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Wie viel Lux brauchen Hühner im Stall?

Wie hell muss ein Hühnerstall sein? Für Masthühner gibt es in Deutschland eine klare Vorgabe: Während der Lichtstunden müssen mindestens 20 Lux in Kopfhöhe der Tiere erreicht werden, wobei mindestens 80 Prozent der Masthühnernutzfläche entsprechend ausgeleuchtet sein müssen. Bei Legehennen ist die Situation anders, denn die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nennt für die Hellphase keinen festen Lux-Mindestwert.

Als fachlicher Orientierungswert gelten bei Legehennen ebenfalls 20 Lux auf Augenhöhe der Tiere. Dieser Wert stammt unter anderem aus der Empfehlung des Europarates für Haushühner und wird im Handbuch zur Tierschutzüberwachung für den Einstreubereich aufgegriffen. Je nach Funktionsbereich des Stalles kann eine bewusst abweichende Beleuchtungsstärke sinnvoll sein: Ein Legenest soll beispielsweise erheblich dunkler sein als Scharr-, Futter- oder Tränkebereiche.

Die Beleuchtungsstärke ist allerdings nur ein Teil einer guten Stallbeleuchtung für Hühner. Ebenso wichtig sind Lichtverteilung, Spektrum, Flimmerfreiheit, Tageslänge und ausreichend lange Dunkelphasen.

Was bedeutet Lux im Hühnerstall?

Lux ist die Einheit der Beleuchtungsstärke und beschreibt, wie viel Licht auf einer bestimmten Fläche ankommt. Ein Lux entspricht einem Lumen pro Quadratmeter. Für den Geflügelhalter ist diese Größe wesentlich aussagekräftiger als die Wattzahl einer Lampe, weil Watt lediglich die elektrische Leistungsaufnahme beschreibt und nicht angibt, wie hell es tatsächlich im Aufenthaltsbereich der Tiere wird.

Eine LED-Leuchte mit geringer Leistungsaufnahme kann beispielsweise mehr nutzbares Licht erzeugen als eine ältere Leuchte mit deutlich höherer Wattzahl. Gleichzeitig hängt die Beleuchtungsstärke stark vom Abstand zur Leuchte, ihrer Optik, der Montagehöhe und der Position des Messpunktes ab. Deshalb lässt sich aus der Angabe „20 Watt LED“ oder „2.000 Lumen“ noch nicht ableiten, ob im Stall tatsächlich 20 Lux auf Tierhöhe vorhanden sind.

Lux hat allerdings auch Grenzen. Die Einheit ist an die spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges angepasst, während Hühner Licht anders wahrnehmen und unter anderem UV-A-Strahlung sehen können. Für die praktische Planung und Kontrolle bleibt Lux dennoch die wichtigste Größe, weil gesetzliche Anforderungen und zahlreiche fachliche Empfehlungen damit formuliert werden.

Wie viel Lux brauchen Legehennen?

Für Legehennen schreibt die deutsche Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung während der Hellphase keinen bestimmten Mindestwert in Lux vor. Die Gebäude müssen jedoch so beleuchtet sein, dass die Tiere einander erkennen können und das Betreuungspersonal die Tiere in Augenschein nehmen kann. Bei künstlicher Beleuchtung ist außerdem eine mindestens achtstündige ununterbrochene Nachtphase vorgesehen.

Als fachliche Orientierung sind 20 Lux auf Augenhöhe der Legehennen von besonderer Bedeutung. Die Empfehlung des Europarates für Haushühner nennt 20 Lux als Mindestbeleuchtung, gemessen auf Augenhöhe in drei senkrecht zueinander stehenden Ebenen. Das deutsche Handbuch zur Tierschutzüberwachung greift diesen Wert auf und nennt ihn zumindest für den Einstreubereich als Orientierung.

Damit sollte der Wert von 20 Lux bei Legehennen nicht mit einem deutschen gesetzlichen Grenzwert verwechselt werden. Er ist vielmehr ein fachlich etablierter Orientierungswert, mit dem beurteilt werden kann, ob die Tiere ihre Umgebung ausreichend wahrnehmen können. Je nach Haltungssystem und Funktion eines Stallbereichs können auch höhere oder niedrigere Werte sinnvoll sein.

