Laut der jüngsten Prognose von Coceral wird die Rapsernte in der EU-27 im Jahr 2026 voraussichtlich bei 20 Millionen Tonnen liegen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 500.000 Tonnen darstellt. Dieses Ergebnis zeigt, dass sich der Rapsanbau stabiler entwickelt hat als viele Getreidearten, die stärker unter den extremen Wetterbedingungen des Jahres gelitten haben.
Ausweitung der Anbaufläche kompensiert Rückgang
Die nahezu unveränderte Erntemenge ist vor allem auf die erweiterte Anbaufläche zurückzuführen. Die Fläche für Raps wurde von 6,1 Millionen Hektar im Vorjahr auf 6,5 Millionen Hektar erhöht. Diese Ausweitung hat dazu beigetragen, dass die Rückkehr zu eher durchschnittlichen Erträgen nach einem besonders ertragreichen Jahr 2025 weitgehend ausgeglichen werden konnte.
Mit einer geschätzten Ernte von 20 Millionen Tonnen könnte die Rapserzeugung fast das Niveau des Vorjahres erreichen und wäre nur um etwa 500.000 Tonnen geringer.
Weniger Auswirkungen durch Hitze
Im Gegensatz zu anderen Kulturen wie Weizen oder Mais scheint Raps weniger unter den hohen Temperaturen gelitten zu haben. Dies trägt zur vergleichsweisen Robustheit des Rapssektors bei. Obwohl die Produktion leicht hinter dem Vorjahreswert zurückbleibt, konnten größere Verluste durch die Erweiterung der Anbauflächen verhindert werden.
Unterschiedliche Schätzungen zwischen Coceral und EU-Kommission
Coceral zeigt sich in seiner Prognose optimistischer als die EU-Kommission. Während Coceral die Ernte auf 20 Millionen Tonnen schätzt, prognostizierte die EU-Kommission Ende August eine Ernte von nur 19,4 Millionen Tonnen.
Auch bei der Flächengröße gibt es Unterschiede: Coceral geht von einer Anbaufläche von 6,454 Millionen Hektar aus, während die EU-Kommission mit 6,206 Millionen Hektar rechnet. Die geschätzten Erträge pro Hektar unterscheiden sich dabei nur minimal: Coceral erwartet 3,10 Tonnen pro Hektar, während die Kommission von 3,13 Tonnen pro Hektar ausgeht. Diese Unterschiede in den Schätzungen zeigen eine etwas unterschiedliche Einschätzung der Marktbasis zwischen den beiden Institutionen.
