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LED-Beleuchtung im Hühnerstall: Worauf kommt es an?

LED-Leuchten haben sich in Geflügelställen weitgehend als bevorzugte Technik etabliert. Sie benötigen vergleichsweise wenig Strom, lassen sich gut steuern und können Lichtprogramme mit unterschiedlichen Helligkeiten und Dämmerungsphasen ermöglichen. Eine beliebige LED-Lampe aus dem Baumarkt ist deshalb aber noch lange keine geeignete Stallleuchte.

LED-Beleuchtung im Hühnerstall: Worauf kommt es an?

Bei Hühnern spielen neben Beleuchtungsstärke und Lichtfarbe besonders das Flimmerverhalten, die Qualität von Treiber und Dimmer sowie die Beständigkeit gegenüber Staub, Feuchtigkeit, Reinigung und Ammoniak eine Rolle. Eine Leuchte kann für Menschen vollkommen ruhig erscheinen und trotzdem Helligkeitsschwankungen erzeugen, die Geflügel wahrnehmen kann. Hinzu kommt, dass nicht jede Leuchte ihr Licht gleichmäßig verteilt und nicht jedes Gehäuse den Bedingungen eines Geflügelstalls dauerhaft standhält.

Die LED-Technik muss deshalb als Bestandteil der gesamten Stallbeleuchtung für Hühner betrachtet werden. Entscheidend ist nicht, welche Lampe auf dem Datenblatt besonders viele Lumen liefert, sondern welche Lichtbedingungen tatsächlich auf Tierhöhe und in den verschiedenen Stallbereichen entstehen.

Warum LED im Hühnerstall besondere Anforderungen erfüllen muss

Ein Geflügelstall ist für eine Leuchte eine deutlich anspruchsvollere Umgebung als ein Büro, eine Werkstatt oder ein Wohnraum. Staub, hohe Luftfeuchtigkeit, Reinigungswasser und ammoniakhaltige Stallluft wirken über viele Jahre auf Gehäuse, Dichtungen, Abdeckungen, Kontakte und Elektronik ein. Gleichzeitig soll die Beleuchtung zuverlässig funktionieren, weil Ausfälle unmittelbar das Lichtprogramm und damit den Tagesrhythmus der Tiere verändern können.

Dazu kommen die besonderen Anforderungen des Geflügels an das Licht selbst. Hühner nehmen ein breiteres Spektrum wahr als Menschen und können schnelle Helligkeitsänderungen besser erkennen. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verlangt deshalb bei Geflügel ausdrücklich, dass künstliches Licht entsprechend dem tierartspezifischen Wahrnehmungsvermögen flackerfrei angeboten wird.

Eine geeignete LED-Stallleuchte muss folglich zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Sie muss mechanisch und elektrisch für die Stallumgebung ausgelegt sein und eine Lichtqualität bieten, die zu den Tieren und dem eingesetzten Lichtprogramm passt.

Warum flimmerfreies Licht bei Hühnern so wichtig ist

Elektrisch betriebene Lichtquellen erzeugen nicht zwangsläufig einen vollkommen gleichmäßigen Lichtstrom. Je nach Netzteil, LED-Treiber, Dimmer und Regelungsverfahren kann die Helligkeit sehr schnell ansteigen und abfallen. Ist diese Veränderung langsam genug, wird sie als sichtbares Flackern wahrgenommen; bei höheren Frequenzen erscheint das Licht für Menschen möglicherweise bereits konstant.

Hühner besitzen jedoch ein ausgeprägtes Bewegungssehen und können schnelle zeitliche Veränderungen besser auflösen als Menschen. Die DLG beschreibt, dass Geflügel mehr als 100 Bilder pro Sekunde verarbeiten kann, und empfiehlt deshalb, die Frequenz künstlicher Beleuchtung deutlich oberhalb dieses Bereichs zu legen. Ein rechtlich festgelegter Mindestwert in Hertz existiert dabei nicht; maßgeblich ist die Vorgabe, dass das Licht für das tierartspezifische Wahrnehmungsvermögen flackerfrei sein muss.

Dieser Unterschied ist ein wesentlicher Grund, weshalb eine LED nicht allein durch eine Sichtprüfung beurteilt werden kann. Dass ein Landwirt kein Flimmern erkennt, bedeutet nicht automatisch, dass die Tiere dasselbe Licht als kontinuierlich wahrnehmen.

Ist jede LED automatisch flimmerfrei?

