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Wie lange brauchen Hühner Licht? Lichtprogramme für Legehennen

Legehennen werden in der Produktionsphase häufig 14 bis 16 Stunden pro Tag beleuchtet. Daraus lässt sich jedoch keine einfache Regel ableiten, nach der Hühner grundsätzlich 16 Stunden Licht benötigen. Ein professionelles Lichtprogramm beginnt bereits mit der Aufzucht der Küken und verändert die Tageslänge abhängig von Alter, Körpergewicht, Entwicklung und späterem Produktionsziel.

Stallbeleuchtung für Hühner. Lichtprogramme für Legehennen

Die Tageslänge dient bei Legehennen nicht nur dazu, den Stall hell zu machen. Licht beeinflusst die Geschlechtsreife und damit den Zeitpunkt des Legebeginns. Zu frühe Lichtstimulation kann den Produktionsstart vorverlagern und sich auf das Eigewicht auswirken, während eine spätere Stimulation den Legebeginn verzögern kann. Deshalb sollte das Lichtprogramm zur Genetik und zum Entwicklungsstand der Herde passen und nicht allein nach dem Kalender eingestellt werden.

Die Lichtdauer ist wiederum nur ein Bestandteil einer guten Stallbeleuchtung für Hühner. Beleuchtungsstärke, Spektrum, Dunkelphase, Dämmerung und natürlicher Tageslichteinfall müssen mit der Photoperiode abgestimmt werden.

Wie viele Stunden Licht brauchen Legehennen?

Während der Legeperiode arbeiten viele Managementprogramme mit einer Tageslänge von etwa 14 bis 16 Stunden. Die DLG nennt 16 Stunden als maximale Empfehlung für den Lichttag von Legehennen. Gleichzeitig schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung bei künstlicher Beleuchtung für Legehennen in Erwerbshaltungen mindestens acht Stunden ununterbrochene Nachtruhe vor.

Damit sollte ein Lichtprogramm nicht nach dem Prinzip aufgebaut werden, möglichst viele helle Stunden in einen Tag zu packen. Die Dunkelphase gehört genauso zum Tagesrhythmus wie die Lichtphase. Während der vorgeschriebenen Nachtruhe soll die Beleuchtungsstärke unter 0,5 Lux liegen, soweit dies die natürliche Beleuchtung zulässt, und vor dem Übergang zur Nacht muss eine ausreichende Dämmerphase vorhanden sein.

Wie dunkel der Stall nachts sein sollte und warum die Ruhephase nicht verkürzt werden sollte, behandeln wir ausführlicher im Beitrag Dunkelphase bei Hühnern: Wie lange müssen Hühner schlafen?.

Warum verändert sich die Lichtdauer mit dem Alter?

Ein Küken benötigt nicht dasselbe Lichtprogramm wie eine 30 Wochen alte Legehenne. Während der Aufzucht wird die Tageslänge zunächst reduziert und anschließend über einen bestimmten Zeitraum konstant gehalten. Erst wenn die Junghennen den vorgesehenen Entwicklungsstand erreicht haben, beginnt die Lichtstimulation durch eine schrittweise Verlängerung des Tages.

Dieses Prinzip wird als Step-down- und Step-up-Programm bezeichnet. „Step-down“ beschreibt die Verkürzung der Lichtdauer während der Aufzucht, „Step-up“ die spätere Verlängerung vor und zu Beginn der Legeperiode. Dadurch kann der Betrieb den Zeitpunkt der Geschlechtsreife innerhalb genetisch und biologisch sinnvoller Grenzen beeinflussen.

Ein Lichtprogramm ist deshalb eher eine Kurve über mehrere Monate als eine einzelne Einstellung an der Zeitschaltuhr. Wer lediglich fragt, ob die Lampe zwölf, 14 oder 16 Stunden brennen soll, betrachtet nur die letzte Phase dieses Systems.