Wie viel Lux brauchen Masthühner?

Bei Masthühnern ist die Rechtslage konkreter. In den vom entsprechenden Abschnitt der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erfassten Masthühnerställen muss während der Lichtstunden eine Beleuchtungsstärke von mindestens 20 Lux in Kopfhöhe der Tiere vorhanden sein. Dabei müssen mindestens 80 Prozent der Masthühnernutzfläche entsprechend ausgeleuchtet sein.

Der Wert darf deshalb nicht nur an einer besonders hellen Stelle unter einer Lampe erreicht werden. Entscheidend ist ein großer Teil der tatsächlich von den Tieren genutzten Fläche. Eine zeitweise Verringerung der vorgeschriebenen Lichtintensität oder eine wesentliche Einschränkung des natürlichen Lichteinfalls ist nach der Verordnung nur aufgrund einer tierärztlichen Indikation zulässig.

Die speziellen Vorschriften für Masthühner gelten nach § 16 TierSchNutztV grundsätzlich für Betriebe mit mindestens 500 Masthühnern, wobei die dort genannten Ausnahmen zu beachten sind. Die allgemeinen Anforderungen der Verordnung an Erwerbshaltungen gelten davon unabhängig weiter. Deshalb ist es wichtig, bei Aussagen über „gesetzlich vorgeschriebene 20 Lux“ immer zu berücksichtigen, für welche Haltungsform und welchen Betrieb diese konkrete Vorschrift gilt.

Lux-Werte für Hühner im Überblick

Die wichtigsten Werte unterscheiden sich nach Tiergruppe, Tagesphase und Stallbereich. Besonders bei Legehennen sollte nicht versucht werden, den kompletten Stall auf exakt denselben Luxwert zu bringen, da Aktivitäts-, Ruhe- und Nestbereiche unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Tiergruppe oder BereichBeleuchtungsstärkeEinordnung
Masthühner während der Lichtphasemindestens 20 Luxgesetzliche Vorgabe im Anwendungsbereich des § 19 TierSchNutztV; Messung in Kopfhöhe, mindestens 80 % der Nutzfläche
Legehennen während der Lichtphaseetwa 20 Lux als Orientierungkein allgemeiner deutscher gesetzlicher Lux-Mindestwert; 20 Lux auf Augenhöhe sind fachlich empfohlen
Einstreubereich bei Legehennenmindestens etwa 20 Lux als Orientierungwird im Handbuch zur Tierschutzüberwachung auf Grundlage der Europaratsempfehlung genannt
Legenestunter 5 LuxDLG-Empfehlung für einen bewusst dunkleren Nestbereich
Dunkelphase bei Legehennenunter 0,5 Luxsoll bei künstlicher Beleuchtung erreicht werden, soweit die natürliche Beleuchtung dies zulässt
Masthühner während der DunkelperiodeDunkelperiode statt definierter Mindesthelligkeitmindestens sechs Stunden ununterbrochen; Dämmerungszeiten zählen nicht zur Dunkelperiode

Diese Werte zeigen, warum die Frage „Wie viele Lux braucht ein Huhn?“ nur eingeschränkt sinnvoll ist. Ein Huhn benötigt nicht während des gesamten Tages und an jeder Stelle dieselbe Beleuchtungsstärke. Entscheidend ist ein Beleuchtungskonzept, das zur Tiergruppe und zur jeweiligen Funktion des Stallbereichs passt.

Warum Legenester dunkler sein sollten

Legehennen suchen zur Eiablage bevorzugt geschützte, dunklere Bereiche auf. Deshalb empfiehlt die DLG für Nester eine Beleuchtungsstärke von weniger als 5 Lux, während Scharr- und Aktivitätsbereiche heller ausgeleuchtet werden sollen. Ein Stall mit überall identischer Beleuchtungsstärke würde diese funktionale Gliederung nicht berücksichtigen.

Zu helle Nester können ihre Attraktivität für die Hennen verringern. Gleichzeitig darf eine starke Abdunkelung nicht dazu führen, dass unmittelbar neben dem Nest oder innerhalb der Haltungseinrichtung problematische Dunkelzonen entstehen. Besonders in Volieren muss deshalb betrachtet werden, wie sich das Licht zwischen Nestern, Sitzstangen, Versorgungsebenen und Scharrraum verteilt.