Nein. „LED“ bezeichnet zunächst nur die verwendete Lichtquelle und sagt nichts darüber aus, wie gleichmäßig der Lichtstrom über die Zeit erzeugt wird. Das Flimmerverhalten hängt wesentlich von der Elektronik ab, die zwischen Netzversorgung und LED sitzt.

Die DLG weist ausdrücklich darauf hin, dass selbst dasselbe Leuchtmittel mit unterschiedlicher Vorschaltelektronik unterschiedliche Frequenzen erzeugen kann. Deshalb lässt sich weder LED-Technik noch eine andere Leuchtmittelgruppe pauschal als flimmerfrei bezeichnen. Bewertet werden muss immer die Kombination aus Leuchte, Treiber, Dimmer und Steuerung.

Das ist besonders bei Stallanlagen wichtig, die stark gedimmt werden. Ein System kann bei voller Leistung unauffällig funktionieren und bei niedriger Helligkeit ein deutlich anderes zeitliches Lichtverhalten zeigen.

Was hat der LED-Treiber mit Flimmern zu tun?

LEDs können nicht direkt in der gleichen Weise wie eine klassische Glühlampe am Stromnetz betrieben werden. Ein Treiber wandelt und regelt die elektrische Versorgung der LED. Seine Qualität beeinflusst deshalb unmittelbar, wie konstant der Lichtstrom erzeugt wird.

Ein einfacher oder schlecht abgestimmter Treiber kann stärkere Helligkeitsschwankungen verursachen. Hochwertige Systeme arbeiten dagegen mit einer Elektronik, die den Lichtstrom auch bei wechselnden Leistungsstufen möglichst stabil hält. Für einen Geflügelstall sollte deshalb nicht nur die LED selbst, sondern die komplette Leuchte einschließlich Treiber beurteilt werden.

Bei einem Defekt oder Austausch ist dieser Punkt ebenfalls relevant. Wird der ursprüngliche Treiber durch ein technisch anderes Modell ersetzt, kann sich das Flimmerverhalten verändern, obwohl die eigentlichen LEDs unverändert bleiben.

Stromdimmung oder Pulsweitenmodulation?

LED-Leuchten lassen sich auf unterschiedliche Weise dimmen. Bei einer Stromdimmung wird der Strom durch die LED verändert, wodurch sich ihre Lichtleistung reduziert oder erhöht. Bei der Pulsweitenmodulation, kurz PWM, wird die LED dagegen in sehr schneller Folge ein- und ausgeschaltet; das Verhältnis zwischen Ein- und Ausschaltzeit bestimmt die wahrgenommene Helligkeit.

PWM ist nicht grundsätzlich ungeeignet für Geflügel. Entscheidend ist, mit welcher Frequenz und mit welcher technischen Ausführung die Regelung arbeitet. Eine zu niedrige Frequenz kann für die Tiere wahrnehmbare Lichtimpulse erzeugen, obwohl ein Mensch nur ein gleichmäßig gedimmtes Licht sieht.

Bei der Beschaffung sollte deshalb nicht lediglich gefragt werden, ob eine Leuchte dimmbar ist. Wichtig ist auch, welches Dimmverfahren eingesetzt wird und ob Leuchte, Treiber und Steuergerät als Gesamtsystem für Geflügelanwendungen vorgesehen beziehungsweise geprüft wurden.

Warum reicht die Angabe der Frequenz allein nicht immer aus?

Die Frequenz beschreibt, wie oft sich ein Signal innerhalb einer Sekunde wiederholt. Sie ist ein wichtiger Hinweis auf mögliches Flimmern, beschreibt aber nicht jede Eigenschaft eines zeitlich veränderlichen Lichtsignals. Auch die Stärke der Helligkeitsänderung und der Verlauf zwischen maximaler und minimaler Lichtleistung beeinflussen das resultierende Signal.

Für den Praktiker bedeutet das, dass eine hohe Hertz-Angabe hilfreich ist, aber eine seriöse Prüfung der kompletten Leuchte nicht vollständig ersetzt. Die DLG empfiehlt für Messungen geeignete Flickermessgeräte beziehungsweise Messverfahren, bei denen nicht nur ein einzelner Zahlenwert, sondern möglichst auch der Signalverlauf beurteilt werden kann.

Gerade beim Vergleich verschiedener Produkte sollte deshalb eine Herstellerangabe wie „flicker-free“ hinterfragt werden. Interessant ist, unter welchen Bedingungen und bei welchen Dimmstufen diese Aussage geprüft wurde.

Welche Frequenz sollte eine LED im Hühnerstall haben?

