, die im Dezember passend ist, kann im Februar oder März bereits zu einem erheblich längeren Lichttag führen.

In professionellen Systemen wird deshalb das Zusammenspiel aus Tageslicht und künstlicher Beleuchtung geplant. Bei kleinen Ställen sollte zumindest regelmäßig kontrolliert werden, ob die programmierten Schaltzeiten noch zum natürlichen Tagesverlauf passen.

Was passiert, wenn der Lichttag im Winter immer kürzer wird?

Bei Legehennen in Produktion sollte eine bereits erreichte Lichtdauer nicht unkontrolliert wieder reduziert werden. Die DLG weist darauf hin, dass eine Verkürzung des Lichttages während der Legeperiode den Eintritt in die Mauser begünstigen kann. In Ställen mit starkem natürlichen Lichteinfall muss dieser Effekt bereits bei der Planung des Lichtprogramms berücksichtigt werden.

Das betrifft beispielsweise Herden, die im Sommer sehr lange natürliche Tage erlebt haben. Wird im Herbst nicht entsprechend künstlich ergänzt, nimmt die Gesamtlichtdauer Woche für Woche ab. Ein professionelles Lichtprogramm verhindert solche unbeabsichtigten Veränderungen.

Bei Hobbyhühnern kann eine saisonale Abnahme der Legeleistung dagegen bewusst akzeptiert werden. Hier muss nicht jeder natürliche Rückgang des Lichttages technisch ausgeglichen werden.

Welches Licht eignet sich für den Hühnerstall im Winter?

Für die Winterbeleuchtung gelten grundsätzlich dieselben Anforderungen wie für die übrige Stallbeleuchtung. Die Leuchte muss ausreichend Licht in den Tierbereich bringen, für die Stallumgebung geeignet sein und darf für das Wahrnehmungsvermögen der Hühner nicht problematisch flimmern. Bei einer geplanten Dämmerungssteuerung muss sie außerdem zuverlässig dimmbar sein.

Eine gewöhnliche Haushalts-LED kann zwar einen kleinen Stall sichtbar aufhellen, ist aber nicht automatisch für Staub, Feuchtigkeit und aggressive Stallluft ausgelegt. In professionellen Geflügelställen sind deshalb für die Umgebung geeignete Stallleuchten erforderlich. Näheres zur Technik erläutert der Artikel LED-Beleuchtung im Hühnerstall: Worauf kommt es an?.

Auch die Lichtfarbe sollte nicht allein danach ausgewählt werden, was für den Menschen gemütlich wirkt. Hühner besitzen eine andere spektrale Wahrnehmung; darauf gehen wir ausführlich unter Welche Lichtfarbe ist für Hühner geeignet? ein.

Zeitschaltuhr oder Dämmerungssensor?

Eine einfache Zeitschaltuhr ist für kleine Hühnerställe häufig die praktischste Möglichkeit, wiederkehrende Lichtzeiten sicherzustellen. Sie sorgt dafür, dass die Lampe beispielsweise jeden Morgen zur gleichen Uhrzeit eingeschaltet wird. Bei saisonalen Veränderungen sollte die Einstellung allerdings regelmäßig an den natürlichen Tagesverlauf angepasst werden.

Dämmerungssensoren können die Beleuchtung stärker an die tatsächliche Außenhelligkeit koppeln. Für ein definiertes Legehennen-Lichtprogramm reicht eine reine helligkeitsabhängige Steuerung jedoch nicht immer aus, weil dabei die Gesamtzahl der Lichtstunden kontrolliert werden muss. Professionelle Steuerungen kombinieren daher Zeitprogramme, Dimmung und gegebenenfalls die Erfassung des vorhandenen Tageslichts.

Unabhängig von der Technik sollte das System bei Stromausfall oder einer Änderung der Uhrzeit kontrolliert werden. Schon eine falsch eingestellte Zeitschaltuhr kann das eigentlich konstante Lichtprogramm über mehrere Tage verändern.

Muss der Hühnerstall den ganzen Winter gleich beleuchtet werden?

Bei einer professionellen Legehennenherde richtet sich die Lichtdauer eher nach dem Alter und Produktionsstadium der Tiere als nach dem Kalendermonat. Der Lichttag wird deshalb nicht einfach im Dezember verlängert und im März wieder verkürzt. Die Herde folgt einem festgelegten Programm, in das das natürliche Tageslicht integriert wird.

In der Hobbyhaltung kann stärker mit den Jahreszeiten gearbeitet werden. Wer keine möglichst konstante Winterlegeleistung anstrebt, kann auf eine lange künstliche Photoperiode verzichten und Kunstlicht nur dort einsetzen, wo der Stall tagsüber zu dunkel ist. Das spart zugleich Strom und lässt den natürlichen jahreszeitlichen Rhythmus stärker erhalten.