Eine gute Beleuchtungsplanung arbeitet somit bewusst mit unterschiedlichen Helligkeiten. Entscheidend ist, dass diese Unterschiede zur Nutzung der jeweiligen Bereiche passen und keine zufälligen dunklen Stellen entstehen, an denen sich größere Tiergruppen unerwünscht sammeln.

20 Lux im Durchschnitt reichen bei Masthühnern nicht automatisch

Bei der Planung einer Beleuchtungsanlage wird teilweise mit einer durchschnittlichen Beleuchtungsstärke gerechnet. Ein Mittelwert von 20 Lux bedeutet jedoch nicht, dass tatsächlich überall mindestens 20 Lux vorhanden sind. Gerade bei größeren Abständen zwischen den Lampen können die Werte innerhalb eines Stalles stark schwanken.

Die DLG zeigt dies an einem Beispiel für einen Masthühnerstall, der rechnerisch durchschnittlich mit 20 Lux beleuchtet wird. Direkt unter einer Lampe können dabei etwa 75 Lux auftreten, während am Stallrand nur rund 3 Lux erreicht werden. Solche Unterschiede erklären, warum eine einzelne Messung oder ein rechnerischer Durchschnitt keine ausreichende Aussage über die tatsächliche Ausleuchtung liefert.

Für Masthühner ist dieser Unterschied auch rechtlich relevant, weil mindestens 80 Prozent der Nutzfläche mit der vorgeschriebenen Lichtintensität ausgeleuchtet sein müssen. Eine Anlage kann daher einen Durchschnittswert von 20 Lux erreichen und trotzdem ungeeignet sein, wenn große Teile der Fläche deutlich darunter liegen.

Wo sollte man Lux im Hühnerstall messen?

Die Beleuchtungsstärke muss dort beurteilt werden, wo das Licht für das Tier relevant ist. Bei Masthühnern verlangt die Verordnung ausdrücklich eine Messung in Kopfhöhe. Ein Luxmeter auf Augenhöhe eines stehenden Menschen würde deshalb einen Wert liefern, der für die rechtliche und praktische Beurteilung des Tierbereichs kaum Aussagekraft besitzt.

Bei Legehennen werden Messungen ebenfalls auf Augenhöhe der Tiere empfohlen. In Volieren reicht eine einzige horizontale Messebene jedoch nicht aus, weil Hennen verschiedene Ebenen nutzen. Der Einstreubereich, Versorgungsebenen, Sitzstangen und Übergänge zwischen den Ebenen können erheblich unterschiedliche Lichtverhältnisse aufweisen.

Auch die Richtung des einfallenden Lichts spielt eine Rolle. Die Europaratsempfehlung sieht für die 20-Lux-Empfehlung bei Haushühnern Messungen in drei Ebenen vor, die im rechten Winkel zueinander stehen. Dadurch wird berücksichtigt, dass die Lichtwahrnehmung eines Tieres nicht ausschließlich vom Licht abhängt, das senkrecht von oben auf eine horizontale Fläche fällt.

Mehrere Messpunkte statt einer einzigen Luxmessung

Wer die Stallbeleuchtung kontrolliert, sollte ein Messraster über den Tierbereich legen und mehrere Stellen untersuchen. Besonders wichtig sind Bereiche direkt unter einer Leuchte, zwischen zwei Leuchten, an den Seitenwänden und Stallenden sowie Stellen, die durch Einbauten oder Haltungseinrichtungen verschattet werden. Bei Legehennen kommen die verschiedenen Ebenen einer Voliere hinzu.

Die Messungen sollten unter möglichst vergleichbaren Bedingungen erfolgen. Tageslicht kann einen erheblichen Einfluss auf die Werte haben, weshalb bei der Beurteilung der künstlichen Beleuchtung dokumentiert werden sollte, ob und wie viel natürliches Licht während der Messung in den Stall fällt. Für die Bewertung des realen Stallalltags sind dagegen Messungen bei typischen Betriebsbedingungen sinnvoll, weil künstliches Licht und Tageslicht dort gemeinsam wirken.