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nennt keine konkrete Frequenz. Sie schreibt vor, dass künstliches Licht bei Geflügel entsprechend dem tierartspezifischen Wahrnehmungsvermögen flackerfrei sein muss. Damit ist nicht eine bestimmte Hertz-Zahl das rechtliche Ziel, sondern die Wahrnehmung durch das Tier.

Die DLG empfiehlt, die Frequenz des Kunstlichtes deutlich beziehungsweise um ein Vielfaches oberhalb von 100 Hertz zu halten. In ihrem technischen Beispiel wird eine LED-Leuchte mit 16.000 Hertz als flackerfrei beschrieben. Das zeigt zugleich, dass hochwertige Geflügelleuchten technisch weit oberhalb der Wahrnehmungsgrenze arbeiten können.

Eine einfache Aussage wie „100 Hz reichen immer“ wäre daher zu grob. Bei einer Neuanschaffung sollte eine deutlich höhere und dokumentierte Frequenz beziehungsweise ein nachgewiesen unkritisches Flimmerverhalten bevorzugt werden.

Warum ist Dimmbarkeit im Hühnerstall wichtig?

Dimmbarkeit dient nicht nur dazu, Strom zu sparen. Sie ermöglicht eine Anpassung der Beleuchtungsstärke an verschiedene Produktionsphasen und Stallbereiche und ist besonders für kontrollierte Dämmerungsphasen wichtig. Bei Legehennen muss eine ausreichende Dämmerphase vorgesehen werden, damit die Tiere ihre Ruhestellung ohne Verletzungsgefahr einnehmen können.

In Volieren kann eine differenzierte Dimmung zusätzlich für die Tierführung genutzt werden. Am Abend lässt sich beispielsweise zuerst der Scharrbereich abdunkeln, während Bereiche in Richtung Sitzstangen noch länger beleuchtet bleiben. Dadurch können die Tiere schrittweise in ihre Ruhebereiche gelenkt werden.

Wie Morgen- und Abendlicht gesteuert werden können, behandeln wir ausführlich im Beitrag Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?.

Nicht jede LED lässt sich sauber bis auf null dimmen

Auf Datenblättern findet sich häufig die Angabe „dimmbar“. Das sagt jedoch noch nicht, über welchen Bereich die Leuchte zuverlässig geregelt werden kann. Manche Systeme lassen sich beispielsweise nur bis auf 10 oder 20 Prozent herunterdimmen, bevor sie abschalten, flackern oder instabil werden.

Für eine Dämmerungssteuerung kann das problematisch sein. Wenn eine Lampe zunächst gleichmäßig herunterdimmt und dann plötzlich von vergleichsweise hoher Resthelligkeit auf völlige Dunkelheit springt, entsteht gerade am Ende der Dämmerung ein abrupter Übergang. Deshalb sollte der tatsächlich nutzbare Dimmumfang vor der Installation geprüft werden.

Ebenso wichtig ist die Kompatibilität mit der geplanten Steuerung. Ein geeigneter Dimmer für eine Leuchte muss nicht zwangsläufig mit einer anderen LED-Serie ebenfalls problemlos funktionieren.

Wie hell muss eine LED im Hühnerstall sein?

Die notwendige Lichtleistung ergibt sich nicht aus Watt oder Lumen allein, sondern aus der gewünschten Beleuchtungsstärke im Tierbereich. Bei Masthühnern sind im entsprechenden Anwendungsbereich der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung während der Lichtstunden mindestens 20 Lux in Kopfhöhe vorgeschrieben, wobei mindestens 80 Prozent der Nutzfläche entsprechend ausgeleuchtet sein müssen.

Bei Legehennen gibt es keinen vergleichbaren pauschalen gesetzlichen Lux-Mindestwert für die Hellphase. Fachlich werden etwa 20 Lux auf Tierhöhe häufig als Orientierung herangezogen, während beispielsweise Legenester bewusst deutlich dunkler bleiben sollen.

Wie Lux richtig gemessen wird und weshalb Durchschnittswerte problematisch sein können, behandeln wir ausführlich im Beitrag Wie viel Lux brauchen Hühner im Stall?.

Warum Lumen nicht automatisch gute Geflügelbeleuchtung bedeutet

Lumen beschreibt den Lichtstrom einer Leuchte anhand der Helligkeitsempfindlichkeit des menschlichen Auges. Eine hohe Lumenangabe ist deshalb zunächst interessant, wenn die Energieeffizienz verschiedener Leuchten verglichen werden soll. Sie sagt jedoch nicht vollständig aus, wie Hühner das erzeugte Spektrum wahrnehmen.

