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Bayerns Agrarministerin fordert mehr Hilfe für bedrohte Landwirtschaft

Die bayerische Landwirtschaft sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Trockenheit, gestiegene Kosten und sinkende Einnahmen belasten die Betriebe. Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber betont die Dringlichkeit von Unterstützung und Entlastung für die Landwirte, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Wirtschaftliche Stabilität für landwirtschaftliche Betriebe

Kaniber hebt hervor, dass viele Betriebe ohne wirtschaftliche Unterstützung ihre Rolle in der Ernährungssicherung, dem Klimaschutz und der Landschaftspflege nicht mehr erfüllen könnten. Sie fordert Maßnahmen zur Stärkung der Liquidität und Planungssicherheit sowie den Abbau von Bürokratie. Dies sei essenziell, damit die Landwirtschaft ihre Aufgaben auch in Zukunft wahrnehmen kann.

Bayern setzt bereits auf konkrete Unterstützungsmaßnahmen, darunter Investitionen in Vorsorge, Forschung und Anpassungen an den Klimawandel. Diese Initiativen sollen helfen, die Betriebe widerstandsfähiger gegenüber den aktuellen Herausforderungen zu machen.

Unterstützung bei Futtermittelknappheit

Zur Bewältigung der Futtermittelknappheit können Landwirte jetzt freiwillige Brachflächen zur Futterproduktion nutzen. Allerdings erlischt in solchen Fällen der Anspruch auf Prämien aus bestimmten ökologischen Programmen. In diesen Situationen empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Landwirtschaftsamt. Die Futterbörse des Bayerischen Bauernverbands bietet zudem eine Plattform für schnellen Futterhandel und hilft so, regionale Engpässe zu entschärfen.

Versicherungsschutz gegen Naturgefahren

Um den finanziellen Folgen von Naturereignissen wie Dürre oder Starkregen entgegenzuwirken, unterstützt Bayern die Mehrgefahrenversicherung mit einem Zuschuss von bis zu 50 % der Prämie. Diese Versicherung bietet den Betrieben Schutz vor einer Vielzahl klimatischer Risiken.

Kritik an vorzeitigen Direktzahlungen

Kaniber lehnt eine frühzeitige Auszahlung von Direktzahlungsvorschüssen ab, da dies die endgültigen Zahlungen verzögern würde. Sie versichert jedoch, dass Bayern plant, alle Flächen- und Tierprämien auch in diesem Jahr termingerecht auszuzahlen.

Bundesweite Unterstützung gefordert

Ministerin Kaniber lobt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für seine Bemühungen um eine rasche Auszahlung von EU-Hilfen zur Entlastung bei Dünge- und Energiekosten. Rainers Plan sieht vor, 60 Millionen Euro EU-Beihilfen durch weitere 120 Millionen Euro Bundesmittel zu ergänzen.

Trotz bestehender Hilfsmaßnahmen plädiert Kaniber für zusätzliche Schritte auf Bundes- und EU-Ebene:

  • Das Liquiditätsprogramm der Rentenbank sollte weitergeführt werden.
  • EU-Düngehilfen müssen erhöht und unbürokratisch verteilt werden.
  • Der Nationale Wiederherstellungsplan sollte überarbeitet werden, um klimastabile Wälder zu fördern.
  • Bürokratische Anforderungen bei Düngung und Pflanzenschutz sind abzubauen.
  • Nationale Sonderregelungen sind zu vermeiden, um gleiche Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen.

Kritisch äußert sich Kaniber über das geplante Tierhaltungskennzeichnungsgesetz, das neue Bürokratie schaffen könnte und ohne EU-weite Kennzeichnung Wettbewerbsnachteile bedeuten würde. Hier sei ein Umdenken erforderlich.