Die Wälder in Deutschland stehen unter erheblichem Druck. Seit dem Dürrejahr 2018 haben Hitze und Trockenheit den Zustand der Bäume merklich verschlechtert. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass vier von fünf der häufigsten Baumarten gesundheitlich stark beeinträchtigt sind.
Erhebliche Verluste an Biomasse
Forschungen der Technischen Universität München haben ergeben, dass in Europa seit 2018 ein drastischer Verlust an Biomasse zu verzeichnen ist. In Deutschland verlieren beeinträchtigte Wälder jährlich im Schnitt etwa 125 Tonnen Biomasse pro Hektar. Die kontinuierliche Dürre schwächt die Bäume und begünstigt gleichzeitig Schädlinge wie den Borkenkäfer, was die Situation weiter verschärft.
Laut dem Waldzustandsbericht für 2025 sind vor allem Eichen, Buchen, Kiefern und Fichten von dem anhaltenden Klimastress betroffen. Der Sommer 2026 hat die Lage weiter verschlechtert: In mehreren Bundesländern wurden im Juli extreme Hitzerekorde gemeldet, und Flüsse wie der Rhein, die Elbe und die Donau wiesen niedrige Wasserstände auf.
Besondere Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen ist eines der am stärksten betroffenen Bundesländer. Ende Juli waren dort 94 Prozent der Landfläche von außergewöhnlicher Trockenheit betroffen. Der Landesbetrieb Wald und Holz berichtet, dass insbesondere jüngere Pflanzungen im Frühjahr erheblichen Schaden genommen haben. Auf Aufforstungsflächen wird das Absterben vieler junger Pflanzen erwartet, während zahlreiche Bäume als Reaktion ihr Laub abwerfen.
In Wuppertal mussten dieses Jahr fast 1.000 abgestorbene Stadtbäume gefällt werden. Die Stadt setzt in Zukunft verstärkt auf hitzeresistente Arten wie die europäische Hopfenbuche oder die Esskastanie, um den Herausforderungen des Klimawandels besser begegnen zu können.
Verlust an städtischem Baumbestand
Einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe zufolge sind zwischen 2018 und 2025 durch die Klimakrise nahezu eine Million Bäume in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern verschwunden. Städte wie Offenburg, Lahr und Mannheim verzeichneten dabei besonders hohe Verluste.
Obwohl das Ausmaß der Schäden aus dem Sommer 2026 noch nicht vollständig erfasst werden kann, gehen Experten davon aus, dass viele Baumarten erst im kommenden Jahr deutliche Anzeichen von Absterbeprozessen zeigen werden.
