Die derzeitige Wetterlage in Deutschland bleibt angespannt, da Meteorologen keine baldige Entspannung der Trockenheit erwarten. Trotz gelegentlicher Schauer im Norden und Gewitter im Süden bleibt die Situation kritisch.
Juni und Juli 2026 verzeichneten in Westeuropa Rekordtemperaturen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 21,62 Grad waren diese Monate die heißesten, die jemals gemessen wurden, berichtet der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus aus Bonn.
Wasserstände in Flüssen erreichen kritische Tiefstände
Die Auswirkungen dieser extremen Hitze sind europaweit spürbar. In Deutschland herrscht eine historische Dürre, mit großen Flüssen wie dem Rhein, der Elbe und der Donau, die stark gesunkene Wasserstände aufweisen. Im Schwarzwald sind sogar erste Trinkwasserquellen bedroht.
Laut Meteorologe Dominik Jung gibt es keine kurzfristige Aussicht auf ergiebigen Landregen. Zwar bringt ein skandinavisches Tief etwas Regen in den Norden, doch große Teile Deutschlands bleiben trocken. Stattdessen baut sich ein neues Hochdruckgebiet auf, das eine weitere Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 39 Grad bringen könnte.
Probleme durch fehlende Niederschläge
Um die Oberböden zu regenerieren, wären 20 bis 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter nötig. Allerdings müsste dieser Niederschlag als sanfter Landregen über mehrere Tage fallen. Heftige Regenfälle würden auf den ausgetrockneten Böden größtenteils abfließen und kaum ins Erdreich eindringen.
In tieferen Bodenschichten ist die Lage noch gravierender. Diese reagieren langsamer und haben über Monate ein erhebliches Niederschlagsdefizit aufgebaut. Laut Jung sind im August bisher nur neun Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, was lediglich zehn Prozent des erwarteten Wertes entspricht. Für eine nachhaltige Erholung wäre eine längere Phase mit überdurchschnittlichem Niederschlag notwendig.
Kurzfristiger Wetterausblick: Hitze bleibt bestehen
Auch in den kommenden Tagen setzt sich das warme Wetter fort. Am Freitag ist es meist sonnig bei Temperaturen zwischen 31 und 38 Grad. Der Samstag bringt im Westen einzelne Schauer und Gewitter bei Höchstwerten bis zu 37 Grad. Am Sonntag werden verbreitet Schauer und Gewitter erwartet, besonders im Südosten kann es zu starken Regenfällen kommen.
Für Montag wird erneut heiteres Wetter prognostiziert, während am Dienstag und Mittwoch wechselhaftes Wetter mit lokalem Regen erwartet wird. Die Temperaturen bewegen sich dabei zwischen 21 und 27 Grad.
Der langfristige Ausblick deutet auf leicht wechselhaftes Wetter hin, jedoch ohne signifikante Temperaturänderungen.
