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Neuer Roundup-Prozess: Bayer sieht sich erneut schweren Vorwürfen ausgesetzt

Vor dem Hintergrund eines Milliardenvergleichs, der Bayer bei der Beilegung von 65.000 Glyphosatklagen in den USA helfen soll, nimmt ein neuer Fall in Missouri eine andere Richtung ein. Anwälte von drei Krebspatientinnen erheben Vorwürfe gegen den Konzern: Sie behaupten, dass der Wirkstoff Glyphosat vor der Markteinführung von Roundup nicht ausreichend getestet wurde.

Neue Klage und ihre Implikationen

Der Prozess begann am 29. September und stellt Bayer erneut in den Fokus juristischer Auseinandersetzungen. Die Anwälte der Klägerinnen argumentieren, dass bis heute nicht alle erforderlichen Tests durchgeführt wurden, um die Sicherheit des Produkts zu gewährleisten. Diese neue Klage konzentriert sich auf die grundsätzliche Konzeption des Produkts und dessen vermutete Unsicherheit für den Verkauf.

Ein wichtiger Aspekt dieser Klage ist, dass sie sich nicht auf die oft diskutierten Warnhinweise bezieht. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wird damit argumentiert, dass das Produkt an sich fehlerhaft sei – ein Punkt, den das höchste US-Gericht bisher nicht behandelt hat.

Bayers Verteidigungslinie

Bayer weist die neuen Vorwürfe entschieden zurück. Ein Vertreter des Unternehmens erklärte, dass es nicht möglich sei, zu beweisen, dass glyphosathaltige Produkte unsicher seien. Er betonte, dass Regulierungsbehörden weltweit, darunter auch die US-Umweltschutzbehörde EPA, über Jahrzehnte hinweg die Sicherheit dieser Produkte überprüft hätten.

Interessant ist zudem, dass eine der Klägerinnen bereits vor Beginn des Verfahrens verstarb. Dennoch bleibt ihre Klage Teil des Prozesses und steht außerhalb des Vergleichsangebots von Bayer, das darauf abzielt, eine Vielzahl von Klagen zu beenden.

Zukunft des Prozesses ungewiss

Ob die Klägerinnen mit ihrem Ansatz Erfolg haben werden, ist derzeit unklar. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte kürzlich ähnliche Klagen erschwert, indem er Urteile zum Thema Warnhinweise auf Produktetiketten fällte. Die aktuelle Anklage könnte jedoch neue rechtliche Wege eröffnen.

Diese Entwicklungen werfen erneut Fragen zur Verantwortung großer Chemiekonzerne in Bezug auf Produktsicherheit und angemessene Testverfahren auf. Wie dieser Fall ausgeht, könnte weitreichende Konsequenzen für Bayer und ähnliche Unternehmen haben.