In den ersten Lebenstagen brauchen Küken viel Zeit für Futter und Wasser

Unmittelbar nach der Einstallung müssen Küken schnell Futter und Wasser finden. Deshalb arbeiten verschiedene Zuchtunternehmen in den ersten Lebenstagen mit langen Lichtphasen oder mit intermittierenden Programmen, bei denen sich kurze Licht- und Dunkelintervalle abwechseln. Dunkelperioden ermöglichen gleichzeitig Ruhe und helfen dabei, einen geregelten Aktivitätsrhythmus aufzubauen.

Hy-Line empfiehlt für Küken unter anderem ein intermittierendes Lichtprogramm während der ersten sieben Tage, das bei Bedarf bis zum 14. Lebenstag eingesetzt werden kann. Lohmann beschreibt ebenfalls ein Programm mit wiederkehrenden Hell- und Dunkelphasen für die ersten sieben bis zehn Tage. Solche Programme sind Managementempfehlungen und müssen immer mit den jeweiligen betrieblichen und rechtlichen Bedingungen abgeglichen werden.

Anschließend beginnt die eigentliche Aufzuchtphase. Nun wird die Tageslänge nicht weiter auf dem sehr hohen Niveau der ersten Lebenstage gehalten, sondern schrittweise reduziert.

Warum wird die Lichtdauer während der Aufzucht reduziert?

Die Verkürzung der Tageslänge während der Junghennenaufzucht soll verhindern, dass die Tiere durch zunehmende Lichtstunden zu früh stimuliert werden. Gleichzeitig muss die Aufzucht ausreichend Zeit für Körperentwicklung, Skelettwachstum, Befiederung und den Aufbau einer ausreichenden Futteraufnahmekapazität lassen. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Herde, die zum Zeitpunkt der Lichtstimulation das vorgesehene Körpergewicht erreicht.

Hy-Line verwendet in seinem aktuellen internationalen Beispielprogramm für Brown-Legehennen in lichtkontrollierten Ställen zunächst eine schrittweise Reduzierung. Von 20 Stunden Licht in der ersten Woche wird die Tageslänge über mehrere Wochen bis auf zehn Stunden abgesenkt. Zwischen der sechsten und 16. Lebenswoche bleibt sie in diesem Beispiel bei zehn Stunden konstant.

Dieses Programm ist kein allgemeiner Stundenplan für jede Legehenne. Es gilt für eine bestimmte Genetik und definierte Haltungsbedingungen und zeigt vor allem das zugrunde liegende Prinzip: erst reduzieren, anschließend eine konstante kurze Tageslänge halten und erst bei ausreichender Entwicklung mit der Lichtstimulation beginnen.

Beispiel für ein Lichtprogramm bei Legehennen

Das aktuelle Hy-Line-Brown-Programm für lichtkontrollierte Ställe zeigt beispielhaft, wie stark sich die Tageslänge während der Aufzucht und Produktionsvorbereitung verändert. Die tatsächlichen Programme müssen an Genetik, Körpergewicht, Haltungsverfahren, Tageslicht und betriebliche Bedingungen angepasst werden.

AlterLichtdauer im Hy-Line-Beispiel
1. Woche20 Stunden
2. Woche18 Stunden
3. Woche16 Stunden
4. Woche14 Stunden
5. Woche12 Stunden
6.–16. Woche10 Stunden
17. Woche11 Stunden
18. Woche12 Stunden
19. Woche13 Stunden
20. Woche13,5 Stunden
21. Woche14 Stunden
22. Woche14,5 Stunden
23. Woche15 Stunden
24. Woche15,5 Stunden
ab etwa 25. Woche16 Stunden

Das Beispiel macht zugleich deutlich, warum pauschale Aussagen wie „Legehennen brauchen 16 Stunden Licht“ problematisch sind. In demselben Produktionszyklus erhalten die Tiere zeitweise zehn, zwölf, 14 und schließlich 16 Stunden Licht. Entscheidend ist nicht nur die endgültige Tageslänge, sondern der Weg dorthin.

Wann beginnt die Lichtstimulation?

