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Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?

Hühner brauchen nicht nur ausreichend Licht, sondern auch eine regelmäßige Dunkelphase. Bei Legehennen in Erwerbshaltungen muss die künstliche Beleuchtung während der Nacht für mindestens acht Stunden ununterbrochen zurückgeschaltet werden. Für Masthühner gelten im Anwendungsbereich der speziellen Vorschriften mindestens sechs Stunden ununterbrochene Dunkelheit innerhalb eines 24-Stunden-Lichtprogramms.

Dunkelphase bei Hühnern

Diese Werte beschreiben allerdings die vorgeschriebene beziehungsweise erforderliche Dunkelperiode und nicht exakt die Schlafdauer eines einzelnen Huhns. Tiere schlafen nicht zwangsläufig während jeder Minute der Dunkelphase und können auch tagsüber Ruhephasen einlegen. Für die Haltung ist deshalb entscheidend, genügend ungestörte Nachtzeit zur Verfügung zu stellen, in der die Tiere ruhen und schlafen können.

Die Dunkelperiode gehört damit genauso zur Stallbeleuchtung für Hühner wie Lux, Lichtfarbe und Tageslänge. Ein Beleuchtungskonzept ist nicht vollständig, wenn nur festgelegt wird, wann die Lampen eingeschaltet werden.

Wie lange brauchen Hühner nachts Dunkelheit?

Für Legehennen enthält die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung eine klare Vorgabe. Bei Verwendung künstlicher Beleuchtung muss diese für mindestens acht Stunden ununterbrochen während der Nacht zurückgeschaltet werden. Während der Dunkelphase soll die Beleuchtungsstärke weniger als 0,5 Lux betragen, sofern dies die natürliche Beleuchtung zulässt.

Zusätzlich ist eine ausreichende Dämmerphase vorzusehen. Sie soll den Hennen ermöglichen, ihre Ruhestellung ohne Verletzungsgefahr einzunehmen. Die Nacht beginnt im Stall also nicht sinnvollerweise mit einem plötzlichen Wechsel von voller Beleuchtungsstärke zu völliger Dunkelheit.

Für Masthühner gilt eine andere zeitliche Vorgabe. Spätestens ab dem siebten Tag nach der Einstallung bis drei Tage vor dem vorgesehenen Schlachttermin muss das Lichtprogramm mindestens sechs Stunden ununterbrochene Dunkelheit innerhalb von 24 Stunden gewährleisten. Dämmerlichtperioden werden dabei nicht auf diese sechs Stunden angerechnet.

Acht Stunden Dunkelheit bedeuten nicht acht Stunden Dauerschlaf

Die Frage „Wie viele Stunden schlafen Hühner?“ klingt zunächst nach einer festen Zahl. Eine solche Zahl lässt sich für die praktische Haltung jedoch kaum seriös angeben, weil Schlaf und Ruhe vom Alter, Haltungssystem, Tagesablauf und individuellen Verhalten abhängen. Hühner können während der Nacht aufwachen, ihre Position verändern und anschließend weiter schlafen.

Außerdem ruhen Hühner nicht ausschließlich nachts. Besonders Masthühner verbringen auch während der Hellphase viel Zeit liegend oder ruhend. Untersuchungen zeigen dennoch, dass eine zusammenhängende Dunkelperiode längere ungestörte Ruhephasen ermöglicht und deshalb nicht einfach durch viele kurze Pausen über den Tag ersetzt werden sollte.

Für den Tierhalter ist es daher sinnvoller, mit einer verlässlichen Dunkelperiode zu planen, statt eine vermeintlich exakte Schlafdauer erreichen zu wollen. Die rechtlichen Vorgaben liefern dafür bei professionellen Legehennen- und Masthühnerhaltungen einen klaren Rahmen.

Warum brauchen Hühner überhaupt Dunkelheit?

Licht und Dunkelheit wirken als Zeitgeber für den biologischen Tagesrhythmus. Die Tiere unterscheiden Aktivitäts- und Ruhephasen anhand dieses Wechsels und richten unter anderem Futteraufnahme, Bewegung, Ruhen und Schlaf danach aus. Eine Nachtphase ist deshalb kein Zeitraum, in dem lediglich auf Beleuchtung verzichtet werden kann, sondern ein eigener Bestandteil des Haltungsmanagements.

