Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) investiert kräftig in die Entwicklung klimaneutraler Kraftstoffe. Mit einer Förderung von insgesamt 212,5 Millionen Euro soll die Produktion von sogenannten E-Fuels vorangebracht werden. Diese synthetischen Kraftstoffe bestehen aus Wasserstoff und CO₂ und bieten eine vielversprechende Alternative, insbesondere in Bereichen, in denen Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt, wie im Flug- und Schiffsverkehr.
Potenzial der E-Fuels
E-Fuels bieten den Vorteil, dass sie bestehende Infrastrukturen nutzen können und sich teilweise auch mit aktuellen Antriebssystemen kombinieren lassen. Doch der Weg zu einer breiten Marktdurchdringung ist noch lang: Die Herstellung dieser Kraftstoffe ist bislang sehr energieaufwendig und teuer. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär unterstreicht die Bedeutung von Forschung in diesem Bereich als unverzichtbar für das Erreichen der Klimaneutralität.
Effizienzsteigerung bis 2030
Von 2027 bis 2030 sollen im Rahmen der Förderinitiative effektive Lösungen entwickelt werden, um die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von E-Fuels zu verbessern. Dabei wird die gesamte Produktionskette betrachtet, von innovativen Herstellungsverfahren bis hin zur umweltfreundlichen Beschaffung der Ausgangsstoffe. Ein zentraler Bestandteil ist der Kohlenstoff, der entweder direkt aus der Luft gewonnen oder durch industrielle Abscheidung bereitgestellt werden kann. Die Quelle des Kohlenstoffs ist entscheidend für die Klimabilanz des Endprodukts.
Nutzung industrieller CO₂-Emissionen
Ein weiterer Forschungsansatz zielt darauf ab, unvermeidbare CO₂-Emissionen aus Industrien wie der Stahlindustrie effektiv als Ressource für E-Fuels zu nutzen. Hier könnten Technologien wie Carbon Capture and Utilization (CCU) zum Einsatz kommen. Potenzielle Quellen für CO₂ sind dabei auch die Kalk-, Stahl- und Zementproduktion sowie die thermische Abfallverwertung. Dies würde nicht nur fossile Importe reduzieren, sondern auch neue industrielle Anwendungen erschließen.
Teil der Hightech-Agenda Deutschland
Die Initiative reiht sich ein in das Schlüsseltechnologiefeld „Technologien für klimaneutrale Mobilität“ innerhalb der Hightech-Agenda Deutschland (HTAD). Sie unterstützt Flaggschiffmaßnahmen wie den „Innovationsbooster E-Fuels“ und die „Initiative zur Skalierung von CCU-Technologien“. Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen zusammen mit Forschungseinrichtungen zu befähigen, innovative Ansätze zu entwickeln und somit den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Interessierte können ihre Projektskizzen bis zum 30. November 2026 einreichen.