Die Lichtstimulation beginnt, wenn die Tageslänge nach der Aufzucht wieder erhöht wird. Der Zeitpunkt sollte nicht ausschließlich am Alter der Junghennen festgemacht werden. Zuchtunternehmen berücksichtigen insbesondere Körpergewicht und Gleichmäßigkeit der Herde, weil eine zu frühe Stimulation unterentwickelter Tiere spätere Leistungs- und Gesundheitsprobleme begünstigen kann.

Hy-Line verknüpft die Lichtstimulation bei Brown-Legehennen in seinem aktuellen Programm mit definierten Körpergewichten. Lohmann weist ebenfalls darauf hin, dass Körpergewicht und Uniformität wichtiger sind als eine starre Altersgrenze. Welche Werte gelten, hängt von der jeweiligen Herkunft und dem Managementziel ab.

Für den Betrieb bedeutet das: Der Beginn der Lichtstimulation sollte mit den aktuellen Managementempfehlungen der eingesetzten Genetik abgestimmt werden. Eine pauschale Anweisung, bei allen Junghennen beispielsweise exakt in der 17. Woche das Licht zu verlängern, wäre zu ungenau.

Was passiert, wenn Legehennen zu früh mit Licht stimuliert werden?

Eine zunehmende Tageslänge signalisiert der Junghenne, dass der Zeitpunkt für die Geschlechtsreife näher rückt. Beginnt diese Stimulation zu früh, können Tiere in die Legephase eintreten, obwohl Körpergewicht und körperliche Entwicklung noch nicht ausreichend fortgeschritten sind. Das kann sich unter anderem auf den Produktionsverlauf und die Größe der ersten Eier auswirken.

Lohmann weist darauf hin, dass eine schnelle beziehungsweise frühe Erhöhung der Lichtstunden einen früheren Produktionsbeginn mit mehr, aber tendenziell kleineren Eiern begünstigen kann. Eine langsamere oder spätere Stimulation verschiebt den Legebeginn und kann mit höheren Eigewichten verbunden sein. Das Lichtprogramm ist damit auch ein Instrument zur Steuerung des Produktionsprofils.

Zu früh bedeutet jedoch nicht einfach „vor Woche X“. Ob eine Herde bereit für die Lichtstimulation ist, muss anhand von Genetik, Gewicht und Uniformität beurteilt werden.

Kann man mit Licht die Eigewichte beeinflussen?

Innerhalb bestimmter Grenzen kann das Lichtprogramm den Zeitpunkt der Geschlechtsreife beeinflussen und damit indirekt auch die Eigewichtsentwicklung. Beginnt die Produktion früher, legen die Hennen ihre ersten Eier bei geringerem Körpergewicht, was tendenziell kleinere Eier begünstigt. Eine verzögerte Stimulation kann dagegen den Legebeginn nach hinten verschieben und höhere Anfangsgewichte der Eier unterstützen.

Licht ist allerdings nur ein Teil dieser Steuerung. Fütterung, Körpergewicht, Aminosäurenversorgung, Linolsäureaufnahme, Genetik und Alter beeinflussen das Eigewicht ebenfalls. Ein Betrieb kann daher nicht allein über längere oder kürzere Lichttage eine gewünschte Eiergröße einstellen.

Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Lichtstimulation sollte deshalb immer zusammen mit Gewichtsentwicklung und Fütterungsstrategie getroffen werden. Besonders bei einer Herde mit deutlich unter dem Soll liegendem Körpergewicht wäre eine rein kalenderbasierte Lichtstimulation problematisch.

Wie schnell sollte die Lichtdauer erhöht werden?

Die Tageslänge sollte nicht innerhalb weniger Tage von einer kurzen Aufzuchtphotoperiode auf 16 Stunden angehoben werden. Aktuelle Hy-Line-Programme arbeiten beispielsweise mit schrittweisen Erhöhungen von 30 Minuten, bis die vorgesehene endgültige Tageslänge erreicht ist. Die DLG empfiehlt generell, Änderungen langsam vorzunehmen und den Lichttag über mehrere Tage verteilt um maximal ungefähr eine Stunde pro Woche zu verändern.