Bei Masthühnern zeigen Studien, dass ausreichende Dunkelperioden mit längeren ununterbrochenen Ruhephasen und verschiedenen positiven Wohlfahrtsparametern verbunden sein können. Dauerbeleuchtung oder extrem lange Lichtphasen können dagegen die normale Ruhe erschweren. Auch bei Junghennen und Legehennen ist ein stabiler Tag-Nacht-Rhythmus für eine geordnete Aktivitäts- und Ruheverteilung wichtig.

Die DLG empfiehlt für Geflügel allgemein eine ausreichend lange, ununterbrochene Dunkelperiode von etwa sechs bis acht Stunden, wobei die konkreten gesetzlichen Anforderungen je nach Nutzungsrichtung zu beachten sind.

Warum Dauerlicht keine gute Lösung ist

Früher wurden in Teilen der Geflügelproduktion sehr lange Lichtphasen genutzt, weil zusätzliche Aktivitätszeit eine höhere Futteraufnahme ermöglichen sollte. Inzwischen ist deutlich besser untersucht, dass nahezu kontinuierliche Beleuchtung nicht nur Vorteile für die Leistung bringt, sondern Ruhe, Verhalten und Tierwohl beeinträchtigen kann.

Besonders bei Masthühnern ist ein ausgeprägter Tag-Nacht-Rhythmus relevant. Untersuchungen zeigen, dass Tiere bei geeigneten Dunkelphasen ungestörter ruhen können. Für die kommerzielle Masthühnerhaltung schreibt die TierSchNutztV deshalb ausdrücklich einen am natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus orientierten 24-Stunden-Zyklus vor.

Auch bei Legehennen wäre es falsch, aus dem Zusammenhang zwischen Tageslänge und Legeleistung abzuleiten, möglichst langes Licht sei grundsätzlich besser. Wie die tägliche Lichtdauer über Aufzucht und Legephase gesteuert wird, erklären wir im Beitrag Wie lange brauchen Hühner Licht? Lichtprogramme für Legehennen.

Wie dunkel muss es nachts im Hühnerstall sein?

Für Legehennen ist die Antwort relativ konkret. Während der Dunkelphase soll die Beleuchtungsstärke unter 0,5 Lux liegen, sofern dies die natürliche Beleuchtung zulässt. Das ist erheblich dunkler als ein normal beleuchteter Stall und auch deutlich dunkler als viele vermeintlich schwache Nachtbeleuchtungen.

0,5 Lux entspricht ungefähr einer sehr schwachen Beleuchtung, lässt sich aber mit bloßem Auge schwer zuverlässig beurteilen. Besonders moderne LED-Leuchten können auch bei sehr niedriger Dimmstufe noch mehr Licht erzeugen als erwartet. Wer wissen möchte, wie dunkel es auf Tierhöhe tatsächlich ist, sollte daher messen statt nur nach dem subjektiven Eindruck zu beurteilen.

Wie Beleuchtungsstärke korrekt kontrolliert wird, erklären wir ausführlich unter Wie viel Lux brauchen Hühner im Stall?.

Muss es im Hühnerstall völlig dunkel sein?

Absolute Dunkelheit ist nicht in jedem Stall erforderlich. Bei Legehennen formuliert die TierSchNutztV bewusst einen Zielwert unter 0,5 Lux und berücksichtigt dabei, dass natürliche Beleuchtung beispielsweise durch Mondlicht oder einfallendes Außenlicht nicht vollständig ausgeschaltet werden kann. Entscheidend ist, dass aus der vorgesehenen Nacht keine dauerhafte schwache Lichtphase wird.

Die DLG hält eine Notbeleuchtung von maximal 0,5 Lux innerhalb der Ruhephase für möglich, wenn sie der Orientierung und der Vermeidung von Panik dient. Daraus sollte jedoch nicht abgeleitet werden, dass jeder Hühnerstall nachts grundsätzlich ein Orientierungslicht benötigt.