Eine Rastermessung zeigt außerdem, ob die Zahl und Position der vorhandenen Leuchten zur Stallgeometrie passen. Problematisch können beispielsweise sehr hohe Werte unmittelbar unter einer Leuchte und gleichzeitig große dunkle Zwischenräume sein. In einem solchen Fall bringt eine stärkere Lampe möglicherweise weniger als eine veränderte Leuchtenanordnung oder eine andere Lichtverteilung.

Tageslicht verändert die gemessenen Luxwerte

Fenster und andere Lichtöffnungen können die Beleuchtungsstärke im Stall erheblich erhöhen. Gleichzeitig ändert sich der Tageslichteinfall mit Uhrzeit, Jahreszeit, Bewölkung und Sonnenstand. Ein Messwert von 80 Lux an einem sonnigen Mittag im Juli sagt deshalb wenig darüber aus, welche Beleuchtungsstärke an einem dunklen Dezembermorgen vorhanden ist.

Bei bestimmten Legehennen- und Masthühnerställen verlangt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Lichtöffnungen, deren Gesamtfläche mindestens drei Prozent der Stallgrundfläche entspricht; für bestimmte Bestandsgebäude gelten Ausnahmen. Die Öffnungen sollen so angeordnet sein, dass das natürliche Licht möglichst gleichmäßig in den Stall gelangt. Mehr über die Planung von Fenstern und die Kombination von Tages- und Kunstlicht behandeln wir im Artikel Tageslicht im Hühnerstall: Fenster, Lichtverteilung und Schatten.

Direkte Sonneneinstrahlung kann allerdings sehr hohe lokale Luxwerte erzeugen. Solche Lichtflecken sind nicht mit einer gleichmäßigen Grundbeleuchtung gleichzusetzen. Bei der Planung muss daher sowohl eine zu geringe Beleuchtung als auch eine ausgeprägte ungleichmäßige Verteilung vermieden werden.

Wie viel Lux brauchen Hühner in der Hobbyhaltung?

Die spezifischen Vorschriften der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gelten grundsätzlich für Nutztiere, die zu Erwerbszwecken gehalten werden. Auch die besonderen Regelungen für Legehennen und Masthühner haben jeweils definierte Anwendungsbereiche. Wer einige Hühner ausschließlich privat hält, sollte deshalb einen fachlichen Orientierungswert nicht automatisch als für ihn geltenden gesetzlichen Mindestwert bezeichnen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Licht in der Hobbyhaltung beliebig gestaltet werden kann. Das Tierschutzgesetz verpflichtet jeden Tierhalter dazu, Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen zu pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen. Ein dauerhaft dunkler Stall, in dem Hühner Artgenossen, Futterstellen oder ihre Umgebung kaum erkennen können, wäre mit einer bedarfsgerechten Haltung schwer vereinbar.

Für einen privaten Hühnerstall kann der fachliche Orientierungswert von etwa 20 Lux in Aktivitätsbereichen deshalb ebenfalls eine sinnvolle Planungsgröße sein. Wichtiger als das exakte Erreichen einer einzelnen Zahl ist jedoch, dass ausreichend Tages- oder Kunstlicht vorhanden ist, dunklere Nester erhalten bleiben und die Tiere nachts eine echte Dunkelphase bekommen.

Sind 50 oder 100 Lux für Hühner zu hell?

Ein Wert oberhalb von 20 Lux ist nicht automatisch zu hoch. Tageslicht erzeugt selbst in Innenräumen zeitweise wesentlich höhere Beleuchtungsstärken, und die Anforderungen verschiedener Stallbereiche unterscheiden sich. Ob beispielsweise 50 Lux sinnvoll sind, hängt deshalb davon ab, wo dieser Wert auftritt, wie gleichmäßig das Licht verteilt ist und wie die Tiere darauf reagieren.

Problematisch ist eher die Vorstellung, ein Stall müsse vorsorglich möglichst hell beleuchtet werden. Höhere Beleuchtungsstärken verursachen zusätzlichen Energieverbrauch und können bestimmte Verhaltensweisen beeinflussen. Bei Legehennen wäre eine starke Beleuchtung außerdem beispielsweise im Nestbereich gerade nicht erwünscht.