Eine schrittweise Verlängerung ermöglicht eine kontrollierte Lichtstimulation und verhindert abrupte Änderungen des Tagesrhythmus. Je nach Genetik kann die vorgesehene Tageslänge erst einige Wochen nach Beginn der Stimulation erreicht werden. Im aktuellen Hy-Line-Brown-Beispiel steigt sie von elf Stunden in Woche 17 auf 16 Stunden ab etwa Woche 25.

Die genaue Geschwindigkeit ist deshalb Teil des herkunftsspezifischen Managementprogramms. Eigene Änderungen sollten nicht nur daran ausgerichtet werden, möglichst schnell eine bestimmte Zahl von Lichtstunden zu erreichen.

Warum sollte die Lichtdauer während der Legeperiode nicht wieder sinken?

Ein grundlegendes Prinzip kommerzieller Lichtprogramme lautet: Während der Aufzucht wird die Tageslänge bis zur vorgesehenen Stimulation nicht erhöht, während der Produktionsphase wird eine erreichte Tageslänge nicht wieder reduziert. Das soll vermeiden, dass die Hennen über eine kürzer werdende Photoperiode ein gegenläufiges saisonales Signal erhalten.

Eine ungewollte Verkürzung kann beispielsweise entstehen, wenn eine Herde während des Sommers viel natürliches Tageslicht erhält und im Herbst keine ausreichende künstliche Ergänzung erfolgt. Die Tiere erleben dann Woche für Woche kürzere Tage. In Ställen mit Fenstern oder Freilandzugang muss diese saisonale Veränderung deshalb bereits beim Lichtprogramm berücksichtigt werden.

Gerade in Deutschland ist der Unterschied erheblich. Zwischen langen Sommertagen und kurzen Wintertagen liegen viele Stunden natürlicher Tageslänge. Wie künstliches Licht während der dunklen Jahreszeit eingesetzt werden kann, erläutert der Beitrag Hühnerstall im Winter beleuchten: Ist Kunstlicht nötig?.

Lichtprogramm und Tageslicht müssen zusammenpassen

Ein Programm für einen vollständig lichtkontrollierten Stall lässt sich nicht unverändert auf einen Stall mit großen Fenstern übertragen. Sobald natürliches Licht in relevanter Menge in das Gebäude gelangt, wird es Teil des Lichttages. Gleiches gilt für Hennen mit Zugang zu einem Wintergarten oder Freiland.

Lohmann unterscheidet deshalb ausdrücklich zwischen geschlossenen und offenen beziehungsweise vom Tageslicht beeinflussten Ställen. Für solche Gebäude müssen Jahreszeit, geografische Lage und natürliche Tageslänge in das Programm einbezogen werden. Ein Bestand, der im Frühjahr in Produktion geht, startet unter völlig anderen Tageslichtbedingungen als eine Herde, deren Legebeginn in den Herbst fällt.

Auch die Uhrzeit der künstlichen Beleuchtung hängt davon ab. Zusätzliches Licht kann morgens, abends oder auf beide Tagesenden verteilt werden. Die praktischen Unterschiede behandeln wir im Artikel Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?.

Warum ist der Umstalltermin für das Lichtprogramm wichtig?

Junghennen werden üblicherweise vor Beginn beziehungsweise zu Beginn der Legephase aus dem Aufzucht- in den Legehennenstall umgestallt. Dabei können sich Lichtdauer, Helligkeit, Spektrum und räumliche Verteilung des Lichts gleichzeitig verändern. Ein abrupter Wechsel erschwert den Tieren die Anpassung an die neue Umgebung.

Hy-Line empfiehlt deshalb, die Lichtstunden von Aufzucht- und Produktionsstall bei der Umstallung aufeinander abzustimmen. Auch die Beleuchtungsstärke sollte bereits vor der Umstallung schrittweise an das spätere Niveau angepasst werden. Im aktuellen Programm wird empfohlen, die Lichtintensität während der letzten Wochen der Aufzucht entsprechend vorzubereiten.