In einem gut funktionierenden Stall kann eine echte Dunkelphase ohne dauerhaftes Nachtlicht die normale Lösung sein. Zusätzliche Beleuchtung sollte einen konkreten Zweck haben und so schwach wie nötig gehalten werden.

Ist ein Nachtlicht für Hühner sinnvoll?

Ein Nachtlicht kann in bestimmten Situationen helfen, ist aber kein notwendiger Bestandteil jeder Hühnerhaltung. In großen oder komplexen Haltungssystemen kann eine sehr schwache Orientierungsmöglichkeit beispielsweise dazu dienen, Panikreaktionen zu reduzieren. Entscheidend ist, dass die Ruhephase dadurch nicht zu einer regulären Lichtperiode wird.

Bei Legehennen sollte auch ein solches Licht unter dem für die Dunkelphase vorgesehenen Niveau bleiben. Die Einstellung „ein Prozent“ an einem LED-Dimmer sagt dabei wenig aus, weil der daraus resultierende Luxwert von Leuchte, Montagehöhe und Stallgeometrie abhängt.

Eine einfache helle LED-Lampe, die die ganze Nacht brennt, ist daher keine geeignete Sicherheitslösung. Wenn Orientierungslicht erforderlich ist, sollte es gezielt geplant und auf Tierhöhe überprüft werden.

Können Hühner bei Rotlicht schlafen?

Rotes Licht wird teilweise als Nachtbeleuchtung eingesetzt, weil Menschen es als weniger störend empfinden. Für Hühner ist rotes sichtbares Licht jedoch keineswegs unsichtbar. Die Tiere besitzen Fotorezeptoren, die auch längere sichtbare Wellenlängen wahrnehmen, und gerade der rote Spektralbereich spielt bei Geflügel zusätzlich eine physiologische Rolle.

Eine rote Lampe kann deshalb nicht automatisch mit Dunkelheit gleichgesetzt werden. Brennt sie während der gesamten Nacht mit relevanter Intensität, kann sie die vorgesehene Dunkelperiode beeinträchtigen. Das gilt auch für rote Wärmelampen in der Kükenaufzucht.

Wenn Wärme benötigt wird, sollte möglichst zwischen Wärmeversorgung und Beleuchtung unterschieden werden. Ausführlicher behandeln wir die Wahrnehmung verschiedener Spektren im Artikel Welche Lichtfarbe ist für Hühner geeignet?.

Brauchen Küken nachts Licht?

Küken erhalten in den ersten Lebenstagen häufig deutlich längere Lichtphasen als ältere Tiere, weil sie ihre Umgebung kennenlernen und zuverlässig Futter und Wasser finden müssen. In professionellen Aufzuchtprogrammen kommen teilweise auch intermittierende Programme zum Einsatz, bei denen sich Licht- und Dunkelphasen mehrfach innerhalb von 24 Stunden abwechseln.

Daraus folgt jedoch nicht, dass Küken während der gesamten Aufzucht rund um die Uhr Licht benötigen. Dunkelphasen werden schon früh eingeführt und anschließend mit zunehmendem Alter verlängert. Das konkrete Programm hängt von Genetik, Aufzuchtsystem und Managementempfehlung ab.

Wichtig ist außerdem die Wärmeversorgung. Wird sie ausschließlich über eine sichtbare Wärmelampe bereitgestellt, kann ein Konflikt zwischen Wärmebedarf und gewünschter Dunkelheit entstehen. Technische Systeme, die Wärme ohne dauerhaftes sichtbares Licht bereitstellen, ermöglichen eine klarere Trennung zwischen Temperatur und Beleuchtung.

Warum die Dämmerung vor der Nacht wichtig ist

Hühner gehen nicht einfach in dem Moment schlafen, in dem eine Lampe ausgeschaltet wird. Mit abnehmender Helligkeit beginnen sie, ihre Aktivität zu reduzieren und ihre Schlafplätze aufzusuchen. Dieser Übergang ist besonders in Haltungssystemen mit Sitzstangen und mehreren Ebenen wichtig.

