Die anhaltende Dürre in Europa stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Sowohl die Schweiz als auch Frankreich haben Maßnahmen ergriffen, um die wirtschaftlichen Folgen für Landwirte abzumildern. Die Schweizer Regierung hat beschlossen, trotz unvollständiger Einhaltung von Vorgaben, den Betrieben die vollen Direktzahlungen zu gewähren. Zudem können landwirtschaftliche Betriebe, die durch Trockenheit in finanzielle Schwierigkeiten geraten, zinsfreie Darlehen erhalten.
Schweizer Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft
Aufgrund des Futtermangels dürfen Tiere auf Sömmerungs- und Alpbetrieben früher als üblich auf ihre Heimbetriebe zurückkehren. Um die Versorgung mit Futter zu gewährleisten, sind seit dem 1. August die Zölle auf Heuimporte ausgesetzt. Zusätzlich wird ab dem 15. August die Einfuhrabgabe für Futtermais reduziert.
Das Bundesamt für Landwirtschaft berichtet von knappen Futtervorräten und geringeren Erträgen bei Ackerkulturen. Besonders auf den Alpen verschärft sich die Situation durch fehlendes Weidefutter und Wassermangel. Im Rahmen der „Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung 2050“ fördert die Schweiz weiterhin Projekte zur Bewässerung und Wasserversorgung sowie ein verbessertes Wassermanagement.
Frankreichs Ansatz: Hilfsprogramm und Einschränkungen
In Frankreich hat Landwirtschaftsministerin Annie Genevard ein Hilfsprogramm angekündigt, das Liquiditätshilfen sowie Erleichterungen bei Sozialabgaben umfasst. Sie setzt sich zudem dafür ein, dass bestimmte Anforderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik vorübergehend gelockert werden, um den Landwirten entgegenzukommen.
Eine Taskforce des französischen Landwirtschaftsministeriums soll regionale Unterschiede erfassen und entsprechende Maßnahmen entwickeln. In allen Départements werden Arbeitsgruppen eingerichtet und Ansprechpartner benannt, um den Bedürfnissen der Landwirte gerecht zu werden.
Dürre als Krisenlage in vielen Regionen
In 57 europäischen Départements wird die Dürre derzeit als Krisenlage betrachtet. Die Nutzung von Wasser ist stark eingeschränkt, was vor allem Oberflächengewässer betrifft. Nur wenige landwirtschaftliche Betriebe verfügen über ausreichende Bewässerungsmöglichkeiten: Im Jahr 2023 konnten nur etwa 21 % der rund 349.000 Betriebe ihre Felder bewässern.
Bezogen auf die gesamte Nutzfläche lag der Anteil an bewässerten Flächen bei 10 %. Obst- und Gemüsebauern konnten rund 60 % ihrer Flächen bewässern, während für Kartoffeln, Soja und Mais die Anteile zwischen 37 % und 43 % lagen. Im Gegensatz dazu bleiben Weizen und Zuckerrüben überwiegend im Regenfeldbau; lediglich 3 % bzw. 8 % dieser Kulturen wurden bewässert.