Das Lichtmanagement beginnt damit nicht erst im Legehennenstall. Wer Junghennen zukauft, sollte deshalb wissen, unter welchem Lichtprogramm die Tiere aufgezogen wurden und welche Tageslänge unmittelbar vor der Umstallung galt.

Lichtdauer und Lichtstärke sind zwei verschiedene Dinge

Ein Lichtprogramm beschreibt zunächst die zeitliche Verteilung von Hell und Dunkel. Wie hell es während dieser Stunden ist, ist eine zweite Größe. Ein 16-Stunden-Lichttag sagt nichts darüber aus, ob die Hennen während dieser Zeit 5, 20 oder 50 Lux erhalten.

Für Legehennen enthält die deutsche Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung keinen allgemeinen Lux-Mindestwert für die Hellphase. Fachlich werden häufig etwa 20 Lux auf Augenhöhe der Tiere als Orientierung verwendet, während einzelne Funktionsbereiche wie Legenester deutlich dunkler sein sollen. Die unterschiedlichen Anforderungen erklären wir ausführlich unter Wie viel Lux brauchen Hühner im Stall?.

Während eines Produktionszyklus kann auch die Beleuchtungsstärke gezielt verändert werden. Dabei darf sie jedoch nicht so weit reduziert werden, dass Tiere ihre Umgebung nicht mehr ausreichend wahrnehmen können oder problematische Dunkelzonen entstehen.

Welche Rolle spielt die Lichtfarbe im Lichtprogramm?

Tageslänge und Lichtspektrum wirken nicht völlig unabhängig voneinander. Längere Wellenlängen im rot-orangen Bereich spielen bei der reproduktiven Steuerung von Legehennen eine besondere Rolle. Deshalb verwenden einige Managementprogramme während der Produktionsphase warmweiße oder rot-orange betonte Lichtquellen.

Hy-Line nennt in seinem aktuellen Brown-Programm beispielsweise ein blau-grün betontes Licht während eines Teils der Aufzucht und ein rot-orange betontes Spektrum in der Produktionsphase. Solche Angaben beziehen sich auf das jeweilige Managementsystem und sind keine allgemeine gesetzliche Vorgabe.

Warum die Kelvinzahl einer LED allein nicht genügt und welche Rolle UV-A, Rot, Grün und Blau spielen, erläutert unser Beitrag Welche Lichtfarbe ist für Hühner geeignet?.

Wie wichtig ist die Dunkelphase im Lichtprogramm?

Die Dunkelphase dient nicht lediglich dazu, Strom zu sparen. Sie ermöglicht Schlaf und einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus. Bereits bei Küken können regelmäßige Dunkelphasen dazu beitragen, Aktivität und Ruhe innerhalb der Herde zu synchronisieren.

Für Legehennen in Erwerbshaltungen schreibt § 14 TierSchNutztV bei künstlicher Beleuchtung mindestens acht Stunden ununterbrochene Nachtruhe vor. Während dieser Zeit soll die Beleuchtungsstärke unter 0,5 Lux liegen, soweit es das natürliche Licht zulässt. Außerdem ist eine ausreichende Dämmerphase vorgeschrieben, damit die Tiere ihre Ruhestellung ohne Verletzungsgefahr einnehmen können.

Damit ist auch bei einem leistungsorientierten Lichtprogramm eine klare Grenze gesetzt. Ein ständig beleuchteter Stall oder eine immer weiter verlängerte Photoperiode ist kein geeignetes Mittel, um die Legeleistung zu erhöhen.

Warum sollte das Licht nicht plötzlich ausgeschaltet werden?

Ein Legehennen-Lichtprogramm besteht nicht nur aus zwei Uhrzeiten für Ein und Aus. Der Übergang zwischen den Phasen ist besonders am Abend wichtig, weil die Tiere vor Eintritt der Dunkelheit ihre Sitzstangen aufsuchen. In Volieren bewegen sie sich dabei teilweise durch mehrere Etagen.