Legehennen können in einer Voliere vor der Nachtruhe erhebliche Wege zurücklegen. Sie bewegen sich aus dem Scharrbereich in das Versorgungssystem und schließlich auf höher gelegene Sitzstangen. Wird plötzlich alles dunkel, können Tiere auf dem Boden oder in ungünstigen Bereichen zurückbleiben.

Deshalb ist bei Legehennen eine ausreichende Dämmerphase vorgeschrieben. Eine dimmbare Beleuchtung kann diesen natürlichen Helligkeitsabfall nachbilden und den Tieren Zeit geben, sich auf die Nacht vorzubereiten.

Wie lange sollte die Dämmerphase dauern?

Die deutsche Verordnung nennt für Legehennen keine feste Zahl von Minuten. Sie verlangt eine ausreichende Dämmerphase, die es den Tieren ermöglicht, ihre Ruhestellung ohne Verletzungsgefahr einzunehmen. Damit muss die tatsächliche Funktion im jeweiligen Haltungssystem berücksichtigt werden.

Ein einfacher Bodenstall stellt andere Anforderungen als eine große mehrstöckige Voliere. Je länger die Wege zu den Sitzstangen und je komplexer die Anlage, desto wichtiger ist es, den Ablauf am Abend zu beobachten. Wenn am Ende der Dimmung regelmäßig viele Tiere im Scharrbereich zurückbleiben, funktioniert die gewählte Steuerung offensichtlich nicht optimal.

Eine generelle Minutenzahl wäre deshalb weniger hilfreich als die Beobachtung der Herde. Wie künstlicher Sonnenuntergang und zusätzliche Abendbeleuchtung zusammenpassen, erklären wir im Beitrag Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?.

Lichtzonen können Hühner zu ihren Schlafplätzen führen

In Volieren lässt sich die Beleuchtung am Abend gezielt zur Tierführung einsetzen. Wird der Scharrraum zuerst dunkler, während die Bereiche in der Voliere und an den Sitzstangen noch beleuchtet bleiben, verlagern sich die Tiere schrittweise in Richtung ihrer Ruheplätze.

Die DLG empfiehlt eine solche Reihenfolge ausdrücklich. Zunächst kann der Scharrbereich heruntergedimmt werden, danach die Beleuchtung innerhalb des Versorgungssystems und zuletzt das Licht über den Sitzstangen. Dadurch entsteht kein plötzliches Dunkel im gesamten Gebäude.

Das funktioniert nur mit einer entsprechend geplanten Beleuchtungsanlage. Eine einzige zentrale Lampe, die den gesamten Stall gleichzeitig ein- und ausschaltet, bietet diese Möglichkeit nicht.

Wo schlafen Hühner am liebsten?

Hühner suchen zum Schlafen bevorzugt erhöhte Ruheplätze auf. Sitzstangen ermöglichen dieses artspezifische Verhalten und gehören deshalb in der Legehennenhaltung zu den vorgeschriebenen Einrichtungselementen. Die Beleuchtung sollte den Tieren ermöglichen, diese Plätze vor Eintritt der Dunkelheit sicher zu erreichen.

In der Dunkelphase selbst ist keine helle Beleuchtung der Sitzstangen erforderlich. Entscheidend ist vielmehr, dass der Weg dorthin während der Dämmerung ausreichend erkennbar bleibt. Eine sinnvolle Lichtsteuerung trennt deshalb die Phase des Aufbaumens von der eigentlichen Nachtruhe.

In kleineren privaten Hühnerställen übernimmt häufig die natürliche Abenddämmerung diese Aufgabe. Voraussetzung ist, dass der Stall nicht schon deutlich dunkler ist als der Außenbereich, während die Tiere noch draußen sind.

Warum Hühner abends manchmal nicht in den Stall gehen

Bei Freilandhaltung kann die Helligkeitsverteilung dazu führen, dass Hühner am Abend nur zögerlich in den Stall zurückkehren. Wenn es draußen noch relativ hell ist, der Stallinnenraum aber bereits sehr dunkel wirkt, kann der Übergang für die Tiere unattraktiv sein. Beleuchtung beeinflusst daher nicht nur das Schlafen selbst, sondern auch den Weg zum Schlafplatz.