Das Gleiche gilt für Lux, weil auch diese Einheit aus der menschlichen photometrischen Bewertung abgeleitet wird. Hühner können unter anderem UV-A wahrnehmen, das in der klassischen Lumen- beziehungsweise Luxbewertung nicht so berücksichtigt wird wie im Sehsystem des Vogels.

Für die technische Planung sind Lumen und Lux weiterhin wichtige Größen. Sie sollten jedoch zusammen mit Spektrum, Lichtverteilung und Flimmerverhalten betrachtet werden und nicht als alleinige Qualitätskennzahl dienen.

Warum die Lichtverteilung wichtiger sein kann als mehr Leistung

Eine besonders leistungsstarke LED löst nicht automatisch das Problem eines ungleichmäßig beleuchteten Stalles. Ist der Abstrahlwinkel ungünstig oder der Abstand zwischen den Leuchten zu groß, entstehen unter den Lampen sehr helle Zonen und dazwischen dunkle Bereiche. Eine höhere Leistung verstärkt unter Umständen lediglich diese Unterschiede.

Die DLG zeigt anhand eines Beispielstalls, dass selbst bei einer durchschnittlichen Beleuchtungsstärke von 20 Lux lokal sehr unterschiedliche Werte auftreten können. Deshalb sollte eine Beleuchtungsplanung nicht allein bestimmen, wie viele Lumen insgesamt installiert werden, sondern auch berechnen beziehungsweise überprüfen, wo das Licht ankommt.

Bei Neubau oder vollständigem Austausch einer Anlage ist eine Lichtberechnung deshalb sinnvoll. Nach der Montage sollten die errechneten Werte durch Luxmessungen an mehreren Punkten auf Tierhöhe kontrolliert werden.

Welche Rolle spielt die Optik einer LED-Leuchte?

LEDs strahlen ihr Licht nicht automatisch gleichmäßig in alle Richtungen ab. Linsen, Abdeckungen und Reflektoren bestimmen, ob das Licht eher breit verteilt oder auf einen engeren Bereich konzentriert wird. Zwei Leuchten mit gleichem Lichtstrom können dadurch völlig unterschiedliche Luxverteilungen im Stall erzeugen.

Eine breite Lichtverteilung kann bei niedrigen Ställen oder großen Flächen sinnvoll sein, während in anderen Gebäuden gezieltere Optiken erforderlich sind. In Volieren kommt hinzu, dass Licht verschiedene Ebenen erreichen muss und Bauteile Schatten werfen können.

Die Auswahl der Optik sollte deshalb zur Montagehöhe, Stallbreite und Einrichtung passen. Ein Datenblatt mit photometrischen Angaben oder eine Lichtplanung ist für größere Anlagen wesentlich aussagekräftiger als die reine Lumenangabe.

Welche Lichtfarbe sollte eine LED für Hühner haben?

Die häufig verwendeten Bezeichnungen Warmweiß, Neutralweiß und Kaltweiß beschreiben hauptsächlich, wie weißes Licht für Menschen wirkt. Hühner nehmen ein breiteres Spektrum wahr und können auch UV-A-Strahlung sehen. Deshalb ist die Kelvinzahl allein kein ausreichendes Kriterium für eine Geflügelleuchte.

Für Legehennen werden häufig warmweiße beziehungsweise stärker rotbetonte Spektren eingesetzt, während Untersuchungen bei Masthühnern auch Wirkungen blauer und grüner Spektralanteile zeigen. Für die praktische Auswahl ist jedoch ein ausgewogenes und dokumentiertes Spektrum wichtiger als die pauschale Suche nach einer bestimmten Farbtemperatur.

Die Unterschiede zwischen Farbtemperatur und tatsächlichem Spektrum erläutern wir im Beitrag Welche Lichtfarbe ist für Hühner geeignet?.

Ist UV-A bei einer LED-Stallleuchte sinnvoll?

Hühner können UV-A-Licht wahrnehmen, während dieser Spektralbereich für Menschen unsichtbar ist. Die DLG empfiehlt deshalb für Geflügel ein ausgewogenes Spektrum mit UV-A-Anteil. Eine solche Beleuchtung kann die visuelle Umwelt stärker an die Wahrnehmungsmöglichkeiten der Tiere anpassen.

Bei einer UV-A-Leuchte muss allerdings das gesamte System betrachtet werden. Nicht jede Kunststoff- oder Glasabdeckung lässt UV-A in gleichem Umfang passieren. Eine LED kann daher theoretisch UV-A erzeugen, während ein Teil davon durch die Abdeckung absorbiert wird.