Eine Dimmphase gibt ihnen Zeit, ihre Aktivität zu beenden und sich auf die Nachtruhe vorzubereiten. Die DLG empfiehlt sowohl morgens als auch abends einen langsamen Übergang. In größeren Anlagen können zudem verschiedene Leuchtengruppen nacheinander gedimmt werden, um die Tiere aus dem Scharrbereich in Richtung der Sitzstangen zu führen.

Wie Morgen- und Abendbeleuchtung praktisch organisiert werden können, erklären wir im Beitrag Hühnerstall morgens oder abends beleuchten?.

Wie sieht ein Lichtprogramm in einem Stall mit Fenstern aus?

Ställe mit natürlichem Lichteinfall sind schwieriger zu steuern als vollständig abgedunkelte Gebäude. Ein programmierter Lichttag von beispielsweise 14 Stunden funktioniert nur dann tatsächlich als 14-Stunden-Photoperiode, wenn nicht vor dem programmierten Einschalten oder nach dem Ausschalten zusätzlich ausreichend Tageslicht vorhanden ist.

Im Sommer kann die natürliche Tageslänge in Mitteleuropa deutlich über den Stundenwerten liegen, die während der Aufzucht eigentlich vorgesehen wären. Deshalb müssen Aufzucht und Produktionsbeginn, Jahreszeit und Möglichkeit zur Verdunkelung gemeinsam betrachtet werden. Lohmann bietet für solche Situationen standortbezogene Lichtprogramme an, die die natürliche Tageslänge einbeziehen.

Für die praktische Planung bedeutet das, dass Sonnenaufgang und Sonnenuntergang keine nebensächlichen Angaben sind. Besonders bei Freilandhaltung muss das Management zudem berücksichtigen, wann die Tiere Zugang zum Auslauf erhalten und wann sie am Abend zurück in den Stall kommen.

Lichtprogramme für Freilandhennen brauchen zusätzliche Planung

Bei Freilandhennen ist eine vollständige Kontrolle der Lichtumgebung kaum möglich, sobald die Tiere draußen sind. Sie erhalten dort natürliches Tageslicht mit einer wesentlich höheren Beleuchtungsstärke und einem anderen Spektrum als im Stall. Die künstliche Beleuchtung muss deshalb zu den natürlichen Bedingungen passen.

Am Abend sollte der Stall zudem nicht bereits dunkel sein, während die Hennen noch im Auslauf sind. Managementempfehlungen weisen darauf hin, ausreichend Licht im Stall bereitzustellen, damit die Tiere nach Einbruch der Dämmerung in das Gebäude zurückkehren. Anschließend kann die Beleuchtung kontrolliert heruntergedimmt werden.

Mehr zur Kombination aus Fensterflächen, natürlichem Licht und künstlicher Beleuchtung folgt im Beitrag Tageslicht im Hühnerstall: Fenster, Lichtverteilung und Schatten.

Brauchen Hobbyhühner ebenfalls 16 Stunden Licht?

Nein. Ein kommerzielles Lichtprogramm mit 14 bis 16 Stunden Tageslänge muss nicht auf einen kleinen privaten Hühnerbestand übertragen werden. Die spezifischen Vorschriften der §§ 12 bis 15 TierSchNutztV gelten für Legehennen, die zu Erwerbszwecken gehalten werden; für private Tierhalter gelten unabhängig davon die allgemeinen Anforderungen des Tierschutzgesetzes.

Wer bei Hobbyhühnern eine jahreszeitlich geringere Legeleistung akzeptiert, kann stärker mit dem natürlichen Tagesrhythmus arbeiten. Kunstlicht ist dann vor allem erforderlich, wenn der Stall während der normalen Aktivitätszeit zu dunkel bleibt. Es besteht keine Notwendigkeit, allein für eine ganzjährig möglichst gleichmäßige Eierzahl einen 16-Stunden-Tag einzurichten.

Soll die Legeleistung im Winter durch eine verlängerte Tageslänge unterstützt werden, sollte auch in der Hobbyhaltung nicht beliebig beleuchtet werden. Ein stabiles Programm mit ausreichender Nacht ist sinnvoller als häufig wechselnde Einschaltzeiten.