Eine passend gesteuerte Stallbeleuchtung kann dafür sorgen, dass der Innenraum während der Rückkehrphase noch gut erkennbar bleibt. Erst wenn sich die Tiere im Stall befinden, wird die Beleuchtung schrittweise reduziert. Der Zeitpunkt muss dabei zum natürlichen Sonnenuntergang und zur vorgesehenen Gesamtlichtdauer passen.

Dieser Zusammenhang ist besonders bei Hennen mit Auslauf relevant. Die künstliche Beleuchtung darf am Abend nicht so früh reduziert werden, dass die Tiere ihren Stall kaum noch erkennen, gleichzeitig darf sie die vorgeschriebene Nachtphase nicht unnötig nach hinten verschieben.

Warum Hühner nachts aufschrecken können

Auch schlafende Hühner können auf plötzliche Geräusche, Lichtreize oder andere Störungen reagieren. In größeren Gruppen kann eine Schreckreaktion weitere Tiere erfassen und Unruhe auslösen. Bei ungünstigen Stallbedingungen besteht dabei die Gefahr, dass Tiere gegeneinander oder gegen Einrichtungen gedrückt werden.

Eine gleichmäßige Umgebung und ein stabiler Tag-Nacht-Rhythmus können solche Situationen nicht vollständig verhindern, verringern aber unnötige Reize. Direkt in den Stall einfallendes Scheinwerferlicht, Bewegungsmelder oder häufig eingeschaltete Arbeitsbeleuchtung sollten deshalb während der Nacht vermieden werden.

Wo eine Notbeleuchtung zur Orientierung eingesetzt wird, sollte sie sehr schwach bleiben. Sie darf nicht dazu führen, dass die gesamte Ruhephase dauerhaft aufgehellt wird.

Stört Hofbeleuchtung die Nachtruhe?

Nicht nur Stalllampen bestimmen, wie dunkel es nachts im Hühnerstall wird. Licht von Hoflampen, Fahrzeugen, Straßenbeleuchtung oder benachbarten Gebäuden kann durch Fenster und Lüftungsöffnungen einfallen. Besonders punktuelle Lichtquellen können dabei einzelne Stallbereiche deutlich stärker aufhellen als andere.

Bei einer Luxmessung der Dunkelphase sollte deshalb nicht nur die ausgeschaltete Stallbeleuchtung betrachtet werden. Entscheidend ist die tatsächlich auf Tierhöhe vorhandene Helligkeit unter realen Nachtbedingungen. Ein Stall kann technisch vollständig ausgeschaltet sein und trotzdem durch Außenlicht deutlich heller als vorgesehen bleiben.

Das ist einer der Gründe, warum Fenster und künstliche Beleuchtung gemeinsam geplant werden sollten. Mehr dazu behandeln wir im Beitrag Tageslicht im Hühnerstall: Fenster, Lichtverteilung und Schatten.

Warum eine ununterbrochene Dunkelphase wichtig ist

Bei Legehennen verlangt die TierSchNutztV ausdrücklich mindestens acht Stunden ununterbrochene Nacht. Für Masthühner schreibt die deutsche Regelung im entsprechenden Anwendungsbereich ebenfalls eine zusammenhängende Dunkelperiode von mindestens sechs Stunden vor. Damit reicht es nicht, viele kurze Dunkelintervalle über die Nacht zu verteilen und deren Dauer einfach zusammenzurechnen.

Die zusammenhängende Phase ermöglicht längere ungestörte Ruhe. Besonders bei Masthühnern zeigen Untersuchungen, dass kontinuierliche Dunkelperioden für Ruheverhalten und verschiedene Wohlfahrtsparameter vorteilhaft sein können. Ein in zahlreiche kleine Abschnitte zerlegter Tag-Nacht-Rhythmus erfüllt nicht automatisch denselben Zweck.

Spezielle intermittierende Programme können in bestimmten Aufzuchtphasen dennoch eingesetzt werden. Sie ersetzen jedoch nicht ohne Weiteres die rechtlichen Anforderungen, die für ältere Legehennen oder Masthühner gelten.