Die Lichtintensität sollte deshalb auf den Zweck des Bereichs abgestimmt werden. Eine pauschale Obergrenze für die gesamte Geflügelhaltung lässt sich daraus nicht ableiten. Bei auffälligem Verhalten wie Federpicken oder Kannibalismus sollte die Beleuchtung als einer von mehreren möglichen Einflussfaktoren geprüft werden, ohne solche Probleme allein auf die Luxzahl zurückzuführen.

Reicht eine normale Lux-App auf dem Smartphone?

Smartphone-Apps können einen groben Eindruck von Helligkeitsunterschieden vermitteln, ersetzen aber nicht unbedingt ein geeignetes Luxmeter. Die Sensoren eines Smartphones sind in erster Linie dafür gedacht, die Displayhelligkeit an das Umgebungslicht anzupassen. Ihre Position, spektrale Empfindlichkeit und Kalibrierung sind nicht bei jedem Gerät für belastbare Beleuchtungsmessungen ausgelegt.

Für eine orientierende Kontrolle eines kleinen Hühnerstalls kann eine App trotzdem helfen, beispielsweise um einen sehr dunklen Bereich mit einem deutlich helleren zu vergleichen. Sobald gesetzliche Mindestwerte überprüft, eine neue Beleuchtungsanlage abgenommen oder verschiedene Lampenkonzepte miteinander verglichen werden sollen, ist ein richtiges Beleuchtungsstärkemessgerät die bessere Wahl.

Entscheidend ist auch mit einem Luxmeter die korrekte Anwendung. Ein präzises Messgerät liefert keine sinnvollen Ergebnisse, wenn nur an einer einzigen besonders hellen Stelle oder in der falschen Höhe gemessen wird.

Warum neue Lampen später weniger Lux liefern können

Die Beleuchtungsstärke einer Stallanlage bleibt über ihre gesamte Nutzungsdauer nicht konstant. Staub und andere Ablagerungen auf Abdeckungen reduzieren den Lichtaustritt, während verschmutzte Fenster weniger Tageslicht in das Gebäude lassen. Hinzu kommen Alterungseffekte an Leuchten und mögliche Veränderungen an Treibern oder Steuerungen.

Eine Anlage sollte deshalb nicht ausschließlich unmittelbar nach der Montage vermessen werden. Wiederholte Messungen unter vergleichbaren Bedingungen zeigen, ob die geplanten Werte auch nach längerer Nutzung noch erreicht werden. Die Reinigung der Leuchten ist damit nicht nur eine hygienische, sondern auch eine lichttechnische Maßnahme.

Besonders knapp dimensionierte Anlagen können dadurch problematisch werden. Werden im Neuzustand an den dunkelsten relevanten Messpunkten gerade eben 20 Lux erreicht, kann bereits eine moderate Verschmutzung dazu führen, dass der Wert später unterschritten wird. Bei der Planung sollte deshalb berücksichtigt werden, dass reale Stallbedingungen von einer sauberen Neuanlage abweichen.

Warum die Zahl der Lux nicht über die Lichtqualität entscheidet

Ein Luxmeter kann zeigen, ob ein Stall hell oder dunkel ist. Es kann jedoch nicht feststellen, ob eine LED-Leuchte für Hühner sichtbar flimmert oder welche spektralen Anteile ihr Licht besitzt. Zwei Beleuchtungssysteme können am selben Messpunkt jeweils 20 Lux erzeugen und trotzdem von den Tieren unterschiedlich wahrgenommen werden.

Deshalb sollte die Auswahl einer Leuchte nicht allein anhand ihrer möglichen Luxleistung erfolgen. Gerade bei LED-Systemen sind auch Flimmerverhalten, Treiber, Dimmung, Spektrum, Schutz vor Feuchtigkeit und Staub sowie die Lichtverteilung zu beurteilen. Diese Punkte behandeln wir ausführlicher im Beitrag LED-Beleuchtung im Hühnerstall: Worauf kommt es an?.