Was passiert, wenn das Lichtprogramm ständig wechselt?

Häufige Veränderungen von Lichtbeginn, Lichtende und Tageslänge stören einen konstanten Tagesrhythmus. Besonders problematisch sind starke, unkontrollierte Verkürzungen oder Verlängerungen. Die DLG empfiehlt deshalb, Änderungen langsam vorzunehmen und über mehrere Tage zu verteilen.

Auch technische Fehler können ein Programm verändern. Nach Stromausfällen, Zeitumstellungen oder Änderungen an digitalen Schaltuhren sollte kontrolliert werden, ob die programmierten Zeiten noch stimmen. Dasselbe gilt nach Arbeiten an der Beleuchtungsanlage oder einem Austausch der Steuerung.

Bei Ställen mit Tageslicht kann ein formal unverändertes Programm trotzdem eine veränderte Photoperiode ergeben. Die künstliche Beleuchtung bleibt zwar gleich eingestellt, gleichzeitig verschieben sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang täglich.

Muss man die Sommer- und Winterzeit berücksichtigen?

Hühner kennen keine gesetzliche Uhrzeit. Für sie zählt der tatsächliche Wechsel von Licht und Dunkelheit. Stellt eine Lichtsteuerung automatisch von Sommer- auf Winterzeit um, kann sich deshalb der Tagesablauf der Herde plötzlich um eine Stunde verschieben.

Bei automatisierten Anlagen sollte bekannt sein, ob und wie diese Umstellung erfolgt. Eine Änderung kann gegebenenfalls schrittweise vorgenommen werden, statt Aktivitäts-, Fütterungs- und Ruhezeiten innerhalb eines Tages vollständig zu verschieben. Besonders wichtig ist dies, wenn weitere Betriebsabläufe eng mit dem Lichtprogramm verbunden sind.

In stark vom natürlichen Tageslicht beeinflussten Ställen ist die Uhrzeit ohnehin nur ein Teil der Steuerung. Dort muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass sich die astronomische Tageslänge unabhängig von Sommer- und Winterzeit verändert.

Sollte man während des Produktionshöhepunkts weiter Lichtstunden hinzufügen?

Die Lichtstimulation endet nicht zwingend mit dem ersten Ei. Hy-Line empfiehlt, die schrittweise Erhöhung der Tageslänge bis in die Phase des Produktionsanstiegs fortzuführen und die endgültige Tageslänge von etwa 16 Stunden ungefähr um die 25. Lebenswoche zu erreichen. Andere Genetiken können mit abweichenden Programmen arbeiten.

Entscheidend ist, dass die Erhöhung kontrolliert erfolgt und zum Produktionsverlauf passt. Sobald die vorgesehene Tageslänge erreicht ist, wird sie üblicherweise stabil gehalten und nicht weiter verlängert. Zusätzliche Lichtstunden über das etablierte Programm hinaus sind kein einfacher Weg zu einer höheren Spitzenleistung.

Die Leistungsentwicklung sollte deshalb gemeinsam mit Körpergewicht, Futteraufnahme und Eimasse beurteilt werden. Licht allein liefert keine Erklärung, wenn eine Herde den erwarteten Produktionsverlauf nicht erreicht.

Kann zusätzliches Nachtlicht die Futteraufnahme steigern?

Internationale Managementleitfäden beschreiben teilweise eine sogenannte „Midnight Feeding“- beziehungsweise Nachtfütterungsstrategie. Dabei wird innerhalb der Dunkelphase für eine begrenzte Zeit Licht eingeschaltet, um insbesondere bei hoher Leistung oder Hitzestress eine zusätzliche Futteraufnahme zu ermöglichen. Hy-Line beschreibt dieses Verfahren beispielsweise als spezielles Managementinstrument.

Für Deutschland kann eine solche Empfehlung jedoch nicht ungeprüft übernommen werden. Bei Legehennen in Erwerbshaltungen verlangt die TierSchNutztV mindestens acht Stunden ununterbrochene Nachtruhe bei künstlicher Beleuchtung. Ein eingeschobener Lichtblock unterbricht die Dunkelperiode und muss daher mit den geltenden tierschutzrechtlichen Vorgaben vereinbar sein.

