Die jüngsten Berichte der USDA beeinflussten die Agrarmärkte in der vergangenen Woche erheblich. Trotz eines Rückgangs der Weizenbestände in den USA um 14 % im Vergleich zum Vorjahr, was eigentlich zu steigenden Preisen führen könnte, sanken die Future-Preise für Dezember an der Euronext leicht um 0,25 € auf 236,00 €/t. Auch in Chicago verzeichnete der Dezember-Kontrakt einen Rückgang um 17 Cent auf 6,76 US-$/bu (etwa 219 €/t). Dies lässt sich teilweise durch eine Prognose höherer Produktion von 1,534 Mrd. Bushel erklären, die über den Erwartungen lag.
Eine zusätzliche Belastung für den Weizenmarkt stellte die Ankündigung Russlands dar, staatliche Käufe von bis zu 3 Mio. t Weichweizen und Roggen zu tätigen. Diese Maßnahme soll den schleppenden Export stützen, hat aber laut Marktteilnehmern nur begrenzte Auswirkung auf den russischen Binnenmarkt.
Ölsaaten im Abwärtstrend
Die Sojabohnen verzeichneten ebenfalls einen Preisrückgang. Trotz knapperer Bestände von 315 Mio. Bushel zum 1. September – ein Rückgang um 3 % gegenüber dem Vorjahr – und einem kräftigen Verbrauch von 744 Mio. Bushel zwischen Juni und August, konnten diese positiven Nachrichten den Markt nicht stützen. Der November-Kontrakt fiel in Chicago um 4,75 Cent auf 12,93 US-$/bu (ca. 418 €/t).
Auch Raps blieb nicht verschont und gab an der Euronext um 7,50 € auf 536,75 €/t nach. Die gestiegenen Endbestände in Kanada trugen zusätzlich zur Schwäche des Rapsmarktes bei.
Maismarkt unter Druck
Der Maismarkt erreichte ein Sechswochentief durch die Bekanntgabe des USDA-Berichts über Rekordbestände von 2,095 Mrd. Bushel am 1. September – ein Anstieg von erstaunlichen 35 % gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Analystenschätzungen sowie bisherigen Prognosen.
An der Euronext sank der November-Kontrakt um 2,00 € auf 264,25 €/t und in Chicago fiel der Dezember-Kontrakt um signifikante 21,25 Cent auf 5,01 US-$/bu (etwa 174 €/t). Experten erwarten nun eine Anpassung des Futterverbrauchs im nächsten USDA-Bericht.
Stabilität bei Milchprodukten
Trotz Turbulenzen an anderen Märkten blieben die Preise für Magermilchpulver und Butter an der EEX weitgehend stabil. Die Oktober-Kontrakte schlossen bei Preisen von 3.415 €/t bzw. 4.175 €/t.
Obwohl der Butterpreis nahe an seinem Tiefstand von Ende Juni liegt, konnte sich das Magermilchpulver seit Jahresbeginn erholen und zeigt Aufwärtstrends.