Darf man Legehennen nachts zum Fressen beleuchten?

In internationalen Managementleitfäden finden sich teilweise sogenannte Midnight-Feeding-Programme. Dabei wird innerhalb der normalen Nacht für eine bestimmte Zeit Licht gegeben, damit Hochleistungshennen zusätzlich Futter aufnehmen können. Solche Programme können unter bestimmten Produktionsbedingungen interessant erscheinen.

Für Legehennen in Deutschland muss jedoch die vorgeschriebene mindestens achtstündige ununterbrochene Nacht berücksichtigt werden. Ein Lichtblock mitten in dieser Phase würde die Ruhezeit unterbrechen. Internationale Managementempfehlungen dürfen deshalb nicht ungeprüft auf die deutschen rechtlichen Bedingungen übertragen werden.

Wer Futteraufnahme über die Beleuchtung steuern möchte, sollte dies innerhalb des regulären Lichtprogramms lösen. Das gilt insbesondere dann, wenn die tägliche Lichtphase bereits 14 bis 16 Stunden umfasst.

Was gilt für Masthühner?

Für Masthühner gelten die speziellen Beleuchtungsvorgaben der TierSchNutztV grundsätzlich für Betriebe mit mindestens 500 Tieren, soweit keine der in § 16 genannten Ausnahmen greift. Spätestens ab dem siebten Tag nach der Einstallung bis drei Tage vor dem vorgesehenen Schlachttermin muss ein am natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus orientiertes 24-Stunden-Lichtprogramm eingehalten werden.

Die zusammenhängende Dunkelperiode muss mindestens sechs Stunden betragen. Dämmerlicht zählt nicht zu diesen sechs Stunden, sodass eine zusätzliche Übergangsphase nicht einfach als Teil der vorgeschriebenen Nacht berechnet werden darf.

Die Dunkelperiode hat gerade bei schnell wachsenden Masthühnern eine wichtige Funktion. Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass längere zusammenhängende Ruhezeiten gegenüber nahezu kontinuierlicher Beleuchtung Vorteile für Ruheverhalten und Wohlbefinden bieten können.

Sechs Stunden sind Mindestvorgabe, nicht automatisch Optimalwert

Die gesetzliche Mindestdauer beantwortet nicht automatisch die Frage nach dem unter allen Bedingungen optimalen Lichtprogramm. Forschungsarbeiten zu Masthühnern haben beispielsweise Programme mit sieben oder acht Stunden Dunkelheit untersucht und dabei Vorteile für ununterbrochenes Ruhen beziehungsweise einzelne Wohlfahrtsmerkmale gefunden.

Gleichzeitig beeinflusst eine längere Dunkelphase die Zeit für Futteraufnahme und Aktivität. Die optimale Gestaltung hängt daher unter anderem von Genetik, Alter, Wachstum, Haltung und Management ab. Die rechtlich vorgeschriebenen sechs Stunden sollten nicht als Empfehlung verstanden werden, jede Herde grundsätzlich exakt auf diesen Mindestwert einzustellen.

Auch hier gilt: Tierwohl und Leistung werden nicht durch eine einzige Zahl bestimmt. Lichtintensität, Spektrum, Luftqualität, Besatz, Einstreu, Futter- und Wasserversorgung wirken gleichzeitig.

Was gilt für Hobbyhühner?

Die TierSchNutztV gilt grundsätzlich für das Halten von Nutztieren zu Erwerbszwecken. Die speziellen Acht-Stunden-Regeln für Legehennen sind daher nicht einfach als unmittelbar geltende Vorschrift für jede private Kleinhaltung zu behandeln. Für Hobbyhalter gilt aber weiterhin das Tierschutzgesetz, nach dem Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden müssen.

Für die praktische Haltung gibt es wenig Grund, Hobbyhühnern kürzere Nächte als professionell gehaltenen Legehennen zu geben. Ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus mit etwa acht Stunden echter Dunkelheit ist deshalb auch hier eine sinnvolle Orientierung. Wer den Wintertag künstlich verlängert, sollte die Nacht nicht immer weiter verkürzen, nur um zusätzliche Eier zu erhalten.