Auch die Beleuchtungsdauer gehört zur Gesamtbewertung. 20 Lux über den gesamten Tag und die gesamte Nacht wären kein geeignetes Konzept, nur weil die Beleuchtungsstärke während der Hellphase angemessen erscheint. Hühner benötigen neben ausreichend Licht auch regelmäßige Dunkelphasen.

Wie dunkel muss der Hühnerstall nachts sein?

Bei Legehennen ist für künstliche Beleuchtung eine mindestens achtstündige ununterbrochene Nachtphase vorgesehen. Während dieser Dunkelphase soll die Beleuchtungsstärke unter 0,5 Lux liegen, soweit die natürliche Beleuchtung dies zulässt. Zusätzlich muss eine ausreichende Dämmerphase vorhanden sein, damit die Tiere ohne Verletzungsgefahr ihre Ruhestellung einnehmen können.

Bei Masthühnern gelten andere zeitliche Vorgaben. Im Anwendungsbereich der speziellen Masthühnerregelungen muss spätestens ab dem siebten Tag nach der Einstallung bis drei Tage vor dem vorgesehenen Schlachttermin eine mindestens sechsstündige ununterbrochene Dunkelperiode eingehalten werden. Dämmerungsphasen zählen dabei nicht zur vorgeschriebenen Dunkelzeit.

Damit ist eine Luxmessung nicht nur während des Tages sinnvoll. Auch ein vermeintlich schwaches Nacht- oder Orientierungslicht kann überprüft werden, wenn geklärt werden soll, ob der vorgesehene Dunkelbereich tatsächlich dunkel genug ist. Weitere Informationen stehen im Beitrag Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?.

Wie viele Lampen braucht ein Hühnerstall für 20 Lux?

Aus der gewünschten Luxzahl allein lässt sich die notwendige Zahl der Lampen nicht seriös bestimmen. Dafür müssen mindestens Stallfläche, Montagehöhe, Lichtstrom und Abstrahlcharakteristik der Leuchten, Reflexionen von Decke und Wänden sowie mögliche Abschattungen berücksichtigt werden. Zwei Ställe mit gleicher Grundfläche können deshalb eine unterschiedliche Zahl und Anordnung von Leuchten benötigen.

Bei größeren Geflügelställen ist eine Lichtplanung sinnvoll, die bereits vor der Montage die zu erwartende Verteilung auf Tierhöhe berechnet. Anschließend sollte das Ergebnis im realen Stall durch Messungen kontrolliert werden. Eine solche Planung ist genauer als die einfache Rechnung, eine bestimmte Watt- oder Lumenmenge auf die Quadratmeterzahl des Stalles zu verteilen.

Auch bei kleinen Hühnerställen lohnt es sich, nicht nur eine zentrale Lampe zu verwenden, wenn dadurch sehr helle und sehr dunkle Bereiche entstehen. Häufig kann eine bessere Verteilung mehr bewirken als eine höhere Gesamtleistung.

Welcher Luxwert ist für einen Hühnerstall sinnvoll?

Für Masthühner ist der gesetzlich relevante Wert im entsprechenden Anwendungsbereich klar: mindestens 20 Lux in Kopfhöhe auf mindestens 80 Prozent der Nutzfläche. Bei Legehennen sind 20 Lux auf Augenhöhe ein wichtiger fachlicher Orientierungswert, aber kein pauschaler deutscher gesetzlicher Mindestwert für die Hellphase.

Für die praktische Stallplanung sollte deshalb nicht versucht werden, überall exakt 20 Lux herzustellen. Aktivitäts-, Futter- und Einstreubereiche benötigen genügend Licht für Orientierung und normales Verhalten, während Legenester bewusst dunkler bleiben. Ebenso wichtig ist, dass keine großen unbeabsichtigten Schattenzonen entstehen und die Beleuchtungsstärke an mehreren repräsentativen Punkten geprüft wird.

Die Luxzahl beantwortet damit die Frage nach der Helligkeit, aber nicht die gesamte Frage nach einer geeigneten Hühnerstallbeleuchtung. Lichtfarbe und Lichtspektrum, Lichtdauer bei Legehennen, Flimmerfreiheit sowie Tages- und Dunkelphasen müssen zusätzlich berücksichtigt werden.

Quellen