Zusätzlich müssen mögliche Expositionsgrenzen für Beschäftigte beachtet werden. Eine möglichst hohe UV-Leistung ist deshalb kein Qualitätsmerkmal; gefragt ist ein technisch definiertes und für die Anwendung geeignetes Spektrum.

Welche Schutzart sollte eine Stallleuchte besitzen?

Die Schutzart gibt an, wie gut ein elektrisches Betriebsmittel gegen das Eindringen von Fremdkörpern, Staub und Wasser geschützt ist. Im Geflügelstall ist dies besonders wichtig, weil Leuchten regelmäßig mit Staub belastet werden und Reinigungsarbeiten Feuchtigkeit beziehungsweise Wasserstrahlen mit sich bringen können.

Die DLG empfiehlt für Geflügelstallleuchten mindestens IP67. Bei IP67 steht die erste Ziffer 6 für vollständigen Schutz gegen Staubeintritt, während die zweite Ziffer 7 einen Schutz bei zeitweiligem Untertauchen beschreibt. Diese Empfehlung sollte nicht mit einer pauschalen gesetzlichen IP67-Pflicht verwechselt werden.

Je nach Reinigungsverfahren kann eine noch höhere Wasserbeständigkeit erforderlich sein. Wird beispielsweise mit Hochdruck gearbeitet, sollte geprüft werden, ob Leuchte, Steckverbinder und Installation für die tatsächlich eingesetzten Reinigungsverfahren geeignet sind.

Was bedeutet IP65, IP67 oder IP69?

IP65 bedeutet, dass das Gehäuse staubdicht ist und gegen Strahlwasser geschützt wird. IP67 ergänzt einen Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen, während höhere Kennziffern weitere beziehungsweise andere Prüfbedingungen für Wassereinwirkung abbilden können. Eine höhere Zahl ist aber nicht automatisch in jedem Punkt „besser“, weil die einzelnen Schutzprüfungen unterschiedliche Belastungen beschreiben.

Für einen Geflügelstall sollte deshalb geprüft werden, was im Betrieb tatsächlich passiert. Eine Leuchte unter der Decke kann anderen Belastungen ausgesetzt sein als ein Bauteil in unmittelbarer Nähe von Reinigungseinrichtungen. Auch Kabelverschraubungen, Steckverbindungen und Anschlussdosen müssen zur vorgesehenen Schutzklasse des Gesamtsystems passen.

Eine hochwertige IP-Klassifizierung nützt wenig, wenn die elektrische Verbindung zur Leuchte deutlich schlechter geschützt ist.

IP-Schutz sagt nichts über Ammoniakbeständigkeit aus

Eine häufige Fehlannahme ist, dass eine hohe IP-Schutzart automatisch eine hohe Beständigkeit gegen Stallluft bedeutet. Die IP-Kennzeichnung beschreibt den Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser, nicht die chemische Beständigkeit gegenüber Ammoniak oder anderen aggressiven Bestandteilen der Stallatmosphäre.

Ammoniak kann Kunststoffe, Dichtungen, Metallteile und elektronische Komponenten über längere Zeit angreifen. Deshalb ist ein gesonderter Nachweis der Ammoniakbeständigkeit für eine Stallleuchte wesentlich aussagekräftiger als die IP-Zahl allein.

Die DLG führt hierfür spezielle Prüfungen von Stallleuchten durch. Produkte, die eine entsprechende Ammoniakprüfung bestanden haben, bieten dem Betreiber einen belastbareren Nachweis als eine reine Herstellerangabe „für Landwirtschaft geeignet“.

Warum Ammoniak LED-Leuchten schädigen kann

Ammoniak entsteht im Stall vor allem aus stickstoffhaltigen Ausscheidungen. Auch bei guter Lüftung können Leuchten über viele Jahre einer ammoniakhaltigen Atmosphäre ausgesetzt sein. Diese Belastung wirkt kontinuierlich und unterscheidet sich damit von einem kurzen Kontakt mit Wasser bei der Reinigung.

Materialschäden müssen nicht sofort sichtbar sein. Dichtungen können verspröden, Metallteile korrodieren und transparente Abdeckungen ihre Eigenschaften verändern. Dadurch kann nicht nur die Lebensdauer sinken, sondern auch der Lichtstrom oder die Lichtverteilung beeinträchtigt werden.

