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Trockenheit zwingt Schweizer Bauern zur frühen Maisernte 2026

Die Schweizer Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, da die anhaltende Trockenheit und Hitze das Land fest im Griff haben. Mittlerweile sind die Erntearbeiten in vollem Gange, da viele Bauern mit der Maisernte begonnen haben. Der außergewöhnlich trockene Sommer hat dazu geführt, dass landesweit Maishäcksler zum Einsatz kommen.

Rekord-Trockenheit belastet Landwirte

Der Sommer 2026 gehört laut dem Schweizer Bundesamt für Meteorologie zu den trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen. Temperaturen von bis zu 40 °C und kaum Niederschläge haben zu einer erheblichen Verdunstung von Wasser aus Pflanzen und Gewässern geführt. Diese extreme Wetterlage erinnert stark an die Bedingungen in Österreich und Süddeutschland. Kirsten Müller vom Schweizer Lohnunternehmerverband weist darauf hin, dass es in vielen Teilen der Schweiz seit Monaten kaum geregnet hat.

Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft sind gravierend. Viele Maispflanzen sind klein geblieben, ohne Kolbenbildung, was zu einer vorgezogenen Ernte führt. Lohnunternehmer wie Roger Langel aus Basel-Landschaft haben damit begonnen, ihre Bestände zu häckseln. Ein weiteres Beispiel ist Jürg Hasler aus Zürich, der neben Mais auch Sonnenblumen siliert hat, um die Futtermittelknappheit abzumildern.

Ernteausfälle und Futtermangel

Die Hoffnung vieler Landwirte liegt nun auf einer Zweitfrucht im Herbst, doch auch diese erfordert dringend Regen, um gedeihen zu können. Neben Mais haben auch andere Kulturen wie Kartoffeln und Zuckerrüben unter der Dürre gelitten und Wachstumsprobleme gezeigt. Lediglich bei Getreide und Raps war die Ernte zufriedenstellend.

Die Futtersituation ist ebenfalls angespannt. Auf Wiesen fehlen die notwendigen Aufwüchse für das Vieh, weshalb viele Landwirte bereits auf ihre Vorräte für den Winter zurückgreifen müssen. In höheren Lagen fehlt es zudem an Wasser zur Bewässerung der Alpwiesen.

Tiere leiden unter Hitzestress

Nicht nur Pflanzen leiden unter der Hitze; auch das Vieh ist betroffen. Berichte aus der Berner Zeitung und der Bauernzeitung zeigen einen Rückgang der Milchproduktion sowie eine Zunahme von Krankheiten bei Kühen aufgrund des Hitzestresses. Die Fruchtbarkeit der Tiere leidet ebenfalls darunter. Laut Proviande wurden im Juli rund 3.500 Kühe mehr geschlachtet als im Vorjahr.

Angesichts dieser dramatischen Lage hat Ernst Wandfluh vom Alpwirtschaftlichen Verband den Bundesrat dazu aufgefordert, den Notstand auszurufen, um schnellere Hilfsmaßnahmen einleiten zu können.