Für ein normales Lichtprogramm ist eine Nachtfütterung ohnehin kein Standardbaustein. Sie gehört zu speziellen Managementstrategien und sollte nicht mit der regulären Tagesbeleuchtung vermischt werden.

Wie lange sollte eine Legehenne am Ende tatsächlich Licht bekommen?

Für die Produktionsphase sind etwa 14 bis 16 Stunden Licht eine verbreitete Größenordnung. Der konkrete Zielwert sollte jedoch aus dem Managementprogramm der eingesetzten Genetik und den betrieblichen Bedingungen abgeleitet werden. Ein Bestand, der mit 14 Stunden stabil läuft, benötigt nicht automatisch 16 Stunden, nur weil dieser Wert häufig genannt wird.

Wichtiger ist die Konsequenz des Programms. Eine geplante Tageslänge sollte nach der Lichtstimulation stabil gehalten werden, während die vorgeschriebene Nachtphase erhalten bleibt. Natürliches Tageslicht muss in die Gesamtzeit eingerechnet werden.

Die endgültige Frage lautet deshalb nicht „14 oder 16 Stunden?“, sondern: Welche Tageslänge passt zu dieser Herde, ihrem Entwicklungsstand, der Genetik und dem bisherigen Lichtprogramm?

Typische Fehler bei Lichtprogrammen für Legehennen

Ein häufiger Fehler besteht darin, erst mit Beginn der Eiablage über das Lichtprogramm nachzudenken. Zu diesem Zeitpunkt wurden wichtige Weichen bereits während der Aufzucht gestellt. Eine Junghenne, die zu früh oder bei zu geringem Körpergewicht stimuliert wurde, lässt sich durch eine spätere Korrektur der Zeitschaltuhr nicht einfach in den gewünschten Entwicklungszustand zurückversetzen.

Problematisch sind außerdem abrupte Verlängerungen, eine sinkende Tageslänge während der Legeperiode, fehlende Abstimmung zwischen Aufzucht- und Produktionsstall sowie die Nichtberücksichtigung natürlichen Tageslichts. Auch eine zu starke Konzentration auf Stundenwerte ist ungünstig, wenn gleichzeitig Beleuchtungsstärke, Dämmerung oder Dunkelphase nicht stimmen.

Bei technischen Lichtanlagen kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die Helligkeit sollte beim Dimmen nicht durch ungeeignete Elektronik sichtbar für die Tiere flimmern. Welche Anforderungen LED-Leuchten und Steuerungen erfüllen sollten, behandeln wir im Artikel LED-Beleuchtung im Hühnerstall: Worauf kommt es an?.

Ein gutes Lichtprogramm beginnt bereits bei den Junghennen

Das Lichtprogramm einer Legehenne beginnt nicht mit dem ersten Ei. Bereits die ersten Lebenswochen bestimmen, wie Tageslänge und Beleuchtungsstärke später zur Steuerung der Geschlechtsreife eingesetzt werden können. Auf eine lange Anfangsbeleuchtung folgt deshalb üblicherweise eine Step-down-Phase, eine Phase mit konstant kurzer Tageslänge und schließlich die kontrollierte Lichtstimulation.

Während der Produktionsphase werden häufig etwa 14 bis 16 Stunden Licht erreicht. Der Weg zu diesem Wert sollte jedoch zur Genetik, zum Körpergewicht und zur Entwicklung der Herde passen. Ebenso wichtig ist, die einmal erreichte Tageslänge nicht unkontrolliert wieder zu verkürzen und mindestens acht Stunden zusammenhängende Nachtruhe sicherzustellen.

Ein professionelles Lichtprogramm besteht damit nicht aus einer einzigen Zahl. Es verbindet Aufzucht, Körpergewicht, Lichtstimulation, Legebeginn, Produktionsphase, Tageslicht und Dunkelzeit zu einem zusammenhängenden Managementsystem.

Quellen