Beim Vergleich zweier scheinbar ähnlicher Leuchten ist eine nachgewiesene Ammoniakbeständigkeit deshalb ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Warum Reinigung die Lichtleistung beeinflusst

Geflügelställe sind staubreiche Umgebungen. Staub auf der Leuchtenabdeckung absorbiert und streut Licht und kann die tatsächliche Beleuchtungsstärke auf Tierhöhe verringern. Eine Anlage, die im sauberen Zustand ausreichend dimensioniert ist, kann deshalb nach längerer Betriebsdauer weniger Lux liefern.

Leuchten sollten so konstruiert sein, dass sie sich gut reinigen lassen und möglichst wenige schwer zugängliche Flächen besitzen. Gleichzeitig muss das Gehäuse die vorgesehenen Reinigungs- und Desinfektionsverfahren vertragen, ohne dass Feuchtigkeit in die Elektronik gelangt.

Nach Grundreinigungen beziehungsweise in regelmäßigen Abständen können Luxmessungen zeigen, wie stark die Verschmutzung die Lichtleistung im realen Betrieb verändert.

Wie effizient sollte eine LED-Stallleuchte sein?

Die Energieeffizienz wird häufig in Lumen pro Watt angegeben. Je höher der Wert, desto mehr für das menschliche photometrische System bewerteter Lichtstrom erzeugt die Leuchte aus einer bestimmten elektrischen Leistung. Für die Betriebskosten ist diese Größe zweifellos relevant.

Sie sollte jedoch nicht allein über die Kaufentscheidung entscheiden. Eine sehr effiziente Leuchte kann ein ungeeignetes Spektrum besitzen, schlecht dimmbar sein oder das Licht so ungleichmäßig verteilen, dass mehr Leuchten benötigt werden. Umgekehrt kann ein technisch aufwendigeres Vollspektrumsystem einen etwas niedrigeren Lumen-pro-Watt-Wert besitzen, aber andere Anforderungen des Haltungssystems besser erfüllen.

Für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung sollten daher Anschaffungspreis, Leistungsaufnahme, benötigte Zahl der Leuchten, erwartete Lebensdauer, Wartung und Steuerung gemeinsam betrachtet werden.

Wie lange hält eine LED im Hühnerstall?

Hersteller geben für LED-Systeme häufig lange rechnerische Lebensdauern an. Solche Werte werden unter definierten Temperatur- und Betriebsbedingungen ermittelt und lassen sich nicht automatisch auf jeden Stall übertragen. Hohe Temperaturen, Staub, Ammoniak, häufige Reinigung und die Qualität der Elektronik können die reale Nutzungsdauer beeinflussen.

Außerdem bedeutet LED-Lebensdauer nicht zwangsläufig, dass die Lampe eines Tages schlagartig ausfällt. LEDs verlieren im Laufe der Zeit an Lichtstrom. Eine technisch noch funktionierende Leuchte kann deshalb nach mehreren Jahren weniger Lux erzeugen als im Neuzustand.

Bei langjährig betriebenen Anlagen ist eine wiederholte Kontrolle der Beleuchtungsstärke sinnvoll. So lässt sich erkennen, ob die ursprüngliche Planung im Tierbereich weiterhin erreicht wird.

Lohnt sich der Austausch alter Leuchtstofflampen gegen LED?

Ein Austausch kann durch geringeren Stromverbrauch, bessere Steuerbarkeit und eine längere Nutzungsdauer wirtschaftlich interessant sein. Besonders groß kann der Nutzen werden, wenn gleichzeitig eine alte Ein-Aus-Steuerung durch eine dimmbare, zonenweise regelbare Anlage ersetzt wird. Dann verändert sich nicht nur das Leuchtmittel, sondern das gesamte Beleuchtungskonzept.

Vorsicht ist bei sogenannten Retrofit-Lösungen geboten, bei denen lediglich eine alte Leuchtstoffröhre gegen eine LED-Röhre ausgetauscht wird. Die DLG weist darauf hin, dass beim Einsatz nicht vom Leuchtenhersteller vorgesehener Retrofit-Produkte technische und haftungsrechtliche Probleme entstehen können. Außerdem bleiben Gehäuse, Verkabelung und Lichtverteilung der alten Anlage erhalten.

Bei einer grundlegenden Stallmodernisierung ist es deshalb häufig sinnvoller, komplette Leuchten einschließlich passender Elektronik zu planen, statt ausschließlich das Leuchtmittel auszutauschen.

Haushalts-LED oder spezielle Stallleuchte?