Eine pauschale Regel „von Oktober bis März 16 Stunden Licht“ wäre deshalb zu grob. Tiergruppe, Haltungsziel, Stallbau, natürlicher Lichteinfall und bisheriges Lichtprogramm müssen berücksichtigt werden.

Reicht ein Fenster im Winter aus?

Ob ein Fenster ausreicht, hängt nicht allein von seiner Fläche ab. Entscheidend sind Position, Ausrichtung, Verschattung, Stalltiefe und die Frage, wie gleichmäßig das Licht verteilt wird. Ein kleines Fenster kann den Bereich unmittelbar davor stark aufhellen, während das hintere Ende des Stalles dunkel bleibt.

Deshalb sollte die Helligkeit auf Tierhöhe an mehreren Stellen geprüft werden. Gerade an bedeckten Wintertagen zeigt sich, ob natürliche Beleuchtung allein genügt oder ob künstliches Licht ergänzt werden muss. Die Planung von Fenstern und die Verteilung des natürlichen Lichts behandeln wir ausführlich im Beitrag Tageslicht im Hühnerstall: Fenster, Lichtverteilung und Schatten.

Eine reine Sichtprüfung durch den Menschen kann täuschen. Wer genauer wissen möchte, ob ausreichend Licht im Tierbereich vorhanden ist, sollte die Beleuchtungsstärke mit einem Luxmeter überprüfen.

Rotlicht ist kein Ersatz für Tageslicht

Rotlicht- oder Infrarotlampen werden gelegentlich verwendet, um Küken oder andere Tiere zu wärmen. Daraus entsteht leicht die Annahme, eine solche Lampe könne gleichzeitig die normale Stallbeleuchtung ersetzen. Wärmeversorgung und Beleuchtung erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben und sollten getrennt geplant werden.

Hühner können rotes sichtbares Licht wahrnehmen. Eine rote Lampe, die die ganze Nacht leuchtet, ist deshalb nicht automatisch mit Dunkelheit gleichzusetzen. Wenn Wärme benötigt wird, sollte geprüft werden, ob sie so bereitgestellt werden kann, dass die erforderliche Ruhe- und Dunkelperiode nicht unnötig beeinträchtigt wird.

Auch für die Verlängerung eines Wintertages ist ein ausgewogenes Stalllicht geeigneter als die ausschließliche Nutzung einer roten Wärmeleuchte.

Winterbeleuchtung regelmäßig kontrollieren

Eine einmal eingestellte Beleuchtung sollte nicht bis zum Frühjahr unbeachtet weiterlaufen. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verschieben sich kontinuierlich, sodass sich die Gesamtlichtdauer trotz unveränderter Zeitschaltuhr verändert. Auch Staub auf Lampen und Fenstern kann die Beleuchtungsstärke im Laufe des Winters reduzieren.

Kontrolliert werden sollten deshalb Schaltzeiten, Luxwerte in verschiedenen Stallbereichen und die Funktion der Dimmung. Bei Ställen mit Tageslicht sollten zusätzlich die tatsächlichen Verhältnisse an dunklen, bedeckten Wintertagen berücksichtigt werden und nicht nur die Helligkeit an einem sonnigen Mittag.

Auch das Verhalten der Tiere liefert Hinweise. Suchen sie abends ihre Sitzplätze geordnet auf, verteilen sie sich normal im Stall und sind Futter- und Tränkebereiche ausreichend sichtbar, spricht dies zumindest dafür, dass die Beleuchtung ihre grundlegenden Funktionen erfüllt.

Wann künstliches Licht im Winter sinnvoll ist

Kunstlicht ist sinnvoll, wenn der natürliche Lichteinfall im Stall während des Tages nicht ausreicht. Es kann außerdem gezielt eingesetzt werden, wenn bei Legehennen eine definierte Photoperiode eingehalten und ein saisonaler Rückgang der Tageslänge vermieden werden soll. In professionellen Betrieben gehört dies zum normalen Lichtmanagement.

Bei Hobbyhühnern besteht dagegen keine Notwendigkeit, ausschließlich wegen einer geringeren Winterlegeleistung lange künstliche Lichttage einzurichten. Wer zusätzlich beleuchtet, sollte einen stabilen Tagesrhythmus herstellen, Veränderungen schrittweise vornehmen und eine ausreichend lange Nacht erhalten.

Damit lautet die Antwort auf die Frage, ob Hühner im Winter künstliches Licht brauchen: für eine ausreichende Helligkeit im Stall gegebenenfalls ja, für eine künstlich verlängerte Eierproduktion nicht grundsätzlich. Die konkrete Beleuchtungsdauer richtet sich nach Haltungsform, Ziel, Alter der Tiere und dem bereits bestehenden Lichtprogramm.

Quellen