Gerade in Hobbyhaltungen lässt sich häufig der natürliche Sonnenuntergang nutzen. Wie Kunstlicht im Winter eingesetzt werden kann, erklären wir ausführlich im Beitrag Hühnerstall im Winter beleuchten: Ist Kunstlicht nötig?.

Wie lässt sich die Dunkelphase praktisch kontrollieren?

Am einfachsten ist ein fest programmiertes Lichtsystem, bei dem tägliche Ein- und Ausschaltzeiten sowie Dimmphasen automatisch gesteuert werden. Die Steuerung sollte regelmäßig überprüft werden, weil Stromausfälle, Zeitumstellungen oder fehlerhafte Einstellungen das Programm verändern können. Bei Ställen mit Fenstern muss zusätzlich berücksichtigt werden, wann natürliches Licht tatsächlich in den Stall fällt.

Auch die tatsächliche Helligkeit sollte gelegentlich gemessen werden. Das gilt besonders dann, wenn LED-Leuchten nachts stark heruntergedimmt statt vollständig ausgeschaltet werden oder wenn Außenlicht in den Stall gelangt. Bei Legehennen ist die Schwelle von 0,5 Lux dabei eine wichtige Orientierung.

Eine gut programmierte LED-Beleuchtung im Hühnerstall erleichtert die Steuerung erheblich. Voraussetzung ist jedoch, dass die Leuchten auch bei niedrigen Dimmstufen stabil und für Hühner flackerfrei arbeiten.

Typische Fehler bei der Nachtbeleuchtung

Ein häufiger Fehler ist das dauerhafte Brennen einer schwachen Lampe „zur Sicherheit“. Ohne Messung ist kaum einzuschätzen, ob dieses Licht tatsächlich unter 0,5 Lux bleibt oder die Ruhezone deutlich stärker aufhellt. Dass eine Lampe für Menschen dunkel erscheint, reicht für diese Beurteilung nicht aus.

Ebenso ungünstig ist ein abruptes Ausschalten der vollen Stallbeleuchtung. Die Tiere benötigen vor allem bei Volieren Zeit, um Sitzstangen und Ruheplätze zu erreichen. Auch automatisch eingeschaltete Hoflampen oder Bewegungsmelder können eine eigentlich gut geplante Nachtphase immer wieder unterbrechen.

Ein weiterer Fehler besteht darin, Dunkelheit nur als Restzeit nach Festlegung des Lichtprogramms zu betrachten. Wird der Lichttag ständig verlängert, bleibt irgendwann zu wenig zusammenhängende Nacht übrig. Licht- und Dunkelphase müssen deshalb immer gemeinsam geplant werden.

Wie viel Dunkelheit brauchen Hühner also?

Für professionell gehaltene Legehennen sind bei künstlicher Beleuchtung mindestens acht Stunden ununterbrochene Nacht vorgesehen; die Beleuchtungsstärke soll dabei unter 0,5 Lux liegen, soweit die natürliche Beleuchtung dies zulässt. Für Masthühner gilt im entsprechenden Anwendungsbereich ab dem siebten Tag bis drei Tage vor der Schlachtung eine mindestens sechsstündige ununterbrochene Dunkelperiode, wobei Dämmerlicht nicht mitgerechnet wird.

Diese Zeiten sind jedoch keine exakten Angaben darüber, wie viele Stunden jedes Tier tatsächlich schläft. Sie schaffen den Zeitraum, in dem Schlaf und ungestörtes Ruhen möglich sind. Wissenschaftliche Untersuchungen und Fachinformationen sprechen dafür, Dunkelheit als eigenständigen Bestandteil des Tierwohls zu behandeln und nicht lediglich als produktionsfreie Zeit.

Für die Stallplanung bedeutet das: Nicht möglichst lange beleuchten, sondern einen stabilen 24-Stunden-Rhythmus schaffen. Lichtphase, Dämmerung und Dunkelphase müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass die Tiere tagsüber aktiv sein und nachts ausreichend ungestört ruhen können.

Quellen