In einem kleinen Hobbyhühnerstall kann eine normale LED-Lampe zunächst ausreichend hell erscheinen. Sie ist jedoch in der Regel nicht für jahrelangen Betrieb unter Staub, Feuchtigkeit und ammoniakhaltiger Stallluft geprüft. Auch Aussagen zum Flimmerverhalten bei verschiedenen Dimmstufen fehlen bei einfachen Haushaltsprodukten häufig.

Für professionelle Geflügelställe sollte daher eine speziell für Stallbedingungen geeignete Leuchte eingesetzt werden. Dabei sind nicht Werbeaussagen wie „Agrar-LED“ entscheidend, sondern nachprüfbare technische Eigenschaften und gegebenenfalls unabhängige Prüfungen.

Auch in kleinen Ställen ist zumindest eine staub- und feuchtigkeitsgeschützte Installation sinnvoll. Elektrische Betriebsmittel müssen so installiert sein, dass Tiere sie nicht beschädigen können und Reinigungsarbeiten keine unnötigen Risiken verursachen.

Worauf sollte man beim Kauf einer LED-Stallleuchte achten?

Eine Leuchte sollte nicht nach einem einzelnen Spitzenwert ausgewählt werden. Für die Praxis ist eine Kombination aus Lichtqualität, mechanischer Eignung, Steuerbarkeit und belastbaren technischen Angaben entscheidend.

MerkmalWorauf achten?
Flimmerverhaltenfür Geflügel geeignete, dokumentierte hohe Frequenz und unkritisches Verhalten auch beim Dimmen
Dimmbarkeitmöglichst großer stabiler Regelbereich, passend zur eingesetzten Steuerung
Beleuchtungsstärkeausreichende Luxwerte auf Tierhöhe, nicht nur hohe Lumenangabe
Lichtverteilungpassende Optik für Stallbreite, Montagehöhe und Haltungssystem
Spektrumdokumentierte Spektralkurve statt nur Kelvinangabe
UV-Afalls vorgesehen: definierter Anteil und UV-durchlässige Abdeckung
Schutzartfür Reinigung und Staubbelastung geeignet; DLG empfiehlt mindestens IP67
Ammoniakbeständigkeitmöglichst geprüft beziehungsweise belastbar nachgewiesen
Materialbeständig gegen Stallluft, Reinigungs- und Desinfektionsmittel
SteuerungTreiber und Dimmer müssen miteinander kompatibel sein
Wartunggut zugänglich und leicht zu reinigen
Prüfungenunabhängige Prüfberichte sind aussagekräftiger als reine Werbeaussagen

Eine solche Tabelle ersetzt keine individuelle Lichtplanung, erleichtert aber den Vergleich verschiedener Produkte. Besonders bei größeren Anlagen sollten Hersteller oder Lichtplaner konkrete Angaben zur erwarteten Luxverteilung im Stall liefern.

Warum ein Lichtplan vor dem Kauf sinnvoll ist

Ohne Lichtplanung wird häufig zunächst eine bestimmte Leuchte ausgewählt und anschließend berechnet, wie viele Stück benötigt werden. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: Zuerst werden die notwendigen Lichtbedingungen in den einzelnen Stallbereichen definiert, danach werden Leuchten und Optiken ausgewählt, mit denen sich diese Bedingungen erreichen lassen.

Bei Legehennen müssen beispielsweise Scharrflächen, Versorgungsebenen, Sitzstangen und Legenester unterschiedlich behandelt werden. Bei Masthühnern ist insbesondere die gleichmäßige Ausleuchtung der Nutzfläche wichtig. Montagehöhe, Stallbreite, Einbauten und natürliche Lichtöffnungen verändern das Ergebnis zusätzlich.

Nach der Installation sollte geprüft werden, ob die Berechnung der Realität entspricht. Dazu gehören Luxmessungen auf Tierhöhe und die Beobachtung, ob unerwartet dunkle oder besonders helle Bereiche entstanden sind.

LED und Tageslicht müssen zusammenspielen

Eine LED-Anlage arbeitet in vielen Ställen nicht allein. Fenster und andere Lichtöffnungen bringen Tageslicht ein, dessen Intensität sich mit Uhrzeit, Wetter und Jahreszeit verändert. Eine moderne Steuerung kann künstliches Licht reduzieren, wenn genügend natürliches Licht vorhanden ist, und bei dunkleren Bedingungen wieder erhöhen.

Das spart Energie, darf aber nicht dazu führen, dass weiter von den Fenstern entfernte Stallbereiche unterbelichtet bleiben. Tageslicht verteilt sich häufig weniger gleichmäßig als eine geplante künstliche Beleuchtung. Deshalb ist eine Regelung allein nach einem einzigen Helligkeitssensor nicht in jedem Stall ausreichend.

Wie Fensterflächen und künstliches Licht zusammenwirken, behandeln wir im Beitrag Tageslicht im Hühnerstall: Fenster, Lichtverteilung und Schatten.

LED-Lichtprogramme automatisieren

Ein großer Vorteil moderner LED-Technik liegt in der Steuerbarkeit. Lichtdauer, Dimmung und verschiedene Stallzonen können automatisiert programmiert werden. Dadurch lassen sich Lichtprogramme für Legehennen wesentlich genauer umsetzen als mit einer einfachen Ein-Aus-Beleuchtung.

Die Automatisierung erhöht allerdings auch die Abhängigkeit von Steuerung und Elektronik. Fehlerhafte Uhrzeiten, defekte Sensoren oder nach Stromausfall veränderte Programme können das Lichtmanagement unbemerkt beeinflussen. Deshalb verlangt die TierSchNutztV, vorhandene Beleuchtungseinrichtungen regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit zu kontrollieren.

Bei automatisierten Anlagen sollte der Tierhalter deshalb nicht nur prüfen, ob Lampen sichtbar leuchten. Auch Schaltzeiten, Dimmkurven und gegebenenfalls einzelne Lichtzonen sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Muss die LED nachts komplett aus sein?

Legehennen benötigen bei künstlicher Beleuchtung mindestens acht Stunden ununterbrochene Nachtruhe. Während dieser Dunkelphase soll die Beleuchtungsstärke weniger als 0,5 Lux betragen, soweit dies die natürliche Beleuchtung zulässt. Eine LED, die die gesamte Nacht auf niedriger Dimmstufe weiterläuft, kann deshalb problematisch sein, wenn auf Tierhöhe noch zu viel Licht ankommt.

Bei LED-Systemen ist das besonders leicht zu unterschätzen, weil selbst eine sehr niedrige Prozentangabe an der Steuerung nicht automatisch einem entsprechend niedrigen Luxwert entspricht. Ob beispielsweise eine Einstellung von einem Prozent tatsächlich unter 0,5 Lux führt, muss gemessen werden.

Weitere Einzelheiten zur Nachtphase behandeln wir im Artikel Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?.

Eine gute Geflügel-LED ist mehr als eine energiesparende Lampe

Der geringere Stromverbrauch ist ein wichtiger Vorteil der LED-Technik, aber nicht der entscheidende Maßstab für eine gute Stallbeleuchtung. Für Hühner zählen ebenso Flimmerfreiheit, Lichtverteilung, Spektrum, Dimmung und der richtige Tag-Nacht-Rhythmus. Für den Betrieb kommen Schutz gegen Staub und Wasser, Ammoniakbeständigkeit, Reinigungsfähigkeit und zuverlässige Elektronik hinzu.

Gerade deshalb sollte eine Stallleuchte nicht ausschließlich nach Watt, Lumen und Anschaffungspreis ausgewählt werden. Eine günstigere LED kann teuer werden, wenn sie vorzeitig ausfällt, schlecht dimmbar ist oder zusätzliche Leuchten erforderlich werden, um eine ungleichmäßige Lichtverteilung auszugleichen.

Eine gute LED-Anlage beginnt daher nicht mit der Frage „Welche Lampe ist am hellsten?“, sondern mit den Anforderungen des Stalls und der Tiere. Erst danach lassen sich Leuchten, Optiken, Montageabstände, Treiber und Steuerung sinnvoll auswählen.

Quellen

  • DLG, Merkblatt 438: Beleuchtung und Beleuchtungstechnik im Geflügelstall. DLG-Merkblatt 438
  • Bundesministerium der Justiz/Bundesamt für Justiz, § 4 TierSchNutztV – Allgemeine Anforderungen an Überwachung, Fütterung und Pflege. § 4 TierSchNutztV
  • Bundesministerium der Justiz/Bundesamt für Justiz, § 13 und § 14 TierSchNutztV – Anforderungen an die Legehennenhaltung. TierSchNutztV – Legehennen
  • Bundesministerium der Justiz/Bundesamt für Justiz, § 19 TierSchNutztV – Anforderungen an das Halten von Masthühnern. § 19 TierSchNutztV
  • Poultry Science, Do flickering LED lights reduce productivity of layer pullets and hens?, 2024. Studie zu LED-Flimmern bei Legehennen
  • DLG TestService, Prüfung der Ammoniakbeständigkeit einer LED-Stallleuchte. DLG-Prüfbericht Ammoniakbeständigkeit